Feuerwehr Aventoft : Rosenkranzer Ortswehr löst sich auf

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Wolfgang Clasen (li.) heftete das Feuerwehrehrenkreuz an die Uniformjacke von Klaus Geiger.
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Der stellvertretende Kreisbrandmeister Wolfgang Clasen (li.) heftete das Feuerwehrehrenkreuz an die Uniformjacke von Klaus Geiger.

Ortsfeuerwehr Rosenkranz kann aufgrund von Personalproblemen nicht mehr als eigenständige Wehr fortbestehen-Ehrenkreuz für Klaus Geiger.

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02. Dezember 2017, 18:58 Uhr

Aventoft | Zum ersten Mal in ihrer 92-jährigen Geschichte hielt die Freiwillige Feuerwehr Aventoft ihre Jahresversammlung im Landgasthof Fegetasch im Nachbarort Neukirchen ab – und es war die letzte Zusammenkunft als Ortsfeuerwehr. Denn ab sofort gibt es nur noch die Gemeindefeuerwehr, da die bisherige Ortsfeuerwehr Rosenkranz wegen Personalproblemen nicht mehr als eigenständige Wehr fortbestehen kann. Deren Wehrführer Klaus Geiger, der am selben Abend mit dem Feuerwehrehrenkreuz ausgezeichnet wurde, hatte diesen Schritt schon vor einem Jahr angekündig. Seit 2017 wurde schon nach einem gemeinsamen Dienstplan zusammengearbeitet.

1923 war die Rosenkranzer Ortswehr gegründet worden und in den letzten Jahren immer am Rande der Personal-Existenz gewesen, so Klaus Geiger, der betonte „natürlich nicht so gerne hier zu stehen, um die Auflösung unserer Wehr zu verkünden“ und weiter: „94 Jahre haben wir geschafft und damit leider kein Jubiläum, aber vielleicht können wir dann 2023 100 Jahre Feuerwehr in Rosenkranz feiern!“

Die derzeit sieben Aktiven zuzüglich einem Reservisten treten gemeinsam mit den Ehrenmitgliedern in die Aventofter Wehr über. Die Worte des scheidenden Ortswehrführers wurden mit lang anhaltendem Beifall bedacht. Neben Bürgermeisterin Christine Harksen waren noch der stellvertretende Kreisbrandmeister Wolfgang Clasen, der stellvertretende Amtswehrführer Andreas Schley, Humptrups Jugendfeuerwehrwart Heiko Skorloff, die Nachbarwehrführer aus Neukirchen, Rodenäs, Emmelsbüll und Horsbüll sowie Ehrenamtswehrführer Anton Christiansen zu diesem historischen Feuerwehr-Akt gekommen.

Uwe Ingwersen zollte den Rosenkranzer Kameraden hohen Respekt für ihre Entscheidung und freut sich auf eine weitere Zusammenarbeit mit der „tollen Truppe“. In die gleiche Kerbe schlug die Bürgermeisterin, die begeistert ist, dass die Rosenkranzer Kameraden nicht ausgetreten sind, sondern in Aventoft weiter machen. Zur Finanzierung des gemeinsamen Versammlungsabends stellte die Gemeinde 1 000 Euro zur Verfügung. Wolfgang Clasen sprach mit Hochachtung von der Zusammenlegung. Weiter berichtete er über Neuigkeiten vom Kreisfeuerwehrverband, insbesondere zum Probelauf des neuen Digital-Funksystems und teilte mit, dass am 21. April in Nordfriesland der neue Landesbrandmeister für Schleswig-Holstein gewählt wird.

Aber auch eine Tagesordnung musste nach dem obligatorischen Rouladenessen noch abgearbeitet werden. So berichtete Uwe Ingwersen von sechs Einsätzen und Hilfeleistungen im abgelaufenen Jahr. Neben zahlreichen Speziallehrgängen der Kameraden und den üblichen Übungen und Diensten fand auf dem Aventofter Segelflugplatz eine groß angelegte Alarmübung der Aventofter und Rosenkranzer mit der Nachbarwehr aus dem dänischen Tondern statt. Viel hinzugelernt haben die Atemschutzgeräteträger auch aus den Nachbarwehren bei einer Wochenend-Weiterbildung durch die Kameraden aus Karlsruhe-Neureut in Aventoft. Sehr gut angekommen war die Fahrradtour mit anschließendem Oktoberfest im Feuerwehrhaus. Die Wehr verfügt derzeit über zehn einsatzfähige Atemschutzgeräteträger, so Fachwart Kai Sönnichsen.

Einige Hydranten sind durch den Schwerlastverkehr im Ort in Mitleidenschaft gezogen worden, was an „Drei Harden“ gemeldet wurde, so Olaf Ingwersen als kommissarischer Hydrantenwart. Funkwart Dennis Westermann-Andresen berichtete von den Übungen mit den neuen Digital-Funksprechgeräten. Bei Übungen und Einsätzen ist die persönliche Schutzausrüstung vollständig zu tragen, mahnte der Sicherheitsbeauftragte Stefan Christiansen, der von einem unfallfreien Jahr sprach. Von den augenblicklich 22 Mitgliedern in der Jugendfeuerwehr Humptrup kommen drei aus Aventoft, so Heiko Skorloff. Nach Absolvierung des Probejahres wurde Dirk Schuchardt einstimmig als Feuerwehrmann übernommen und erhielt als erster Anwärter in Aventoft die Schulterstücke von einem stellvertretenden Kreisbrandmeister angeheftet.

Die Wehr konnte eine elektrische Tauchpumpe im Wert von 1 500 Euro anschaffen. Wehrführer Ingwersen dankte der Gemeinde, die stets ein „offenes Ohr“ für die Feuerwehr hat ebenso wie den Nachbarwehren und dem Kreisfeuerwehrverband für die gute Zusammenarbeit. Vor der Fusion gehören der Aventofter Ortswehr 26 Aktive Kameraden, fünf Ehrenmitglieder und 100 Passive an. Im Januar findet die konstituierende Sitzung der Gemeindefeuerwehr Aventoft statt, mit einem „Wahl-Marathon“, so Uwe Ingwersen.

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