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Nordfriesland Tageblatt

21. August 2017 | 03:35 Uhr

Rund um die Uhr auf Wacht

vom

Flugabwehrraketen-Soldaten aus Husum schützen türkische Großstadt

Husum/Kahramanmaras | Drei Monate von den vieren im Einsatzland sind schon vergangen - und Roland Ebermann hat nur Gutes zu berichten. Fast nur: "Unser Radar reicht weit nach Syrien hinein und wir sehen auf den Schirmen leider deutlich, dass unser Auftrag hier sehr wohl begründet ist", so der Chef der aus Husumer Soldaten bestehenden Bravo-Staffel des deutschen Kontingents, das mit Patriot-Flugabwehrraketen die türkische Stadt Kahramanmaras im Grenzgebiet zu dem Bürgerkriegsland vor Angriffen aus der Luft schützt. Mehr will und darf er nicht sagen, aber es klingt dramatisch genug - zumal sich die Unruhen in Syrien schon länger hinziehen, als Optimisten vorhergesagt hatten.

Ansonsten seien er und die 40 Soldaten seiner Staffel bei der Ankunft Ende April positiv überrascht worden: "Gute Unterkünfte, schmackhafte Verpflegung, interessante Umgebung - alles stimmte", sagt Ebermann. Auch das Klima habe mitgespielt. "Zunächst hatten wir zwei bis drei Wochen 17 bis 18 Grad und konnten uns akklimatisieren, bevor es ab Mitte Mai heiß wurde." Jetzt herrschen Mittagstemperaturen von um die 40 Grad Celsius - und entsprechend belastet sei die Ausrüstung: "Die Kühl aggregate der Raketen-Systeme laufen am oberen Limit - aber sie sind stabil."

Die Husumer Staffel ist immer alarmbereit - 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Das Personal arbeitet in Schichten: Zwölf Stunden Dienst, dann 24 Stunden Freizeit. "Nur bei besonderen Wartungsmaßnahmen am Gerät müssen alle Techniker ran, unabhängig von den Schichten." Und drei Soldaten arbeiten in ganz normalem Tagesdienst von 7 bis 19 Uhr: Der Spieß, der Nachschub-Unteroffizier - und der Chef. "Meistens mache ich aber länger", verrät Ebermann. Als Verantwortlicher hat er alle Hände voll zu tun: Teilnahme an den regelmäßigen Lage- und anderen Besprechungen, Regelung aller Personalangelegenheiten, Besucher empfangen und natürlich die Dienstaufsicht ausüben. "Die meiste Zeit bin ich im Gefechtsstand und damit dran am Geschehen."

Natürlich lockt auch das Gastgeberland: "Es ist nur ein kurzer Fußmarsch in die Innenstadt von Kahramanmaras, wo die Leute in kleinen Gruppen das türkische Großstadt-Flair genießen oder das Einkaufszentrum besuchen können." Von der Bevölkerung seien die Luftwaffen-Angehörigen freundlich aufgenommen worden: "Wir haben keinerlei negative Erfahrungen gemacht - ganz im Gegenteil: Der örtliche Fußball-Club ist in die zweite Liga aufgestiegen und Oberst Ellermann war beim entscheidenden Spiel dabei", erzählt der Major. "Da wurde auf Deutsch begrüßt. Das sprach der Torwart fließend, denn der hatte zuvor in Aachen gespielt."

Noch bis Anfang September wird Ebermanns Staffel in der Türkei sein, bevor sie von einer anderen Kampfeinheit abgelöst wird - ebenfalls einer aus Husum. Die wird aber nicht in eine ungewisse Umgebung starten: "Wir haben hier jetzt eine wirklich gute Basis."

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erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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