Bauausschuss : Schnell und rücksichtslos die Hauptstraße entlang

Thema im Ausschuss: Das Verhalten von Verkehrsteilnehmern in der Fußgängerzone. Foto: stb
Thema im Ausschuss: Das Verhalten von Verkehrsteilnehmern in der Fußgängerzone. Foto: stb

Fußgänger sind Freiwild für Radfahrer und Autofahrer. Mit diesen Worten beklagte die Behindertenbeauftragte in der Bauausschuss-Sitzung das Verhalten einiger Zeitgenossen in der Fußgängerzone.

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27. März 2009, 12:44 Uhr

Niebüll | Wird in Niebülls Innenstadt rücksichtslos gefahren? Ellen Carstensen, Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, beklagte während der Bauausschusssitzung das Verhalten einiger Zeitgenossen. "Fußgänger sind Freiwild für Fahrradfahrer und für Autofahrer", sagte sie. Damit bezog sie sich auf den als verkehrsberuhigt ausgewiesenen Bereich in der Innenstadt - die Hauptstraße. Oft habe sie am eigenen Leib erfahren müssen, wie Radfahrer ohne Rücksicht über den Bürgersteig gefegt waren und sich durch Klingeln Platz verschaffen wollten. Ähnliches gelte für die Autos in diesem Bereich, die eindeutig schneller als erlaubt unterwegs wären.
Thema fürs Stadtmarketing

Ausschussvorsitzender Karl-Heinz Schmidt (SPD) stellte zu Beginn der Diskussion Grundsätzliches fest: "Der gesamte Verkehrsraum ist für alle nutzbar. Es gibt keinen Bürgersteig." "Also dann dürfen Fußgänger auch auf der Straße gehen?", wollte Ellen Carstensen wissen. "Juristisch ja", bekam sie zur Antwort. Und Sieghard Schmanteck ergänzte: "In den verkehrsberuhigten Bereichen müssen Autos Schritttempo fahren." Sie seien gehalten auf die anderen Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen. Hinweisschilder gäbe es mehr als genug, machte Hella Schmidtmann deutlich, es fehle an der nötigen Disziplin. Hier sei Öffentlichkeitsarbeit gefragt, regte Sieghard Schmanteck an. Karl-Heinz Schmidt ergänzte: "Das ist ein echtes Thema für das Stadtmarketing. Die Menschen sollen sich zu Fuß in der Stadt aufhalten - und das auch gerne."

Was den Eindruck von Ellen Carstensen betraf, auch in der Rathausstraße werde sich nicht an die 30-Kilometer-Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten, wandte Philip Pfeiffer ein, dass eine Geschwindigkeitsmessung wohl kaum entsprechende Resultate bringen würde. Die meisten Verkehrsteilnehmer hielten sich an die Begrenzung. "Es wirkt nur so schnell, weil der Schall von den Häuserwänden widerhallt." Mit dem Thema solle sich der Verkehrsausschuss auseinandersetzen, schlug Karl-Heinz Schmidt vor.
"Eines Luftkurortes unwürdig"

Das Thema Disziplin spielte auch in einer Wortmeldung zu einem anderen Thema eine Rolle. Sieghard Schmanteck wies auf die überfüllten, unansehnlichen Glascontainer, beispielsweise in der Mühlenstraße hin. "Sie sind dreckig und mistig. Zudem fehlen häufig die Gummi-Muffen an den Einwurföffnungen, die einmal den Schall dämpfen sollten." Weil die Behälter bis zum Rand voll seien, stapelten die Leute ihre Flaschen rundherum und luden auch sonstigen Müll hier ab. "Das ist eines Luftkurortes unwürdig." Karl-Heinz Schmidt schlug vor, die Verwaltung eine Lösung ausarbeiten zu lassen und mit der Entsorgungsfirma in Kontakt zu treten. Axel Scholz wandte zu dem ebenfalls angesprochenen Thema der überfüllten Altkleider-Container ein: "Das ist ein gesellschaftliches Problem. Sie werden zwar häufig geleert, aber es wird zu viel Wäsche produziert." Er regte an, für Glas- und Altkleider-Container einen Standort zu suchen, wo sie nicht direkt im Fokus der Öffentlichkeit stehen.

Schmidt appellierte abschließend an die Niebüller, sich verstärkt an der morgen stattfindenden Müllsammelaktion zu beteiligen.

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