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Nordfriesland Tageblatt

18. Oktober 2017 | 04:23 Uhr

Rohnetzerneuerung bleibt Daueraufgabe

vom

Jährlich werden vom "Zweckverband Drei Harden" bis zu zwölf Kilometer alter Leitungen durch neue ersetzt

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Niebüll | Für sieben Mitglieder endete nach der Kommunalwahl die Zugehörigkeit zur Verbandsversammlung von "Drei Harden". Sie wurden mit einem Dank und der Überreichung von Präsenten verabschiedet und durch neue Mandatsträger aus den 26 verbandsangehörigen Gemeinden ersetzt. Doch an der Spitze des "Zweckverbandes Wasserversorgung Drei Harden" änderte sich nichts.

Der Verbandsvorsteher, Risum-Lindholms Bürgermeister Hauke Christiansen, und seine beiden Stellvertreter, die Bürgermeister Wilfried Bockholt (Niebüll) und Rüdiger Skule Langbehn (Leck), wurden einstimmig wiedergewählt und in ihrer Eigenschaft als Ehrenbeamte vereidigt.

Dem Hauptausschuss gehören außer der dreiköpfigen Führungsspitze die Bürgermeister Peter Max Hansen (Westre), Dirk Enewaldsen (Tinningstedt), Hans Jürgen Ingwersen (Dagebüll) und Christian Nissen (F.-W.-Lübke-Koog) an. In den Finanzausschuss wurden die Bürgermeister Norbert Rühmann (Galmsbüll) und Carsten-Peter Thomsen (Enge-Sande) sowie Bürgervorsteher Uwe Christiansen (Niebüll) berufen.

Aus der Verbandsversammlung schieden aus: Harro Hansen (Süderlügum), Karl Hansen und Günther Carstensen (beide Emmelsbüll-Horsbüll), Andreas Heinsen (Humptrup), Dieter Lorenzen (Süderlügum), Fiete Nissen (Langeneß), Christian Steensen (Stedesand) und Peter Friedrich Carstensen (Klixbüll).

Wegen der vielen neuen Gesichter in der "Legislative" von Drei Harden erläuterte deren Geschäftsführer Heiko Thede eine Reihe wissenswerter Details über den 1955 im Rahmen des Programm Nord gegründeten Wasserversorger für den damaligen Kreis Südtondern. Erster Verbandsvorsteher war der Neukirchener Andreas Hansen. Nach dem Bau des Wasserwerks und der Verlegung von zunächst 400 Kilometern Wasserleitung floss 1957 das erste "Drei-Harden-Wasser" aus dem Hahn. Einige Gemeinden wie Achtrup, Stadum, Ladelund und Sprakebüll blieben außen vor, 25 Gemeinden und die Stadt Niebüll wurden Verbandsmitglieder, darunter Langeneß mit der Nachbar-Hallig Oland.

Aus dem "Wasserbeschaffungsverband" wurde der "Zweckverband", zu dessen Aufgabenbereich jetzt auch die Schmutzwasserentsorgung gehört. Mittlerweile entschlossen sich acht Gemeinden zu diesem Service. Mit zwei weiteren Gemeinden steht mit Drei Harden in Verhandlungen.

Nach und nach wurde auch das Karlumer Wasserwerk erweitert. Das Werk fördert zu 100 Prozent Grundwasser aus Tiefen bis zu 120 Metern. Nach "Reinigung und Belüftung" im Werk liefert Drei Harden Trinkwasser von höchster Qualität, das in über 830 Kilometer Haupt- und 450 Kilometer Hausanschlussleitungen in die 12 700 Haushalte und zu den landwirtschaftlichen Abnehmern fließt. Alljährlich fördert Drei Harden aus seinen 14 Brunnen drei Millionen Kubikmeter Wasser. Davon werden 2,85 Millionen verkauft.

Der Zweckverband beschäftigt zurzeit 34 Mitarbeiter in Verwaltung und Betrieb, die 24 Stunden am Tag erreichbar sind. Gegenwärtig wartet der Wasserversorgung auf den Erlass einer neuen Wasserschutzgebiets-Verordnung, nach der es dem Vernehmen nach die eine oder andere Einschränkung für landwirtschaftliche Betriebe geben soll, was den Eintrag von Chemie in den Boden angeht. Gleichermaßen jedoch sollen betroffene Landwirte für eventuelle Einbußen entschädigt werden.

Auf den verbandseigenen Liegenschaften zeichnen sich Änderungen ab. So wird sich die Natur mit ihrem Baumbestand auf dem Areal des Wasserwerks verändern. Außerdem sind Überlegungen über eine Verlegung des Drei-Harden-Betriebshofes von der Gotteskoogstraße ins Gewerbegebiet Ost im Gange. In der "Unterwelt" Drei Hardens läuft die Daueraufgabe "Erneuerung des Rohrnetzes" weiter, bei der jährlich bis zu zwölf Kilometer alter Leitungen durch neue ersetzt werden. Alles in allem muss Drei Harden über kurz oder lang viel Geld in die Hand nehmen - und abwägen, woher es kommen soll: etwa aus zinsgünstigen Krediten oder aus einer Anhebung des Wassergeldes, mit dem Drei Harden immer noch in der Spitzengruppe der preisgünstigen Wasserversorger liegt.

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