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Satire in Leck : Scheibners schmackhafte Satire-Suppe

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

"Ich habe mir vorgenommen, dass es ein lustiger Abend wird“ kündigte Hans Scheibner seinen Zuschauern im Leck-Huus an. Der Satiriker hielt sein Versprechen.

shz.de von
erstellt am 23.Feb.2014 | 13:04 Uhr

Das Publikum hatte sich früh eingefunden im Leck-Huus. Es wollte sich die besten Plätze im vollbesetzten Haus sichern und das hatte sich gelohnt: Der Satiriker Hans Scheibner verführte zum Lachen und Schmunzeln mit Geschichten, Beobachtungen und Kommentaren. Mühelos verband er das eine mit dem anderen, zog Parallelen, denn: „Es hängt alles miteinander zusammen“. Dieses Rundum-Paket gefiel ausnahmslos, bescherte dem wortgewandten Mann reichlich Beifall und seinen Zuhörern zwei „Nachschläge“.

„Ich habe mir vorgenommen, dass es ein lustiger Abend wird“ versprach Hans Scheibner und führte seinen Zuschauern gleich die Alternative auf: „Im Fernsehen gibt’s Merkel. Die sieht aus wie ein Karpfen, nur nicht ganz so blau“. Das Urgestein der deutschen Satire war gleich mittendrin in seinem Programm „Auf ein Neues! Ein satirischer Jahresausblick“. Damit ist er auf Tour, machte erstmals in Leck Station und bewunderte den alten, restaurierten Geesthardenhof als Kultur- und Begegnungsstätte. Doch ein festgelegtes Repertoire spulte Hans Scheibner, der seit 2007 für den Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag den satirischen „Zwischenruf“ schreibt, nicht ab. „Ich lege mich nicht fest, stelle mein Programm immer wieder neu zusammen“, sagte er.

Leicht und locker kamen Scheibners Tiraden rüber, so, als wären sie ihm gerade erst eingefallen. Dazu las er aus einigen seiner Bücher vor – und davon hat er etliche vorzuweisen. Der Satiriker, Liedermacher, Kabarettist und Autor würzte seine Beiträge mit schwarzem und angenehm feinsinnigem Humor – eben echt nach Scheibner-Art.

Nicht verschont blieben diejenigen, die zurzeit kritisch in der politischen Öffentlichkeit stehen: Edathy, Zierke, Friedrich, Oppermann und wie die ehrenwerten Männer alle heißen: „Wer hat da nicht dichtgehalten, es war doch alles vertraulich?“ Auch die Abhör-Affäre ließ Scheibner staunen: „Das sind wir doch von Kindesbeinen an gewohnt. Wurde uns nicht eingetrichtert, dass der Weihnachtsmann alles sieht?“

Tierisches gab er in Form von Gedichten zum Besten, analysierte eheliche und nachbarschaftliche Beziehungen und hielt auch den Zuhörern den Spiegel vor. Scheibner traf den Nagel auf den Kopf. Mit Schalk in den Augen und oftmals einem verschmitzten Lächeln. Er legte den Finger in Wunden, deckte Missstände auf, kommentierte – überspitzt und doch so wahr. Das Publikum lag ihm am Herzen, deshalb gab er ihm Gesundheitsratschläge mit auf den Weg. Joggen zum Beispiel. Das hält fit. Sportschuhe müssen her – oder sind es „turning runners“? Denn was ist, wenn der junge Verkäufer die deutsche Sprache nicht mehr versteht und nur mit englischem Wortschatz oder hochwissenschaftlichen Begriffen zu kommunizieren weiß? Gut zu verstehen war hingegen alles, was der Satiriker zu erzählen hatte.

Rück- und Ausblicke, Begebenheiten und Beobachtungen verschmolzen in einem Tiegel: Eine wahrhaft schmackhafte Suppe, die Hans Scheibner im Leck-Huus aufgetischt hatte.


 

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