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Uhu : Schnappschuss mit „Bubo Bubo“ gelingt im Schulwald

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In Fahretoft ist die Waldpflege zum Schutz des Uhus eingestellt.

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2017 | 05:09 Uhr

Majestätisch anmutend sitzt der braungefiederte Vogel am helllichten Tage in der Krone eines Nadelbaums im Fahretofter Schulwald. Er rührt sich nicht: „Bubo Bubo“ schläft. Das ist kein niedlicher Spitzname, sondern sein wissenschaftlicher Name. Mit seinen bis zu 75 Zentimetern Höhe ist es die größte Eulenart.

„Um diesen Vogel in unseren Wäldern vor die Linse zu bekommen, muss man schon Glück haben“, sagt Irmtraut Clausen, zweite Vorsitzende des Naturschutzbunds Leck/Niebüll. Der Wasservogel-Fotograf Klaus Wernicke hat „Bubo Bubo“ in Fahretoft jedoch ablichten können. Das erste Bild, das er jemals von einem Uhu gemacht hat. Entdeckt wurde er bei der Waldpflege. Die Arbeiten wurden aus Rücksicht auf das Tier nun eingestellt.

Clausen sind aktuell zwei Uhus in Südtondern bekannt, die sich ab und an am Tag zeigen. Einer im Schulwald, der andere in Süderlügum. Eigentlich sind sie schwer zu entdecken. Ihr Schlafplatz liegt in der Regel versteckt im halbdunkeln im Wald in einer Astgabel oder Felsnische. Dank ihres gefleckten Gefieders sind sie kaum zu entdecken.

Das Forstgebiet bei der Hans-Momsen-Schule ist relativ klein und übersichtlich. „Sein Revier dort zu haben, ist nicht sonderlich ungewöhnlich für den Uhu. Was seinen Lebensraum betrifft, zeigt er sich zunehmend flexibel.“ In unseren Breitengraden siedelt er sich bevorzugt in Wäldern, Steinbrüchen und Kiesgruben an. In Schleswig-Holstein hält er sich in der Regel von der Marsch fern.

„Dass der Uhu dort im Schulwald so entspannt sitzt, zeigt, wie gut es dieser Eulenart mittlerweile wieder geht.“ Lange waren sie vom Aussterben bedroht. Deshalb wurden Anfang der 1980er-Jahre besondere Schutzmaßnahmen getroffen. Auch ein Auswilderungsprojekt gab es. „Damals wurden die Uhus von Tierschützern aufgezogen und dann ausgewildert. Mittlerweile ist der Bestand wieder gesichert.“

Der Vogel im Fahretofter Schulwald sei vermutlich ein Jungtier, so der Naturfotograf Klaus Wernicke. „Nachts sind keine Rufe zu hören, wie es in der Balzzeit üblich ist.“ Auf den Spuren des Uhus ist er bei völliger Dunkelheit durch den Schulwald geschlichen, um nach ihm zu hören. „Doch vergebens, nur ein Reh schreckte auf.“ Im Schulwald habe die Eule vermutlich ihr eigenes Revier gefunden, nachdem ihre Eltern ihn vertrieben haben. „Er könnte ein Sprössling des Uhu-Paares sein, das im ehemaligen Munitionsdepot in Enge-Sande in einem verlassenen Greifvogelhorst sein Nest haben soll.“

Hat eine Eule sich angesiedelt, ist sie sehr standorttreu. Der „Bubo Bubo“ kann bis zu 30 Jahre alt werden. „Mit Glück haben wir hier also noch lange etwas von ihm“, so Wernicke. Dabei geht der Uhu weit über den Schulwald hinaus in der Dämmerung und in der Nacht auf Jagd. „Ich vermisse seit einigen Tagen einen Sperber im Garten an meinem Winter-Futterhaus, der dort sonst nach Kleinvögeln als Beute Ausschau hält.“ Nun liege der Verdacht nahe, dass der Uhu den Sperber auf seinem Schlafplatz im Baum in der Nacht geschlagen hat. „Pech für den Sperber, Glück für meine Singvögel!“ Wernicke wohnt rund 500 Meter Luftlinie vom Wald entfernt. Doch nicht nur andere Vögel stehen auf dem Speiseplan der großen Eulenart. Auch etwa 53 Säugetierarten frisst er: „Er jagt Mäuse, Ratten, Kaninchen, Feldhasen, Jungfüchse und sogar frisch geborene Rehkitze. Das ist echt ein eindrucksvolles Tier.“

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