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Hans-Momsen-Haus : Rundgang durch friesische Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Hans-Momsen-Haus in Dagebüll bietet Gastronomie und Geschichte / Restauriertes Gebäude im Ortsteil Fahretoft zeigte historische Räume

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2016 | 17:14 Uhr

Das Hans-Momsen-Haus auf der Gabrielswarft ist fertig. Jetzt soll es mit Leben erfüllt werden. Ein erster Schritt dazu ist das Café, das die Hans-Momsen-Gesellschaft im Rahmen ihres Projekts mit einplante und es an Elke Petersen verpachtete. Die Wirtin nennt es „Elkes Friesen-Fliesen-Café“ und hat inzwischen bereits viele Gäste willkommen geheißen und bewirtet.

Hans Werner Paulsen, seit Gründung der Gesellschaft und bis vor kurzem deren Vorsitzender sowie geistiger Vater des Projekts Hans-Momsen-Haus, stellte das fertige Werk vor. Durch die neue Haustür gelang man in den Flur. Gleich rechts befindet sich das von der Hafengesellschaft gesponserte Lützen-Zimmer, das mit seinen Bildern und der Einrichtung einer Kapitäns-Kajüte ähnelt. Nach links geht es in die gute Stube – genauer in die Dörnsch, gegenüber ihrem Urzustand durch Hinzunahme des Alkovenraums deutlich größer als bisher. An den Wänden fallen die weißblauen Kacheln auf, mit biblischen Motiven handbemalt vom Designer Georg Bohnsack – über 1000 an der Zahl, darunter auch eine Reihe großformatiger Kacheln mit maritimen Motiven rund um den „Bilegger“. An die Dörnsch schließt sich die höher gelegene Kellerstube an, von der man in die Küche gelangt, auf der einst über offenem Feuer gekocht wurde.

„Neuzeitlich“ gestaltet und amtlich überprüft sowie für 39 Besucher genehmigt ist der gastronomische Part mit einer „klein aber fein“ gestalteten Küche, zu erreichen durch die alte Haustür. Hinzu kommen noch zwei Toiletten. Eine Treppe führt zum Dachboden hinauf, auf dem Lager, Umkleideraum und Personal-Toilette Platz fanden. Von der Küche geht es in den Keller – und zwar durch eine pfiffige Kombi-Treppe, über die man nach oben ins Kellerzimmer gelangt – und wenn sie hochgeklappt ist, nach unten in den Keller. Der Brunnen (auch Sod genannt) ist erhalten geblieben. Er befand sich früher außerhalb des Hauses und kam erst durch einen an den Nordseite errichteten Anbau unter Dach. Im Sod wurde das Niederschlagswasser gesammelt. Geheizt wurde mit Torf.

Erbaut wurde das Haus 1680 von Jacob Lützen. Nachfolger im Haus waren Momme Momsen, Hans Momsen, dessen Tochter Johanna, dann Godber Petersen, Jacob Sibbersen, Abel Sibbersen, Marianne Sönnichsen sowie Peter und Christa Deter, von denen es die Hans-Momsen-Gesellschaft 2010 erwarb und damit der zehnte Bewohnerin/Besitzer des Hauses wurde.

Die „Neuzeit“ hielt Einzug mit der Elektrifizierung in der zwanziger Jahren. In den Fünfzigern, als der Hauke-Haien-Koog eingedeicht wurde, kam Drei-Harden-Wasser aus einem Wasserhahn in der Speisekammer.

Das Café im Hans-Momsen-Haus ist Sonnabend und Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet – außerdem von April bis September auch freitags von 14 bis 18 Uhr. Außer dem außergewöhnlichen Ambiente in diesem Haus können Kaffee, Butterkuchen und Torten genossen werden – und wer möchte auch Tee, Kakao sowie Schinken- und Käsebrot. Im Haus sind auch kleine Feste nach Vereinbarung mit Elke Petersen unter der Rufnummer 04667/546 möglich.

Im Hans-Momsen-Haus hat nahe jeder Stube und jede Ecke ihre Geschichte. Wer das Glück hat, Hans Werner Paulsen anzutreffen, kann sich von ihm aus der Geschichte dieses besonderen Hauses eine Menge erzählen lassen.


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