Müllentsorgung : Schlechte Noten für die Mülltrennung

Sortiergenauigkeit der Haushalte soll ab Sommer mit verstärkten Kontrollen und einer Informationskampagne erhöht werden

shz.de von
07. Januar 2015, 05:00 Uhr

Werbebroschüren gehören in die grüne, Joghurtbecher in die gelbe und alte Putzlappen in die graue Tonne – Mülltrennung im eigenen Haushalt gehört zum Alltag. Trotzdem werden auch in Südtondern noch immer zu viele Abfälle falsch entsorgt. Doch eine Kompost-Tonnen-Pflicht, wie sie zum Beispiel im Kreis Schleswig-Flensburg ab dem 1. Januar gilt, wird es für das Amt Südtondern nicht geben. Der Grund: Auch künftig setzen Kreis, Kommune und Amt auf das Recht zum Eigenkompostieren und den legalen Verzicht auf eine Biotonne in dem ländlich geprägten Einzugsbereich (wir berichteten).

Hintergrund der Biotonnenpflicht in dem Nachbarkreis ist unter anderem die Verschärfung der Verwertungsregeln im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG). In Südtondern soll die Sortiergenauigkeit der Haushalte statt mit Zwang jetzt durch verstärkte Kontrollen erreicht werden: „Eine Müllanalyse hat ergeben, dass in der grauen Tonne regelmäßig zu viel Bioabfall landet“, sagt Hans-Joachim Alfeld, Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsgesellschaft Nordfriesland (AWNF). Rund 30 Prozent des Inhalts gehöre stattdessen in die Biotonne oder auf den Komposthaufen. Für das Abfallwirtschaftsunternehmen mit Sitz in Husum bedeutet die falsche Trennung wirtschaftliche und ökologische Einbußen. Der Grund: Bioabfall wie Rasenschnitt oder Laub ist nicht einfach Müll – er ist Rohstoff, mit dem Strom und Wärme produziert werden kann. „Auch wir transportieren den biologischen Abfall nach Ahrenshöft in die Biogasanlage“, so Alfeld.

Um das Missverhältnis in Südtonderns Mülltonnen langfristig zu verbessern, plant die AWNF ab dem Frühsommer nun strengere Kontrollen. Allerdings sollen die Kunden von der Maßnahme nicht überrollt werden: „Unsere Müllsammler werden natürlich nicht aus dem Busch kontrollieren“, so der AWNF-Geschäftsführer. „Stattdessen werden wir zuvor alle Haushalte informieren und eine kleine Aufklärungskampagne starten.“ Finden die Angestellten dann doch wiederholt biologische Abfälle in der grauen Tonne, so können sie die Müllmitnahme verweigern.

Seit 1997 steht es den Südtonderanern frei, ob sie sich zusätzlich zu der grauen Tonne auch für eine braune Biotonne entscheiden, oder ihre Gemüsereste, Schnittblumen und Teebeutel auf dem eigenen Grundstück kompostieren. „Seither haben sich ungefähr ein Viertel unserer Kunden für die Biotonne entschieden“, rechnet Hans-Joachim Alfeld vor. Im gesamten Kreisgebiet würden so jährlich rund 4 bis 5000 Tonnen biologischer Müll eingesammelt. Ein System, an dem die Verantwortlichen im Kern auch in Zukunft festhalten wollen. „Uns ist in erster Linie daran gelegen, dass die Menschen ein noch besseres Bewusstsein für die Mülltrennung entwickeln.“

Anders verhält sich die Müllentsorgung mit toten Tieren: Schlachtabfälle oder Speisereste aus Restaurants oder Großküchen müssen ordnungsgemäß entsorgt werden und dürfen weder in der Biotonne noch auf dem heimischen Kompost landen. Auch an dieser Vorgabe wird sich mit Beginn des neuen Jahres 2015 für die Südtonderaner nichts ändern.
 

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