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Bestleistung : Roter Hahn geht nach Klixbüll-Bosbüll

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Feuerwehr Klixbüll-Bosbüll bewährt sich beim Leistungstest und erhält als erste Wehr des Amtes Südtondern den Roten Hahn, Stufe 5

Am vergangenen Wochenende erlebte die Freiwillige Feuerwehr Klixbüll-Bosbüll ihren „großen Tag“, denn sie bestand – nach intensivem und ausdauerndem Üben – als erste Wehr im Amte Südtondern und (nach der Freiwilligen Feuerwehr Tating) zweite Wehr im Kreis Nordfriesland die höchste Stufe der freiwilligen Leistungsbewertung „Roter Hahn, Stufe 5“. Der Nachweis ihres hervorragenden Ausbildungsstandes nahm – inklusive einer mittäglichen Stärkung - insgesamt rund sechs Stunden in Anspruch.

Der Bewertungskommission, bestehend aus fünf Mitgliedern, die aus verschiedensten Teilen des Landes Schleswig-Holstein angereist waren, stand Christoph Kabon vor. Er gehört der Feuerwehr Freienwill (Amt Hürup im Kreis Schleswig-Flensburg) an. Gemeindewehrführer Peter Andresen meldete ihm, 27 der 33 Aktiven seiner Wehr seien angetreten, dazu die Ehrenabteilung sowie die örtliche Jugendfeuerwehr.

Die Kommissions-Mitglieder überprüften zunächst den Zustand der Uniformen der Feuerwehrkameraden, wenig später auch deren Einsatzkleidung. Einem Marsch im Gleichschritt um ein Karree folgte die gründliche Inspektion des Gerätehauses und sämtlichen Löschgerätes einschließlich der Fahrzeuge und deren Beladung. Räumlich getrennt, wurden derweil den Führungskräften und der Gruppe der Maschinisten je 20 fachspezifische Fragen gestellt. Auch galt es für ausgewählte Kameraden nachzuweisen, dass sie die Ausführung wichtige Knoten und Stiche beherrschen: zum Beispiel den „Achterknoten“, „Mastwurf“ und „Zimmermann-Stich“.

Als amtierender Sicherheitsbeauftragter hielt Rolf Jensen in souveräner Manier einen Vortrag über seine Aufgaben. Infolge eines eingegangenen Alarmsignals brach die Wehr in Richtung Braderup auf, um auf dem Gelände eines nahe der B 5 gelegenen Bauernhofes technische Hilfe zu leisten. Dort angekommen, hatte sie sich zunächst einmal selbst zu helfen, da das ältere der beiden Löschfahrzeuge, ein über 40 Jahre alter, etwa zwölf Tonnen schwerer Wagen, auf dem Auffahrtsweg mit dem rechten Vorderrad auf den vom Regen durchtränken Randstreifen geraten und eingesackt war. Die Wehr löste das Problem mit Einsatz eines zum Hof gehörigen Treckers erstaunlich zügig und stellte damit unter Beweis, auch bei völlig unvorhergesehenen, niemals geprobten Schadenssituationen die Ruhe zu bewahren und richtig zu handeln. Engagiert, aber nicht überhastet, meisterten die Kameraden sodann die Rettung einer auf einer Trage liegenden „verletzten Person“ durch Abseilen vom Boden des Hauses mit Hilfe eines Leiterhebels. Auch die Selbstrettung der Helfer per Seil klappte problemlos, wenngleich nicht nach der neuesten Technik. Anschließend galt es, durch Einsatz einer Rettungsschere und eines Spreizers eine Person aus einem Personenwagen zu befreien und gleichzeitig durch Wasser und Schaum eine doppelte Brandsicherung zu gewährleisten. Das Zersägen eines umgefallenen Baumes per Motorsäge rundete den Einsatz ab. Unmittelbar danach ging ein Notruf ein, in Bosbüll brenne eine Werkstatt, in der sich noch zwei Personen befänden. Schnell rückte die Wehr aus. Am Ziel angekommen, drangen Atemschutzgeräteträger in das völlig verqualmte Gebäude ein, nachdem die übrigen Kameraden eine auf mehrere Strahlrohre verteilte Wasserversorgung aufgebaut hatten. Es gelang den Einsatzkräften, nacheinander beide bislang vermissten Personen unverletzt zu bergen und an einem sicheren Ort abzulegen. Nachdem die Bewertungskommission ihre während der Einsätze aufgezeichneten Notizen ausführlich ausgewertet hatte, traten die Aktiven vor dem Gerätehaus an, um ihr „Urteil“ entgegenzunehmen. Am Ende seiner Manöverkritik gratulierte Christoph Kabon der Wehr für das „Bestehen der Aufgaben mit gutem Ergebnis und überreichte dem Gemeindewehrführer die Urkunde, die den Erwerb des „Roten Hahns, Stufe 5“ dokumentiert.

Mit dem 5. Stern für das Aushängeschild am Gerätehaus wartete der stellvertretende Kreiswehrführer des Kreises Nordfriesland auf. Zu den ersten Gratulanten zählten die Bürgermeister Werner Schweizer (Klixbüll) und Ingo Böhm (Bosbüll), die der Wehr für ihren couragierten Einsatz dankten.

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