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„Saxofanten“ begeistern mit Klassik, Pop und viel Humor

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

von
erstellt am 10.Nov.2015 | 10:24 Uhr

„Saxofantastisch!“ – Zum sechsten Mal trafen sich die „Saxofanten“ in Niebüll zu einem intensiven Probenwochenende, um mit einem Abschlusskonzert der besonderen Art aufzuwarten: 21 Saxofone in vier Stimmlagen und ihre Spieler aus verschiedenen Teilen des (Aus-)Landes eröffneten das Programm mit einem Passamezzo von Praetorius. Sofort erfüllte der einzigartige und voluminöse Klang den Raum. Dirigent und Moderator Lars Brodersen begrüßte anschließend das Publikum in der bis auf den letzten Platz besetzten Christuskirche. Er erläuterte noch einmal die Idee des Projekts und erinnerte in diesem Zusammenhang an den erst kürzlich verstorbenen Saxophonisten Burkhard Urban und an Detlef Eulenberger, den Initiator und Motor des Chores.

Die dargebotenen Stücke waren ein Auszug aus dem Repertoire der ersten fünf Jahre und boten viel Abwechslung. Aus dem klassischen Bereich wurden sieben Sätze aus der Bühnenmusik „The Fairy Queen“ von Henry Purcell und der Hymnus „I saw the Lord“ von John Stainer zu Gehör gebracht. Hier war der Chor auf insgesamt zwölf Stimmen aufgeteilt, was den einzelnen Mitspielern viel Konzentration abverlangte, aber zu einem beeindruckenden Klangerlebnis führte.

Mit dem galoppierenden Stück „Hunting Bonanza“ wurde der modernere Teil des Programms eingeleitet. Dabei rannte die „Saxophanten-Herde“ in Teilen auseinander und musste von ihrem „Leittier“ durch Abwinken und neues Beginnen wieder eingefangen werden. Alle Beteiligten und auch das Publikum nahmen diese kurze Orientierungslosigkeit mit Humor.

Mit dem Ragtime „The Easy Winners“ von Scott Joplin ging es rasant weiter, dann folgten entspannt und reibungslos vorgetragen der Chanson „Les Champs Elysées“ und der Swing-Klassiker „Pennsylvania 6-5000“, bekannt geworden durch die Glenn-Miller-Bigband. Hier zeigte sich besonders die Eignung des Saxofons für die Jazz-Musik.

Der Tradition folgend wurde das Programm durch Einlagen kleinerer Formationen ergänzt. „Melody for Sax No. 10“ von Philip Glass wurde sehr gefühlvoll von den Altsaxofonistinnen Andrea Bockholt und Stefanie Brodersen intoniert, die Baritonisten Jörn Hinze und Andreas Eisenmann trugen „Lynn’s Blues“ vor. Der „Youkali-Tango“ von Kurt Weill wurde unter Regie von Dieter Grühn im Doppelquartett gespielt. Schließlich boten Grühn (Bassklarinette) und Eisenmann (Tenorsaxofon) ein Adagio von Johann Sebastian Bach dar.

Eine extravagante Einlage war die „Laute Post“, ein Musikstück „ohne Noten“, kreiert von Tenorsaxofant Bernd Molter. Im Sinne des bekannten Sprachspiels gab er zweitaktige Phrasen vor, welche die Mitspieler – verteilt in den Gängen des Kirchenschiffs – wiederholten und weitergaben. Auf diese Weise wurde das Publikum direkt in das musikalische Geschehen einbezogen. Begleitet wurde dieses Sax-Experiment durch den Schlagzeuger Manne Burmeister.

Dem Publikum war die Begeisterung, den Saxofanten die Erleichterung nach einem gelungenen Konzert anzumerken. Nach stehenden Ovationen am Ende des Programms bedankte Lars Brodersen sich bei den Zuhörern für Beifall, Unterstützung und Treue. Die „Saxofanten“ wiederum gaben als Dank für den langen Applaus Stevie Wonder’s Hit „Sir Duke“ zum Besten. Das Intro wurde von den Instrumentalisten gesungen und brachte die Stimmung untereinander zum Audruck: „Heute ist die gute Laune los…“ Auch diese Zugabe wurde mit so viel Applaus bedacht, dass als Schlussstück der Gospel „Oh, when the Saints“ erklang.

Am Ende des Konzerts blieb die Frage offen, ob es 2016 ein erneutes Zusammentreffen der „Saxofanten“ gibt. Der überquellende Spendenkoffer könnte als Aufforderung dazu ausgelegt werden.

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