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Sanierung: Niebülls Kläranlage an der Belastungsgrenze

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mit steigender Einwohnerzahl wachsen auch die Anforderungen an die Kläranlage Niebüll. Seit 2012 wird die Anlage zur Aufbereitung von Schmutzwasser daher schrittweise modernisiert. Jetzt steht der zweite von insgesamt drei Bauabschnitten an – und der ist deutlich teurer und dringender als geplant.

„Wenn die Belastung der Kläranlage noch weiter steigt, dann wird unsere Leistungsfähigkeit nicht mehr reichen“, beschrieb Betriebsleiter Daniel Johannsen im Bau- und Verkehrsausschuss mit deutlichen Worten die Situation der Anlage. Auch das mit der Modernisierung beauftragte Planerbüro Ivers aus Husum kommt zu diesem Schluss: „Besonders die Belastung durch zwei Niebüller Starkverschmutzer erzeugt regelmäßig Spitzen“, so Berater Johann Pieper. „Wir sind jetzt in Zugzwang.“ Um diese Belastung in Zukunft abzuschwächen, unterbreitete der Ingenieur den Ausschussmitgliedern zwei Vorschläge: Eine Möglichkeit sei die Vorreinigung des Schmutzwassereintrags direkt beim „Starkverschmutzer“. Die Alternative dazu sei die Verlegung einer eigenen Druckrohrleitung, die bis zu den Verursachern reicht. Bürgermeister Wilfried Bockholt und Ausschussvorsitzender Karl-Heinz Schmidt vermieden in der anschließenden Diskussion die Nennung der zwei betroffenen „Starkverschmutzer“ im Stadtbereich. Einer von ihnen ist die Firma Danisco, die im Gewerbegebiet Süd ansässig ist und Abwässer mit hohem Verschmutzungsgrad in das städtische Netz einleitet. Schnell waren sich die Ausschussmitglieder einig, dass Handlungsbedarf bestehe und der anstehende zweite Bauabschnitt um eine dieser Maßnahmen erweitert werden müsse. Bisher stand die Erneuerung unterschiedlicher Pumpanlagen und bauliche Veränderungen auf dem Klärwerksgelände auf der Agenda.

Die umfangreiche Modernisierung der Kläranlage Niebüll hat bisher rund 3,7 Millionen Euro gekostet. Teilweise finanziert die Stadt das Projekt mit Eigenmitteln in Höhe von 933  000 Euro. Die restliche Summe wird über ein Darlehen des kommunalen Investitionsfonds (KIF) gestemmt (wir berichteten). Jetzt wird der zweite Bauabschnitt teurer als geplant, wie Planer Johann Pieper vorrechnete. So sollen die Kosten für Bauabschnitt zwei jetzt bei rund 2,8 Millionen Euro liegen. „Das, was wir im Haushalt haben, reicht bei Weitem nicht aus, um das zu zahlen, was in der logischen Bauabfolge nötig wird“, sagte Bürgermeister Bockholt. Daraufhin empfahl der Ausschuss eine Nachfinanzierung und stimmte der vorgelegten Planung zu.  

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