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Nordfriesland Tageblatt

18. August 2017 | 07:41 Uhr

Satire : Scheibner teilt im Leck Huus aus

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Satiriker und Kabarettist Hans Scheibner unterhält mit teilweise deftiger Kost / Merkel, Dobrindt und der HSV stehen auf seiner „Abschussliste“

Er ist bekannt wie ein „bunter Hund“: Der Kabarettist, Satiriker, Autor und Liedermacher Hans Scheibner. Das bescherte dem Leck-Huus erneut ein volles Haus. „Ich bin zum zweiten Mal hier, das wird wohl zur Gewohnheit“, freute sich der hochkarätige Gast. In der Kultur- und Begegnungsstätte lieferte er ein eindrucksvolles Satire-Vergnügen ab.

Es sei nun Frühling, und er wolle ein positives Programm bieten, meinte Hans Scheibner. Wie dieses heiße? „Programm ohne Programm“ nannte der gebürtige Hamburger seine Auswahl spontan. Den Lenz und die Liebe erkor der 78-Jährige zu seinen Hauptthemen. Es blühe, krache und stinke, zog er zu ersterem Fazit. Die Liebe untersuchte er als Lebensweisheit am Beispiel von Hermann und Hermine und anderen schrägen Zeitgenossen. Nörglern und Besserwissern trat Scheibner auf die Füße, legte den Finger in so manche Wunde – immer den Schalk in den Augen.

Der Autor, der seit 2007 für den Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag den satirischen „Zwischenruf“ schreibt, wagte sich an jedes Thema. Spitze Bemerkungen verteilte er an den Fußballclub HSV, ließ Merkel, de Maiziere, die CSU-Partei, die Deutsche Bahn oder die Kirche nicht ungeschoren davon kommen. Als „Alexander den Großen“ bezeichnete Scheibner den Verkehrsminister Dobrindt: „Die Maut ist sein großes Lebenswerk!“ Müssen Ausländer im Auto deutsch sprechen? Und was ist mit Geisterfahrern? „Die müssen keine Maut zahlen, ihnen wird sie erstattet!“

Scheibner warnte vor Sachverständigen, die je nach Jahreszeit immer wieder auftauchen, und nahm sie aufs Korn: „Die Menschen haben ohne sie gar nicht gewusst, wie gefährlich das Baden in tiefen Gewässern für Nichtschwimmer ist oder dass hinter dem Abgrund eines Berges nur Luft ist.“ Dann blieben Urlauber wohl lieber zuhause. Aber da falle ihnen die Decke auf den Kopf, also: „Schön den Helm auf dem Kopf behalten!“ Amüsantes wie Nachdenkliches hielten sich die Waage, manches verschlang ineinander wie die Schuldfrage beim „Plumsklo-Drama“ oder das Märchen von Hänsel und Gretel, das Scheibner in die heutige Zeit katapultiert hat und die Geschlechterrolle hinterfragt. Der Satiriker machte nicht an der Gürtellinie halt, würzte seine Beiträge mit schwarzem und feinsinnigem Humor und manch’ bissigen Bemerkungen. Wortgewandt deckte er Missstände auf, analysierte unter anderem eheliche Beziehungen und andere Tatsachen. Alles in einem Tempo, das die ganze Aufmerksamkeit erforderte. Leuten mit „’ner langen Leitung“ verschloss sich der eine oder andere Sinn, und Zartbesaitete stießen sich an für sie grenzwertigen Ausführungen. Aber das war eben die Scheibner-Art! Die deftige Kost gefiel den meisten, wurde geschätzt und mit viel Beifall honoriert.

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erstellt am 27.Apr.2015 | 05:00 Uhr

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