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Ruhig und meditativ: „Leise Zeit“-Tour für die Seele

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

von
erstellt am 21.Dez.2015 | 00:34 Uhr

Fjarill am Sonnabend im ausverkauften Charlottenhof: Das passt zu Weihnachten, schnell waren die Karten vergriffen. Die Stimmen und die Musik der Violinistin Hanmari Spiegel (Südafrika) und Aino Löwenmark (Schweden), Pianistin und Sängerin, gehen direkt unter die Haut und dann in die Seele. Diese beiden Sängerinnen verzaubern das Publikum auf besondere Weise. Verzauberung bedeutet Verzückung, Innehalten, Vergessen, Besinnung. Die Musik mit dem ungewöhnlich ergreifenden Sound vermittelt Kontemplation. Die Musik von Fjarill in drei Worten? Tiefgründig, fröhlich-melancholisch und lebendig.

Die beiden Frauen stimmten im Charlottenhof ihre Zuhörer mit ihrer „Leise Zeit“-Tour auf die Weihnachtszeit ein. Es ging dabei um Ruhe, sphärische Klänge und den Blick nach innen. „Das Wesen ist an und es spürt sich selbst“, wie Aino Löwenmark die innere Wahrnehmung beschreibt. So war dieses Konzert auch anders als im letzten Jahr: eher ruhig, eher meditativ. Mit schwedischen Weihnachtsliedern wurde die Sehnsucht nach dem Schnee besungen, das Publikum schwebte bereits auf der Gefühlswolke davon. Bei „Komm nach Hause“ wurde die Geige zum wundersamen Erzählinstrument, gern folgten die Zuschauer den elegischen Improvisationen. Man ließ sich ein in den Trost und die wärmenden Gedanken.

Mit „Varas“ hat Fjarill einem Lied einen Fantasienamen gegeben. Er steht für etwas oder jemanden, in den man sich ganz fallen lassen kann. Vielleicht ist es aber auch ein Kind, das geliebt werden will. Träumerische, dahinfließende Linien, viele wohlklingende Elemente.

In der Konzertpause mundeten die köstlichen Waffeln; die Besucher genossen Apfelpunsch und die heimelige Atmosphäre im Charlottenhof. Die Zuschauer stellten in der Pause aber auch fest, dass in diesem Jahr wieder einmal alles anders ist: Fjarill verändert sich eben ständig. „Musikalisch großes Kino“, meinte Boy Oldigs, Gitarrist der Gruppe Inbetween. Tatsächlich sind die beiden Musikerinnen klar und geerdet, bieten aber stets ein opulentes Gefühlserlebnis. „Ich bin totaler Fan“, gestand Mark Weinhonig. „Ich höre die Musik im Auto, am liebsten mit offenem Verdeck im Sommer.“

Immer wieder wurden die Zuschauer mit einbezogen: Kennt ihr die schwedischen Weihnachtskuchen? Oder: Was kann ein Seepferdchen alles machen? „Singen, tanzen, lieben“ tönte es aus den Reihen. Das passt zum Credo des Duos: „Wir wollen mit unserer Musik vor allem Menschen berühren, sie glücklich machen. Wir sind der Meinung: Wer etwas Positives in die Welt setzt, kann auch anderswo Positives bewirken.“ Genau dieses Gefühl übertrug sich auf die Zuschauer.

Mit längerem, intensivem Wechselspiel zwischen Flügel und Geige sowie eindringlichen, changierenden Gesangsvariationen ging es weiter durch den Abend, ganz nach der Devise: „Wir sind sehr frei im Rhythmus und lassen die Musik fließen.“

Nach einem wunderschönen Sandkorn-Schlaflied wurde dann wie im Vorjahr der Frieden gemeinsam mit dem Publikum herbeigesungen; Ukuthula preist in drei Sprachen (Schwedisch, Afrikaans und Xhosa) den Frieden, zu dem auch die Freiheit gehört, wie Aino Löwenmark anmerkte. Viel Beifall am Ende eines außergewöhnlichen Abends, der so richtig auf die Feiertage einstimmte.

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