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Konzert in Neukirchen : Pianist spielte anlässlich der Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag von Emil Nolde

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Steffen Schleiermacher begeisterte in der Nolde Stiftung in Neukirchen.

Neukirchen | Ein wahrlich virtuoses zweiteiliges Konzert gab der preisgekrönte Leipziger Pianist Steffen Schleiermacher anlässlich der Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag von Emil Nolde im fast voll besetzten Forum der Nolde Stiftung in Seebüll. Dr. Christian Ring, Direktor der Stiftung, freute sich in seiner Begrüßung über den guten Zuspruch und gab einen kurzen Rück- und Ausblick zur Erinnerung an Emil Nolde, der mit seiner Kunst Botschafter in alle Welt war und ist. Die facettenreichen Werke des Künstlers überraschen und erstaunen in dessen großen Spannweite der Themenkreise und Malweise, so Dr. Ring.

Wie es heißt, hat sich Emil Nolde in seinen Schriften nur sehr selten zur Musik geäußert. Zu Komponisten, Konzerterlebnissen oder seinem Verhältnis zur klingenden Kunst gibt es nur Randnotizen. Das bedeutete jedoch nicht, dass Nolde kein Interessen an der Musik gehabt hätte. Steffen Schleiermacher, Pianist, Komponist, Festival- und Konzertorganisator, sprach zu den von ihm vorgetragenen Werken in launiger Weise verbindende Worte. Dabei betonte er, dass das Konzertprogramm keine Rekonstruktion und auch kein imaginäres „Nolde-Wunschkonzert“ ist.

Der erste Teil des Konzerts umspannte die Lebensdauer von Emil Nolde, beginnend mit vier kleinen Klavierstücken von Franz Liszt, die im Geburtsjahr von Nolde (1867) komponiert und uraufgeführt wurden. Es folgte das streng zwölftönige Klavierstück Opus 33a von Arnold Schönberg (1874-1951). Diesen Komponisten hatte Emil Nolde während seiner vielen Berliner Herbst- und Winter-Aufenthalten als eifriger Cafèhaus-Gänger mindestens zwei Mal getroffen, so Steffen Schleiermacher. Obwohl Nolde wenig Gutes an französischen Künstlern gelassen hatte, gab es gerade deshalb, so der Pianist, für die Zuhörer das Deux Nocturnes von Erik Satie (1866-1925).

Dem schlossen sich zwei Stücke aus dem riesigen Zyklus der Melodie für wohltemperiertes Instrument von Josef Matthias Hauer (1883-1959) an. Von eindrucksvoll gespielten Piano bis Forte ging es in der Komposition Die Amsel aus drei Klavierstücken von Heinz Thiessen (1887-1971). Abgeschlossen wurde der erste Konzert-Part mit dem Klavierstück V, komponiert in Noldes Todesjahr (1956) von Karlheinz Stockhausen (1928-2007). In den hervorragend von Steffen Schleiermacher dargebotenen Werken wurde ganz ohrenfällig deutlich, welch eine große Entwicklung und Veränderung die Musik während der Lebzeit von Emil Nolde erfahren hatte.

Fortgesetzt wurde das Konzert mit fünf Klavierstücken Opus 6 von Eduard Erdmann (1896-1958), langjähriger Freund von Emil Nolde und Vater dessen zweiter Ehefrau Jolanthe. Weiter erklang die Musik für Klavier I-V von Hans Jürgen von der Wense (1894-1966) bevor es zu einer Uraufführung kam. „Als kleine eigene Verbeugung meinerseits“, so Steffen Schleiermacher, erklang ein von ihm selbst eigens komponiertes kleines Klavierstück Aquarell - Hommage à Emil Nolde.

Abgeschlossen wurde der gelungene und stilvolle Konzertabend mit dem Werk Nun komm, der Heiden Heiland von Johann Sebastian Bach (1685-1750) in einer Fassung herausgegeben von dem Italiener Ferruccio Busoni (1866-1924). Es war nicht das erste und wird auch sicher nicht das letzte Konzert gewesen sein, das der – 1960 in Halle an der Saale geborene– mehrfach, unter anderem mit Echos, ausgezeichnete Künstler Steffen Schleiermacher in Seebüll gegeben hat.





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