Rodenäs schreibt rote Zahlen

Bürgermeister Jörg Nissen überreicht die Ernennungsurkunde an den neuen stellvertretenden Wehrführer Mathias Steensen.
Bürgermeister Jörg Nissen überreicht die Ernennungsurkunde an den neuen stellvertretenden Wehrführer Mathias Steensen.

Jahresabschluss 2017 weist ein Minus von 93 400 Euro auf / Bilanz der vergangenen fünf Jahre fällt positiv aus

shz.de von
23. April 2018, 06:24 Uhr

Statt des geplanten Überschusses von 13 700 Euro weist der Jahresabschluss 2017 der Gemeinde Rodenäs einen Fehlbetrag von gut 93 400 Euro auf. Das erklärte Verwaltungsfachwirt Sven Mathiesen vom Amt Südtondern bei der Vorstellung des Zahlenwerks auf der Gemeindevertretersitzung im Café Zollhaus. Tatsächlich ist das Ergebnis noch um weitere 40 000 Euro schlechter ausgefallen, da in der gleichen Höhe eine Finanzausgleichsrückstellung aufgelöst worden ist.

Zurückzuführen ist das Minus auf einen enormen Einbruch bei den Gewerbesteuereinnahmen mit einer Minderung von knapp 202 000 Euro. Das hat auch zur Folge, dass sich bei den liquiden Mitteln zum Jahresende ein Minus von rund 48 500 Euro ergeben hat.


Trotz Minus: Rodenäs ist schuldenfrei

Darüber hinaus ist die Gemeinde, abgesehen von einer Kredit-Beteiligung am Rickelsbüller Hof von knapp 8900 Euro, aber schuldenfrei. Bei einer auf knapp 740 000 Euro gesunkenen Bilanzsumme hat sich auch das Anlagevermögen auf 730 000 Euro vermindert. Das Eigenkapital beträgt rund 354 000 Euro. „Insgesamt kein erfreulicher Jahresabschluss, aber in den nächsten Jahren sieht es wieder besser aus“, lautete das Fazit von Sven Mathiesen. Der Jahresabschluss wie auch die Haushaltsüberschreitungen 2017 von 39 920 Euro, die überwiegend für Feuerwehr, Schulen, Schwarzdecken-Unterhaltung und Abrechnung des Friedhofsdefizits entstanden waren, wurden einstimmig genehmigt.

Drohne für Schutz von Rehkitzen

Einen breiteren Diskussionsraum nahm die Beratung über die Anschaffung einer Drohne, eines sogenannten Hexacopters mit Restlicht- und Wärmebildkamera, ein. Dies ist ein professionelles Fluggerät, das noch ohne entsprechenden Führerschein geflogen werden darf und rund 4300 Euro kostet. Träger soll der gemeinnützige Heimatverein werden, der auch schon Spenden von 1600 Euro eingeworben hat. Die Drohne, für die eine Haftpflichtversicherung erforderlich wird, soll insbesondere für die Rehkitz-Rettung vor dem Mähen der landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt werden.

Sie kann bis zu einer Windgeschwindigkeit von maximal fünf auf der Beaufort-Skala fliegen und soll früh morgens vor dem Mähen eingesetzt werden, um die Kitze aus den Mähflächen zu schaffen. Aber auch für die Feuerwehr kann sie von Nutzen sein, zum Beispiel für die Menschenrettung oder beim Aufspüren von Brandnestern. Deshalb beschloss die Gemeindevertretung bei zwei Enthaltungen der örtlichen Feuerwehr einen Zuschuss von 1000 Euro für die Beteiligung an der Drohne zu gewähren. Für die noch fehlende Anschaffungssumme werden noch weitere Sponsoren gesucht.

Schon im Voraus war Mathias Steensen zum neuen stellvertretenden Gemeindewehrführer gewählt worden. Die Vertretung stimmte dem nun einmütig zu, so dass er von Bürgermeister Jörg Nissen vereidigt wurde und die Ernennungsurkunde erhielt. Dem Amtsvorgänger Axel Nissen sprach der Bürgermeister einen herzlichen Dank aus.


Rückschau auf erfolgreiche Jahre

Die Einwohnerfragestunde nutzte Peter Hinrichsen, der in der zu Ende gehenden Legislaturperiode jede Gemeindevertretersitzung besucht hat, um dem Gremium aus seiner Sicht zu erklären, was in den vergangenen fünf Jahren in Rodenäs gut gelaufen ist – und was nicht geschafft wurde. Damit kam er teilweise Bürgermeister Nissen zuvor.

Dieser sprach den Bürgern und seiner Gemeindevertretung auf der letzten Sitzung vor der Kommunalwahl am 6. Mai einen Dank für das Vertrauen, die konstruktive Kritik und die Anregungen aus. „Wir können stolz darauf sein, was in den letzten fünf Jahren in Rodenäs passiert ist“, meinte Nissen und zählte den Kauf des Nebengebäudes am Gemeindehaus und dessen Sanierung mit Pflasterung des Weges bis zur Kirche, die Erneuerung des Fußballplatzes, die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges sowie die Schaffung von immer mehr Blühwiesen zum Schutz von Bienen als wichtigste Erfolge der Gemeinde auf.

Dass Rodenäs 2013 das erste „Duz-Dorf“ Deutschlands geworden ist, betrachtete Nissen als kostenloses Marketing für die Gemeinde. Zum Schluss appellierte er an seine wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger, am 6.Mai zur Kommunalwahl zu gehen.

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