zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

18. Dezember 2017 | 08:27 Uhr

Niebüll : Rock, Rap und viel Applaus

vom

Der Niebüller Gospelchor präsentierte einen Auszug aus "Eversmiling Liberty".

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 08:39 Uhr

NIEBÜLL | Nach vielen harten Stunden des Probens wartete der Gospelchor Niebüll in der voll besetzten Christuskirche mit seinem 20. Konzert auf. Dabei präsentierte er mit großem Erfolg einen Auszug aus dem schwierigen Werk: "Eversmiling Liberty". Das Rock-Oratorium wurde im Jahre 1992 von den dänischen Komponisten Erling Kullberg und Jens Johannsen geschriebenen. Das anspruchsvolle Opus stellt eine Homage an den berühmten Meister Georg Friedrich Händel (1685 - 1759) dar, da es sich inhaltlich stark an dessen Oratorium "Judas Maccabaeus" anlehnt.

Es gibt dessen Texte jedoch in einem aus Jazz, Rock und Pop gemischten Stil wieder und bringt dabei für die Barockzeit typische Kompositionstechniken - wie Kanon, Recitativ, Arien und Chorsätze - in neuzeitliche Formen. Gelenkt und wirksam unterstützt wurden die Choristen dabei durch ihren Begleitpianisten Volker Scheibe. Er dirigierte den Chor von seinem E-Klavier aus. Zudem leisteten die Solistin Frøja Gildberg (Sopran)und eine hervorragend aufeinander eingespielte Band, bestehend aus Frank Becker (E-Gitarre), Andreas Brünning (E-Bass) und Markus Grosse (Drums) ihren Teil.

Bevor der erste Ton erklang, las Volker Scheibe Briefe des Helden Judas Maccabaeus vor, die dieser vor einer Schlacht an seine Mutter geschrieben hatte und ihn von einer sympathisch menschlichen Seite zeigte. Sodann setzte die Band einschließlich des Pianos mit einem ruhigen, ausdrucksvollen Vorspiel im Tempo eines Adagio ein, bei dem die Gitarre den Ton angab. Es mündete ein in den ersten Chorsatz, in welchem das Volk über seine Unterdrückung trauert und sich nach Frieden sehnt.

Abgesehen vom zweiten, ein wenig verunglückten Konzertbeitrag, der Maccabaeus als geborenen Retter rühmt, gelang es allen Mitwirkenden, die schwierige Intonation der Sätze sauber zu meistern. Ein Sonderlob verdiente sich Frøja Gildberg, die mit klarer, kräftiger Stimme und gut verständlicher Aussprache dem leidenden Volk Mut machte. Volker Scheibe überraschte das Publikum mit einem Rap.

Das Klagelied der elenden, von Freude und Glück noch weit entfernten Israeliten und der trotzige Satz "Wir werden uns den Schlägen nicht beugen" gingen unmittelbar unter die Haut.

Der von der Frøja Gildberg voller Andacht, sehr lyrisch gesungene Hymnus auf den Frieden leitete über zum abschließenden, mit synkopischen Rhythmen begleiteten Jubel über den wieder aufgebauten Tempel. Nach donnerndem Applaus der begeisterten Zuhörer wurde dieser Schlusssatz als Zugabe noch einmal wiederholt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen