Jubiläumskonzert der Musikfreunde Leck : Romantische Meisterstücke brillant dargeboten

Virtuose am Klavier: Vesselin Stanev.
Virtuose am Klavier: Vesselin Stanev.

Das begeisterte Publikum forderte mehrere Zugaben.

shz.de von
09. September 2018, 15:22 Uhr

Das Konzert zum 25-jährigen Bestehen bescherte dem Verein Musikfreunde Leck und Umgebung ein volles (Rat-)Haus und ein wundervolles Konzert mit dem Meisterpianisten und Ehrenmitglied Vesselin Stanev.

Der Klaviervirtuose war schon 1993 dabei, er ist eine Entdeckung von Gründungsmitglied Dr. Burkhard Forbrich. „Ich spiele sehr gern romantische Musik“, sagte der zurückhaltene Bulgare, „Sie ist mir sehr nah.“ Und so hatte er Werke von Cesar Franck, Claude Debussy und Frederic Chopin ausgesucht.

Wichtig ist ihm, das Wesentliche des Werkes an die Zuhörer weiterzugeben; sein Blick geht nach innen, sucht nach dem wahren Gehalt der Kompositionen. Der Auftakt galt César Franck (1822-1890), sein spätes, altmeisterlich verklärtes Klavierwerk besteht aus Präludium, Choral und Fuge und geht auf Bachs Orgel-Präludien und -fugen zurück. Durch die thematische Vereinheitlichung aller drei Sätze erhält seine Komposition romantischen Charakter; drei scheinbar kontrastierende, tatsächlich aber thematisch zusammengehörende Sätze. Für Claude Debussy war das „wahre Musik. Debussy selbst komponierte seine Préludes pour piano als eine Abfolge von zwölf kürzeren Stücken, die sich immer wieder mit Naturerscheinungen auseinandersetzen. „Er malt am Flügel wunderbare Bilder“, sagt Constance Vogel vom Musikverein. „Er hält die Spannung hoch, bis das Bild fertig ist.“ Da erspürt der Zuhörer die Fußstapfen im Schnee, hört den Westwind heftig wehen.

Debussy ließ sich von einem Gedicht über ein im Klee sitzendes Mädchen mit dem flachsblonden Haar zu einem Musikstück in reinem Ges-Dur anregen. Diese Tonart wurde von Debussy immer dann verwendet, wenn er Wärme und Harmonie vermitteln wollte. Thematisch geprägt wird das Prélude von einer für Debussy typischen melodischen Gestalt, einer pendelnden, zwei Takte lang hin- und herschwingenden Melodie, die im dritten und vierten Takt sanft ausläuft und dann zur Ruhe kommt.

Der Pianist spielt technisch brillant, hochkonzentriert, ohne Affekt. Ein Genuss, den manche Zuhörer mit geschlossenen Augen in sich aufnehmen.

Die variantenreichen 24 Préludes op. 28 von Frederic Chopin, die nach der Pause erklangen, gelten als Höhepunkt seines Schaffens. Eine fantastische Bandbreite der Stimmungen von dunkler Melancholie, poetischer Melodieseligkeit und kraftvoll aufflammender Leidenschaft; eingefangen in einfachen Stücken bis zu hochvirtuosen Kompositionen. Das Publikum war begeistert und entließ den Meister erst nach zwei Zugaben.

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