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Nordfriesland Tageblatt

21. Oktober 2017 | 04:21 Uhr

Rund 600 Teilnehmer erwartet

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die 26. Auflage des Herrenkoog-Triathlons am 2. Juli ist die letzte Veranstaltung dieser Art / Am Start ist auch der fünfmalige Ostseeman-Gewinner

von
erstellt am 22.Jun.2016 | 11:49 Uhr

Einmal findet er noch statt. Dann ist Schluss. Und dann ist der in der Bundesrepublik wohl kultigste Ironman, ein Mehrkampf mit Schwimmen, Radfahren und Laufen, Vergangenheit. Die 26. Auflage des Herrenkoog-Triathlons am 2. Juli ist die letzte. An seine Stelle tritt künftig das „Ambossrennen“ im Oktober.

Auf dem Brodersen-Hof im Herrenkoog geht es noch einmal zur Sache – mit der Mitteldistanz (ab 10 Uhr 2 Kilometer Schwimmen, 83 Kilometer Radfahren, 20 Kilometer Laufen), dem Triathlon für Kinder (ab 11 Uhr 100 Meter/5000 Meter/1000 Meter) und dem Jedermann-Triathlon (ab 12 Uhr 0,5 Kilometer/24 Kilometer/5 Kilometer). Junioren und Senioren starten in 13 Altersklassen. Neben Einzelstartern können auch Staffeln und Firmenmannschaften antreten. Nähere Einzelheiten über diesen Mehrkampf können dem 26-seitigen Heft mit der Ausschreibung entnommen werden.

Veranstalterin des Triathlons ist die Norderland-Sport-GmbH, bei der die Helfer dieser Großveranstaltung als Angestellte in „Lohn & Brot“ stehen. Gastgeber des sportlich und gesellschaftlichen Events sind die Eheleute Dr. Peter Brodersen und Ehefrau Olga, Leiter und Moderator der Veranstaltung Bernhard Vogel.

Am Start zum letzten Triathlon im Koog werden (Stand heute) etwa 600 Teilnehmer erwartet – bei der abendlichen Sportlerparty eine Vielzahl davon. Es gab bei den bisherigen Sportlerpartys auf dem dem Brodersen-Hof schon mal an die 3000 Gäste. Anziehungskraft für das sportlich-gesellschaftliche Event ist das besondere Flair. Bundesweit dürfte es kaum einen anderen vergleichbaren Veranstaltungsort wie diesen geben – ein bäuerliches Anwesen, auf dem ein hochkarätiger sportlicher Wettkampf stattfindet.

Der zum Kult mutierte Herrenkoog-Triathlon verdankt seine Entstehung einer Idee im im Bredstedter Schwimmbad – genauer gesagt einer Schnapsidee. 19 Fuß-, Hand- und Volleyballer taten sich damals zusammen, um einander im Schwimmen, Radfahren und Laufen zu messen. Das war 1990. Aus anfänglichem Spaß wuchs die Idee heran. Der 2. Wettkampf trug bereits Züge einer Fortsetzung – und die folgenden Wettkämpfe die einer Institution, die Triathleten aus ganz Norddeutschland und Dänemark anlockten. Das ganz besondere Flair des Events lockte darüber hinaus Menschen aus der Region in den Herrenkoog. Man sah und wollte auch gesehen werden.

Doch irgendwann waren Belastung und Mühen für diese Großveranstaltung nicht mehr ohne weiteres zu schultern. Zudem entwickelte sich nach und nach ein Boom für „große und kleine Eisenmänner“. Der triathletische Sport hatte seine Besonderheit eingebüßt. „Im Herrenkoog hatten wir angesichts der Mühen vorab auch die Schnauze voll“, ließ Bernhard Vogel in ähnlicher Formulierung anklingen.

So ganz wollte man die Serie attraktiver Sportveranstaltungen nicht einstellen. Schnell wurde mit dem „Ambossrennen“ ein Ersatz gefunden. Dabei wird es vorerst bleiben, zumal man mit diesem sportlichen Kraftakt auch in Nordfriesland bleibt. Der urfriesische Touch wird am Parcours deutlich. Seine Hindernisse deuten auf historische (Natur)-Ereignisse, Namen und Begebenheiten hin. Rund um das TSV-Stadion sind bei diesem kraftaufwändigen Wettkampf virtuelle Hammerschläge zu vernehmen. Am Schauplatz stellt sich auch der eine oder andere interessierte Kiebitz ein – darunter etwa der Weltenbummler aus dem Extremsport Wolfgang Kulow (66) aus Lensahn, der den Fehmarn-Belt 20 Kilometer tauchend und gezogen von einem Torpedo unterqueren will und seine Erlebnisse auf den Yukon (Alaska) niedergeschrieben hat. Beim letzten Triathlon im Herrenkoog wird übrigens Christian Nitschke, fünfmaligen Gewinner des „Ostseeman“, starten.

Es bleibt die Feststellung, dass der Sport in Nordfriesland zuweilen auch mal Schlagzeilen schreibt wie durch die Fußballprofis Erwin Scheffler und Bodo Schmidt oder den Leichtathletik-Studentenweltmeister über 400 Meter Ingo Röper. Es bleibt aber auch die Frage, ob der Herrenkoog-Triathon nicht doch noch einen Nachfolger findet. Man wird sehen.

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