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Nordfriesland Tageblatt

20. Oktober 2017 | 20:48 Uhr

Sperrung : Sanierungsstau bei Lecks Brücken

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Betonquerung „Am Audeich“ ist baufällig / Mitglieder des Infrastruktur- und Umweltausschusses kritisieren unverzügliche Sperrung

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2015 | 05:00 Uhr

Große Gitter und rot-weiße Warnbarken versperren seit gut einer Woche die Überquerung der Betonbrücke „Am Audeich“: Von einem Prüfer wurde sie als baufällig eingestuft. Der Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn reagierte sofort mit der Schließung: „Die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern ist nicht mehr gewährleistet.“

Alle sechs Jahre werden die Brücken über die Lecker Au von Fachleuten genau unter die Lupe genommen. „Die Brücke ’Am Audeich’ hängt durch“, stellte der Prüfer aus Hamburg fest. Als Ursache wies er auf die teilweise durchgerosteten Stahlträger und den bereits abgeplatzten Beton hin. Dadurch ist ebenfalls die Statik beeinträchtigt. Einen Tag später wurde ein Statiker zur Begutachtung gebeten, der diese Ausführungen bestätigte.

Dieses Thema beschäftigte nun die Mitglieder des Infrastruktur- und Umweltausschusses. Sie monierten insbesondere die konsequente Schließung für alle Verkehrsteilnehmer. Gelegentlich nutzten Pkw, landwirtschaftliche Fahrzeuge und Schneeräummaschinen die Überquerung, und jetzt soll die Standfestigkeit plötzlich nicht einmal mehr für Fußgänger und Radfahrer ausreichen?

Der Birkenweg mit der Brücke zur Straße „Am Audeich“ erschließt einen Ortsteil von Leck, der zum großen Teil von älteren Bürgern bewohnt wird. Diese nutzen den Weg für ihren täglichen Einkauf. Durch die Sperrung müssen diese Mitbürger jetzt eine erheblich längere Strecke in Kauf nehmen, um in die Ortsmitte zu gelangen. „Das ist für viele alte Menschen nicht möglich. Sie sind nun auf Taxifahrten angewiesen“, berichtete Ingo Scholz (CDU). Es müssten schleunigst Zahlen, Fakten und Kosten auf den Tisch gelegt werden, denn: „Wir können die älteren Bürger nicht hängen lassen. Wir müssen was machen.“

Das Abwarten des schriftlichen Prüfungsberichtes, die Planung und Ausschreibung für eine Sanierung – all das dauert den Politikern zu lange. „Dieser Zustand ist nicht bürgerfreundlich. Es muss eine Zwischenlösung geben“, forderte Klaus Schmidt (UWL). Der Vorschlag, die Brücke zunächst mit Stahlplatten zu verstärken, wurde verworfen: „Dann muss erst wieder die Statik untersucht werden.“

Annemarie Carstensen (SPD) betonte, dass diese Anbindung als Schulweg genutzt wird und die Umleitungen nicht ungefährlich sind: „Es muss doch möglich sein, da eine Behelfsbrücke hinzubekommen.“ Das zu prüfen, ist jetzt Aufgabe der Verwaltung.

Von der Untersuchung der anderen Brücken berichtete Dieter Davids vom Bauamt: Der Kern der Kokkedahler Straßenbrücke ist in gutem Zustand, jedoch müssen die Kappen (seitliche Erhöhung) saniert, die Gusasphaltdecke sowie Dichtungen erneuert werden. Diese Baumaßnahme schlug Davids für 2017 vor. Die Hans-Peter-Feddersen-Brücke im Augarten zeigt ebenfalls Ermüdungserscheinungen: Am Tragwerk gibt es bereits Rost und Abplatzungen. Die Sanierung sollte in fünf bis sechs Jahren erfolgen. Schließlich soll auf der Brücke am Klärwerk, deren Belag im vorigen Jahr neu aufgetragen wurde, ein Geländer installiert werden.

Bauamtsmitarbeiter Jens Carstensen weiß, dass die Kokkedahler Brücke Anfang der 70er Jahre das letzte Mal saniert wurde. Den Bau der Audeich-Brücke datierte er von der Konstruktion her auf Mitte der 50er Jahre. „Die hing immer schon durch“, erinnerte er sich.

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