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Nordfriesland Tageblatt

20. Oktober 2017 | 11:39 Uhr

Ruhiger Jahreswechsel in Südtondern

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Polizei ist zufrieden und verzeichnete lediglich kleinere Einsätze / Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt hielten die Feiernden in ihren Häusern

von
erstellt am 01.Jan.2016 | 19:14 Uhr

Auf den allerersten Blick erlebten die Bürger zwischen Küste und Geest einen ruhigen Jahreswechsel. „Es war nicht allzu viel los“, hieß es auf Anfrage bei der Einsatzleitstelle der Polizei in Harrislee. Zwar hatten die Beamten in den frühen Abendstunden temporär gut zu tun. Doch es seien nur die üblichen kleinen „Fälle“ gewesen, wie sie jedes Jahr vorkommen.

Auch das Silvester-Feuerwerk war nicht mehr das, was es in „starken Jahren“ war. Es wurde weniger geballert. Nur vereinzelt leuchtete es aus der einen oder anderen Nachbarschaft auf. Man verzog sich lieber in die warme Stube, zumal das Thermometer sich um etliche Grade dem Nullpunkt genähert hatte. Hingegen scherten sich die Rummelpottläufer keinen Deut um das nordfriesische Schietwetter. In kleinen und großen Gruppen waren sie wieder geschminkt und verkleidet unterwegs und sangen ihre Heischelieder – in der Erwartung reicher Beute in Form von Naschkram.

Der erste Erdenbürger des neuen Jahres hat es nicht so eilig. Den glänzenden Jahresabschluss setzte hingegen die Geburt der kleinen Ronja aus Stedesand. Sie kam am 31. Dezember 2015 um 7.45 Uhr mit Hilfe des Niebüller Arztes Michael Friemel in der Klinik durch Kaiserschnitt zur Welt. Ihre Mama Rabea und Papa Thorsten Pirschler freuen sich über ein besonders hübsches Töchterchen. Die Kleine war das 239. Kind, das 2015 auf Station 4 des Klinikums Niebüll geboren wurde. Insgesamt hielt sich die Geburtenzahl auf etwa dem gleichen Level wie 2014 mit 251 Babys, berichtete Hebamme Melanie Voß-Runkel, die sich den Dienst über den Jahreswechsel mit ihrer Kollegin Stefanie Hansen teilte. Laut Geburtenbuch standen Namen wie Paul und Sophie auf der Skala besonders häufiger Namen weit oben.

Wie zu erwarten war, blieb der Dezember ein „grüner“ Monat. Statt Schnee und Eis gab es Regen satt. Die Niederschlagsmenge mit etwa 105 Millimetern lag deutlich über dem 20-jährigen Mittel von 88,1 Millimetern. Das führte bei starkem Westwind zu einer erheblichen Belastung der Wasserläufe und Speicherbecken sowie Schöpfwerke. Bis Silvester normalisierte sich die Lage allerdings.

Im Verkehr zwischen Niebüll und den nordfriesischen Inseln steht eine Änderung bevor. So bekommt die DB AutoZug GmbH im eben begonnenen neuen Fahrplanjahr Konkurrenz durch die „RDC Deutschland GmbH“, eine Tochter der US-amerikanischen „Railroad Development Corporation“. Soweit bekannt, will die RDC mit Sitz in Niebüll wöchentlich 98 Mal Autozüge nach und von Sylt verkehren lassen. 2017 kommen sechs weitere Fahrten hinzu, sodass dann täglich acht Verbindungen verkehren werden. Über dieses neue Verkehrsangebot ist bereits umfangreich berichtet worden – desgleichen über die Befürchtungen der Niebüller in ihrer „Oststadt“, die künftig noch mehr Schranken-Schließzeiten in der Gather Landstraße in Kaufnehmen müssen.

Nach Föhr und Amrum lief es über die Hauptverkehrstage zum Jahreswechsel zwar gewohnt lebhaft, jedoch reibungslos. Einziger Störfaktor waren die zeitweise ablandigen Winde mit daraus resultierenden zu niedrigen Wasserständen für den Fährverkehr. Die Gemeinde Dagebüll hat im Laufe des letzten Jahrzehnts eine enorme Entwicklung genommen. Diese begann mit der Lösung des Parkproblems, das durch den Inselparkplatz gelöst wurde. Der Verkehr von und zum Hafen wurde durch die Umgehung „Hafenstraße“ entlastet. Der Ortsteil Dagebüll-Hafen erhielt durch die Ferienhaussiedlungen (50 Häuser auf der Süd-, weitere 30 im Bau auf der Nordseite der Nordseestraße) ein völlig neues Gesicht. Die Verlagerung des Schöpfwerks vom Bade- an den Haffdeich wertet den Fremdenverkehr auf und ist gleichzeitig Auftakt zur Deicherhöhung im Rahmen des Generalplans Küstenschütz. Im Juliane-Marien-koog ist ein Bürgerwindpark im Entstehen begriffen. Die drei örtlichen Feuerwehren haben sich zu einer Gemeindewehr vereinigt. Auch der Hafen hat ein neues Gesicht bekommen, zu sehen am „Tor zu den Inseln“ und dem Seiteneinstieg zu den Fähren an Anleger Nummer 3. Und: Das zurzeit kleinste Hotel an der schleswig-holsteinischen Westküste ist bis Anfang Februar ausgebucht. Es ist das Dagebüller Leuchtturmhotel – mit allerdings nur zwei Betten.

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