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Nordfriesland Tageblatt

17. Dezember 2017 | 22:56 Uhr

Sammeln für ein Bürgerbegehren

vom

Jugendliche kämpfen um die halbe Stelle im Haus der Jugend und hoffen auf zahlreiche Unterstützung der Niebüller Bürger

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Niebüll | Jeder sollte sehen, was passiert, wenn das Haus der Jugend zu ist. Dann treffen sich die Jugendlichen eben woanders. In diesem Fall auf dem Rathausplatz. Dort hockten einige gestern Nachmittag auf der Rundbank, andere machten Musik - wie sonst in dem Haus in der Hans-Momsen-Straße. Zusätzlich waren die Jugendlichen unterwegs und sammelten fleißig Unterschriften für ihr Bürgerbegehren "Pro Haus der Jugend".

Sie kämpfen um den Erhalt der halben Stelle im Haus der Jugend, die bis zum 31. Juli befristet ist. Wie berichtet, hat die Niebüller Stadtvertretung in der jüngsten Sitzung über einen Antrag auf Entfristung und damit Beibehaltung der Stelle abgestimmt. Das Ergebnis mit neun Ja- und neun Gegenstimmen war ein Patt. Damit war die Entfristung abgelehnt und die Stelle läuft zum 31. Juli aus.

Verstehen können die Jugendlichen diese Entscheidung nicht und fühlen sich von der Politik überrannt. "Es wurde nicht mal mit uns diskutiert", sagt Mirko Hinrichs. Der 16-Jährige ist einer der drei Vertreter der Initiative "Pro Haus der Jugend". Kritisch fügt er an: "Die wollen Beteiligung, aber warum beteiligen sie uns nicht?"

Wenn das Haus der Jugend nur noch mit einer Stelle besetzt ist, werden die Öffnungszeiten und Angebote reduziert, befürchten die Jugendlichen. 50 Tage im Jahr werde das Haus dann geschlossen sein. Auch für die Bands, die im Haus der Jugend üben, wird es dann eng. Dabei, so Mirko Hinrichs, sei ein Musikangebot für die Bildung sehr wichtig. Zu Hause üben geht nicht, "weil wir da nicht aufdrehen können".

Für ihr Anliegen stießen die Jugendlichen bei den Passanten auf viel Verständnis. "Die meisten finden es gut, dass wir uns für die Jugendlichen einsetzen", erzählt Alexander Petkovic (17). "Man muss ihnen nur erklären, wie wichtig das ist."

Auf Verständnis stießen die Jugendlichen auch am Donnerstagabend bei einem Gespräch mit Vertretern der SPD, des SSW und den Grünen. Die CDU, die mit ihren Stimmen den Antrag auf Entfristung der Stelle abgelehnt hatte, war nicht zu dem Gespräch gebeten worden. "Wir wollten die Leute einladen, die für uns sind", erklärte Angelika Rutz (18), ebenfalls Vertreterin der Initiative. Das sollte sich aber nicht gegen die CDU richten. Vielmehr wollten sich die Jugendlichen von den Kommunalpolitikern Tipps geben lassen, was sie machen können, um die halbe Stelle zu retten.

Sie bekamen jede Menge Rückenstärkung. "Ihr solltet mit guten Argumenten für eure Sache kämpfen", meinte Holger Jessen, der für die SPD kandidiert. Dies sei das erste Bürgerbegehren in Niebüll, stellte SPD-Stadtvertreter Ralph Hoyer fest. " Und das kommt von den Jugendlichen. Ein besseres Beispiel für Beteiligung gibt es nicht."

100 Unterschriften haben die Jugendlichen bereits zusammen. Sie werden nicht nur Niebüller Bürger direkt ansprechen, sondern auch Listen auslegen: im Haus der Jugend, Papas Döner treff, Videothek in der Innenstadt, Jannys Eis, Einkaufszentrum Knudtsen, SEN (Soziale Einrichtungen Niebülls).

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