Spaß ohne Schuhe : Saisonbeginn im Barfußgarten

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Von der Zebu-Herde bis zum Armbad: Der Resthof von Familie Petersen in Neukirchen gilt immer noch als Geheimtipp.

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21. Juni 2014, 09:45 Uhr

Ein Geheim-Tipp sowohl für Einheimische wie für Urlauber ist der Bauernhof-Barfußgarten in Neukirchen (Südfrersbüll 30 a). Auf ihrem gut zehn Hektar großen Resthof haben die Eheleute Veronika (nur Susi genannt) Golomb-Petersen und Alfons Petersen nicht nur einen wunderschönen, großen Garten mit zahlreichen Pflanzenraritäten, sondern auch einen etwas anderen Kleintierpark mit Bauernhoftieren angelegt. Und als besonderen Reiz für junge und alte Besucher können die Wege zwischen den Gehegen, Volieren, Beeten und Feuchtgebieten barfuß erforscht werden. Schon am Eingang werden Besucher freudig von dem Dackel-Jack-Russel-Mischling „Hörtnicht“ begrüßt. Der macht seinem Namen alle Ehre, denn auf das Kommando seiner Herrin: „Hol das Schaf!“, rennt der Hund in eine völlig andere Richtung.

Der erste Barfuß-Weg mit einer Grasnarbe führt an den Geflügelgehegen vorbei. Alleine acht verschieden Hühnerrassen gibt es dort zu bestaunen, darunter mit den hübsch gefiederten Sebright eine der kleinsten Rassen der Welt. Auch wertvolle Chabo-Hühner und Araucana, die grüne Eier legen, sind dort zu sehen. Enten, Bronzeputen, Höcker- und Pommerngänse sowie Kaninchen fehlen auch nicht. „Leider hat der Fuchs in den letzten Tagen über 40 Tiere dahingerichtet und unseren Bestand erheblich dezimiert“, bedauern die Eheleute Petersen.

Am Ende ist ein kleiner Insektengarten und auf dem Rückweg können Kinder in einem als Sandkiste gestylten Boot buddeln und vergoldete Steine als Schätze finden. Über weichen Sand geht es an den Pferden und der Zebu-Herde mit ihren kleinen Kälber vorbei, die alle handzahm sind und gestreichelt werden können. Die Augen vom Zebu-Zuchtbullen Hannes sehen wie geschminkt aus. „Deshalb denken viele, es ist ein Mädchen“, sagt Susi Golomb-Petersen. Über einen Scherbenweg aus bunten Glassteinen landet man bei den hübschen blau-weißen Pfauen. Auf Hinweisschildern sind kleine Sprüche passend zu den jeweiligen Wegen oder Begebenheiten zu lesen, wie: „Hier wollen wir wandern von einem Stein zum andern!“

Dabei geht es über echten Strandsand mit eingebetteten Steinen oder einen zu fühlenden Steinweg, vorbei an den Marau-Hühnern, deren Eier eine dunkelbraune, sehr harte Schale haben und deshalb keine Salmonellen kriegen können, wie die Hausherrin erläutert und meint: „Zu Ostern brauchen wir keine Eier zu färben.“ Daneben singen verschiedene Vogelarten oder krächzen die Papageien ihre Sprüche. Und wenn die deutsche Papageiendame Lucie „Hallo“ ruft und ihr Artgenosse, der aus Dänemark kommt, antwortet: „Har du det godt?“ (Geht es dir gut?), gibt es sogar grenzüberschreitende Dialoge.

Über einen Fühlpfad und Schlammweg kann man balancieren – „an guten und bösen Pflanzen vorbei“, wie Susi Golomb-Petersen den Kräutergarten erläutert. Wer es wünscht, kann dort Düfte oder Geschmäcker erraten, oder im Naschgarten zur jeweiligen Reife verschiedenes Obst wie sogar Feigen, Gemüse oder auch Blüten probieren. Markant ist dabei der sich ändernde Geschmack von scharf, prickelnd oder süß wie die Zucker-Ersatzpflanze Stevia. Alte deutsche Sorten und exotische Kräuter und Pflanzen sind zu bewundern, etwa Maibeeren aus Kambodscha, Baumspinat, der zum natürlichen Schminken dienen kann, der schwarze Holunder „Black Beauty Lane“, aus dem rosafarbener Saft gewonnen wird, oder Etagen- und Luftzwiebeln.

Wer seine Blicke in die Ecken des Geländes schweifen lässt, kann verschiedenen harmonierende Dekorationen entdecken, wobei Geräusche auf versteckte Dekos hinweisen. Unterwegs trifft man die Schildkröten „Speedy“ und „Opa“ sowie schwarze Fasane. Die Naturgartenecke mit ihren vielen hübschen Wildblumen und Stauden lockt Insekten und Schmetterlinge an. „Zur Blütenreife treffen sich dort Hunderte von Faltern, ein sehr schöner Anblick“, schwärmen die Hausherren.

Der Weg mit Bäumchenstücken (Schreddergut) animiert zum geraden Gehen, „das entlastet die Wirbelsäule“, sagt Susi Golomb-Petersen. Und „überhaupt ist das Barfußgehen eine Wohltat für den ganzen Körper und fördert die Durchblutung“. Bei heißem Wetter kann zwischendurch ein Armbad genommen werden. Für wachsame Kinder gibt es eine Wunschecke, wo sie sich in Ruhe bei geschlossenen Augen etwas wünschen können. Für Abwechslung sorgt auch ein Wettrennen über einen kleinen Parcours. Wer mutig ist, geht in das sogenannte Monstergehege, legt selbst gepflückten Löwenzahn auf die Knie, der dann gleich von hungrigen Kaninchen verschlungen wird.

An den Ammenkuh-Familien vorbei geht es am Schluss zum Füßewaschen in das große Becken. Aber auch hier kann man nebenbei die Wasserschildkröten nebenan mit getrocknetem Fisch futtern. Zum Entspannen dienen eine Liegewiese oder Terrasse, wo der mitgenommene Picknickkorb in Begleitung harmonischer Tierlaute genossen werden kann. Der Bauernhof-Barfussgarten ist wirklich Natur pur, den man mit allen Sinnen genießen kann. Über 120 große Heulage- und gut 50 Strohrundballen, dazu einige Tonnen Korn und Spezialfutter verursachen eine Menge Kosten für die Betreiber. Ohne Arbeit nebenbei wäre das nicht zu finanzieren, so die Eheleute Petersen, aber sie tun es gerne, da sie sich naturverbunden fühlen und eine sinnvolle Nutzung ihres Resthofes sehen.

Für Besucher ist der Park immer an den Wochenenden und ab dem 26. Juni täglich, außer Dienstags, von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Gruppen können sich auch zu anderen Terminen unter Telefon 0174/4158838 anmelden. Weitere Infos im Internet unter www.bauernhof-barfussgarten.de
















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