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Begegnungsstätte Niebüll : Sanierung oder Neubau – die Zeit drängt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Will Niebüll eventuelle Fördergelder für die Begegnungsstätte in Anspruch nehmen, müssen strenge Regeln eingehalten werden.

von
erstellt am 06.Jun.2015 | 05:45 Uhr

Die Stadt wächst und wächst. Mit Spannung wartet man auf den 10  000 Einwohner – ein gutes Zeichen. Etwa 600 fehlen noch. Doch wenn es nach den Mitgliedern des Bauausschusses geht, könnte es, um Geld zu sparen, noch ein klein wenig damit dauern. Der Grund ist das Haus der Begegnungsstätte in der Friedrich-Paulsen-Straße. Das ehemalige Mädchen-Internat (genutzt wird es jetzt vom Verein für Niebüller Geschichte, Awo, DRK sowie Frauenberatung & Notruf Nordfriesland) ist sanierungsbedürftig. Rund 300  000 Euro müssten in die Reparatur des Daches gesteckt werden. „Und meistens wird es ja eher teurer als preiswerter“, gab Holger Jessen, Vorsitzender des Ausschusses für Bau und Verkehr, zu bedenken.

Sanierung oder Neubau? In einer Gesprächsrunde beschäftigen sich Fraktionsvorsitzende, Bürgervorsteher und Bürgermeister mit Perspektiven und eventuellen Fördermöglichkeiten. Gedanken, einen möglichen Neubau der Begegnungsstätte mit dem bereits geplanten Neubau des TSV Rotweiß-Vereinsheims in der Jahnstraße zu verbinden, wurden aus zwei Gründen verworfen: Zum einen liegt das Areal für ein „Stadt-Gemeindehaus“ nicht zentral genug. Daher favorisiert man das jetzige Grundstück in der Friedrich-Paulsen-Straße. Und zum anderen ist eine sportliche Nutzung, so sehen es die Richtlinien einer möglichen Förderung vor, nicht erlaubt. Vielmehr sollten genügend Elemente der Darseinsvorsorge enthalten sein, die in einem Konzept festgehalten seien.

Bürgermeister Wilfried Bockholt wies auf ein weiteres Problem hin: „Wir dürfen nicht über die 10  000 Einwohner-Grenze kommen.“ Auf Anfrage erläuterte er: „Es sind insbesondere europäische Mittel zur Entwicklung des ländlichen Raumes, welche gerade jüngst im Rahmen des gesamten Landesprogramms mitgenehmigt wurden. Konkret ist es der Abschnitt 8.2.5. M07 Basisdienstleistungen und Dorferneuerung in ländlichen Gebieten (Artikel 20).“ Dabei handele es sich um ein Programm, dass ein wenig als Ersatz für die ehemaligen Leuchtturmprojekte stehe. „Das Land entscheidet ein bis zwei Mal pro Jahr über eingereichte Projekte, die – nach meinem bisherigen Kenntnisstand – in Übereinstimmung mit der lokalen Entwicklungsstrategie der jeweiligen AktivRegion stehen müssen.“ Die Mindestfördersumme betrage 100  000 Euro, für öffentliche Institutionen könne die Förderhöhe bis zu 100 Prozent betragen. Gefördert werde in ländlichen Gebieten und da wiederum nur in Orten bis 10  000 Einwohner. Ob Sanierung oder Neubau, werde in den Richtlinien nicht unterschieden, es werde von Baukosten gesprochen. „Wir sind in der Vorbereitung und Vorabstimmung.“

Notwendig sei es, so Udo Schmäschke vom Amt Südtondern, auch der Stadtvertretung ein Raumkonzept zum Beschluss vorlegen zu können. Wie in dem Beispiel Dörpscampus Klixbüll gehe es darum, dass „viele Beteiligte sagen, wie sie das Haus nutzen wollen. Auch hier wird es so sein. Wir müssen konkret mit Vereinen sprechen, die sich einbringen möchten.“ Dann falle die Entscheidung, ob es ein neues Gebäude mit einem Raumkonzept geben könne oder ob doch saniert werde.

Manfred Steffens, Niebülls Beauftragter für Menschen mit Behinderungen, wies darauf hin, dass bei einer Sanierung des Gebäudes in jedem Fall auf Barrierefreiheit geachtet werden müsse.

„Sicherlich gibt es noch andere Vereine, die räumlich unterversorgt sind“, fasste Ausschussvorsitzender Holger Jessen am Ende zusammen. Diese gelte es anzusprechen. Priorität habe die Ermittlung der Förderfähigkeit und der Realisierungsfähigkeit Jessen: „Die Zeit drängt.“

 

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