Sprakebüll : Schnelles Internet als Standortfaktor

 Freuen sich über die bessere Verbindung: Gemeinderatsmitglieder  Kay Diederichsen und Ullrich Grabert, Bürgermeister Karl-Richard Nissen, Diplom-Ingenieur Bernd Rabe. Foto: kon
Freuen sich über die bessere Verbindung: Gemeinderatsmitglieder Kay Diederichsen und Ullrich Grabert, Bürgermeister Karl-Richard Nissen, Diplom-Ingenieur Bernd Rabe. Foto: kon

Glasfaser statt Kupferdrähte: Die 80 Haushalte der Gemeinde Sprakebüll können jetzt moderne DSL-Technik nutzen

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20. Mai 2011, 08:00 Uhr

Sprakebüll | Die 230 Einwohner der Gemeinde Sprakebüll können sich glücklich schätzen: Sie werden seit wenigen Tagen von der Telekom mit einem schnellen Internet versorgt. 80 Haushalte profitieren davon. Dank DSL (Digital Subscriber Line) können sie jetzt endlich schneller im Internet surfen, E-Mails verschicken oder Musik herunterladen. Je nachdem wie weit sie vom Schaltgehäuse entfernt wohnen, erreicht die Übertragungsgeschwindigkeit bis zu 16 000 Kilobit pro Sekunde. Die Anschlüsse können ab sofort gebucht werden, "Wir freuen uns, dass unsere Bürger nun Zugang zu den begehrten schnellen Internetanschlüssen bekommen haben", sagte Bürgermeister Karl-Richard Nissen. "Schnelles Internet ist ein wichtiger Standortfaktor für Sprakebüll und besonders auch für die regionale Wirtschaft", betonte Nissen. "Für Sprakebüll ist das eine große Errungenschaft und lebensnotwendig nicht nur für die Wirtschaftsunternehmer, sondern auch für die freiberuflich zu Hause tätigen Menschen." Gemeinden ohne schnelles Internet werden laut Bürgermeister Nissen aus Erfahrung ihre Grundstücke kaum noch los. Außerdem wandern junge Familien ab. Sprakebüll habe eine glückliche Ausgangslage gehabt, da keine Tiefbauarbeiten notwendig waren. Der Kostenpunkt belief sich auf 31 800 Euro. Zieht man die Fördermittel zur Schließung der Wirtschaftslücke in Höhe von 28 600 Euro ab, bleibt für Sprakebüll eine Restssumme von nur 3200 Euro.

Der ländliche DSL-Ausbau stellt privatwirtschaftliche Telekommunikationsunternehmen vor eine Herausforderung, da auf dem Land nur wenige Haushalte erreicht werden. "Ein einziger Kilometer Kabelarbeiten mit Tiefbau kostet bis zu 50 000 Euro". Trotzdem wurde der Ausbau im vergangenen Jahr verstärkt, weil das Unternehmen weiß, wie wichtig ein leistungsfähiger DSL-Anschluss auf dem Land ist.

Die Leitungen bestanden früher laut Rabe nur aus Kupferkabeln - dem alten Telefonnetz. Diese Kabel dämpfen das elektrische DSL-Signal jedoch Meter um Meter. Im Glasfaserkabel werden die Daten hingegen nahezu verlustfrei als Lichtsignale übertragen. Um den DSL-Ausbau in Sprakebüll zu realisieren, musste ein neuer Kabelverzweiger eingerichtet werden.

"Wir haben 2010 einen dreistelligen Millionenbetrag in die Breitband infrastruktur investiert, davon einen großen Teil in ländliche Gebiete", so der Diplom-Ingenieur. Es werde daher verstärkt auf Kooperationen mit den Kommunen gesetzt. Bundesweit wurden bereits 800 Kooperationen zwischen der Telekom und Kommunen geschlossen.

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