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Schönheitskur für Südtondernhalle : Sanierung statt Abriss

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der Umbau und die Modernisierung des 1967 eingeweihten Gebäudes werden etwa 2,3 Millionen Euro kosten

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2014 | 05:00 Uhr

„Diese Halle muss saniert werden, damit dort Schulsport stattfinden kann“, appellierte Otto Wilke in die Runde. „Trotz des Schocks, dass so eine Maßnahme nicht für 500 000 Euro zu haben ist.“ Mit diesen Sätzen schloss der Amtsdirektor die zuvor ausführliche Diskussion um die Zukunft, den Neubau oder die Sanierung der Südtondernhalle. Die ersten Weichen in Richtung Sanierung – Kosten: etwa 2,3 Millionen Euro – sind gestellt. Eine neue Halle würde – inklusive Abriss der alten, Vorbereitung des Grundstückes und technischer Anbindung – etwa 3,5 Millionen Euro kosten – ohne Tribüne. Mitglieder im Schulausschuss des Amtes Südtondern, im Ausschuss für Schule, Kultur und Soziales sowie im Ausschuss für Bau und Verkehr der Stadt Niebüll setzten sich in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Vorentwurf des Architekten Jürgen Dethlefsen auseinander. Die Stadt Niebüll hatte dem Büro „Dethlefsen, Lundelius, Petersen-Otto, Architekten + Partner, Bredstedt“ den Auftrag zur Prüfung einer Sanierungsfähigkeit erteilt.

Aus der Historie

In den 1960-er Jahren wurde der Bedarf für eine zweite Sporthalle an der in den 20-er Jahren gegründeten Friedrich-Paulsen-Schule deutlich. Zwei Jahre betrug die Bauzeit. Zwischenzeitlich ruhten die Arbeiten, weil die vom Land zugesagten Zuschüsse auf sich warten ließen. Schließlich war es soweit: Am 4. Juni 1967 wurde die Südtondernhalle eingeweiht. 1,1 Millionen D-Mark waren verbaut worden.Die Halle ist annährend täglich von 7.30 bis 17 Uhr durch den Schulsportbetrieb (auch durch die Ganztagsschule), weiterhin durch Vereine und externe Nutzer in Gebrauch.

Das ist geplant
Energetisch, brandschutztechnisch und baulich ist die Südtondernhalle inzwischen veraltet. Udo Schmäschke vom Amt Südtondern: „Das Treppenhaus entspricht nicht mehr den heutigen Sicherheitsmaßnahmen.“ Heizung und Elektrik seien veraltet. „Es nicht so, dass die Halle durch die Bauaufsicht gesperrt wird.“ Aber deutlich seien Maßnahmen im sanitären Bereich angemahnt worden. Dusch- und Waschräume sind nicht mehr zu retten, befand auch Jürgen Dethlefsen. Weder das Gefälle zu den Wasserabläufen, was wiederkehrende Überschwemmungen zur Folge hatte, noch die Zwei-Kabel-Technik („Einmal alles erneuern, da ist nichts zu verwerten“) seien nach heutigen Maßstäben ausreichend, die mangelhafte Ausstattung spreche für sich. „Flickstellen zeigen, dass die Wasserleitungen verrottet sind“. Dethlefsen schlug einen völligen Neuaufbau der sanitären Einrichtungen und Umkleideräume mit entsprechender Belüftung vor. „Die Halle ist in der Konstruktion in Takt und statisch in Ordnung“, versicherte der Architekt. Aber es hapert an anderen Dingen: Das Dach bekommt neue Trapezbleche mit Schallschutzfunktion sowie ein zeitgemäßes, 30 Zentimeter starkes Dämmpaket. Nicht mehr zulässige Gasbetonplatten werden entfernt, tragende Stahlbinder werden sichtbar gemacht. Wärmegedämmte Alufenster und ein Sonnenschutz sollen die großflächigen Glaselemente aus den 70-er Jahren ersetzen, vier davon sind durch einen Motor zu Belüftungszwecken zu öffnen. Der verbrauchte Fußboden wird erneuert, ebenso die Heizungsanlage. „Das kostet 30 bis 40 000 Euro mehr, dafür haben Sie aber trockene Wände.
Die Glaselemente aus den 70er Jahren sind optisch und energetisch nicht mehr zeitgemäß. Sie werden durch neue Fenster und Sonnenblenden ersetzt.
Die Glaselemente aus den 70er Jahren sind optisch und energetisch nicht mehr zeitgemäß. Sie werden durch neue Fenster und Sonnenblenden ersetzt. Foto: Bülck

“Eine kostenintensive Belüftungsanlage wird es in der Halle auch künftig nicht geben. „Sie ist zu teuer und auch nicht von Nöten“, so Jürgen Dethlefsen. Sie sei erst vorgeschrieben, wenn es sich um einen Versammlungsort handele – und die, so definiert es der Gesetzgeber – beginnt ab einer bestimmten Platzzahl. Das hat wiederum nun zur Folge, dass man die letzte Sitzreihe der Tribüne sperren will, um so auf eine 199 Sitzplätze zu kommen. Sollten mehr Besucher untergebracht werden müssen, gäbe es die Möglichkeit einer Einzelgenehmigung durch die Bauaufsicht. Bei den Plänen handelt es sich um einen Vorentwurf. Änderungen könnten sich beispielsweise durch die Themen „Barrierefreiheit“ oder „Zwei- beziehungsweise Dreiteilung der Halle“ ergeben. Wuppen wird ein zweidrittel Anteil der Kosten der künftige Träger der FPS (derzeit noch das Amt): ein im Frühjahr 2015 neu zu gründender Schulverband, dem die Kommunen des Amtes – sofern sie mitziehen wollen – angehören werden. Bürgermeister Wilfried Bockholt: „Die Schultern bleiben dieselben.“ Allgemeiner Wunsch ist es, ein Zeichen zu setzen. Die Stadt Niebüll wurde gebeten, beim Genehmigungsverfahren finanziell erst einmal in Vorleistung zu gehen.

 

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