zur Navigation springen

Musiker aus Niebüll : „Roast Apple“ gewinnt Bundesfinale

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Niebüller siegten beim Musikwettbewerbs „Talented“ - Jetzt geht’s nach Italien und Schweden

„Es war knapp“, sagt Rouven Leonavicius, Gitarrist bei „Roast Apple“ aus Niebüll, „denn die anderen Bands hatten es echt drauf.“ Trotz aller Bescheidenheit: „Roast Apple“ ist auf dem Weg nach ganz oben. Die vier Nordfriesen Finn-Bo Lorenzen (Gesang, Bassgitarre), Rouven Leonavicius (Gitarre, Hintergrundgesang), Lukas Christiansen (Gitarre, Hintergrundgesang) und Liam Pitann (Schlagzeug) haben es bei „Talented“, einem bundesweiten Musikwettbwerb für Schüler, bis in das Finale geschafft – und gewonnen.

250 Bands waren bei der „Talented-Staffel 2013/2014“ im vergangenen Jahr in Lokalwettbewerben ursprünglich an den Start gegangen, mussten um den Einzug in die Halbfinale kämpfen, um es unter die besten Acht zu schaffen. Folgende Gruppen packten es: „Burning Jim Stone“ (Elmshorn), „Kilia“ (Hamburg-Altona), „TimeFool“ (Köln-Ostheim), „4 Days Project“ (Wentorf), Kleinsstadtpioniere (Bad Oldesloe), „Melanie“ (Mühlheim/Main), „JayemSoul&Jezzy Midelias“ (Lübeck) – und eben „Roast Apple“ (Niebüll). Rouven Leonavicious: „Wir hatten uns schon ziemlich stark gefreut, bei den Vorentscheiden so weit vorne gelandet zu sein.“

Beim Finale im Hamburger „Gruenspan“ verfolgten etwa 1000 Besucher die Entscheidung. Eine hochkarätige Jury, sie wurde gebildet aus Gerne Poets (Manager von „Tonbandgerät“), Hille Hillekamp ( Musikverleger, unter anderem David Guetta, Katy Perry und Rihanna) sowie Michel van Dyke (Produzent und Musiker; er erhielt die goldene Platte für seine Arbeit), bewertete die Leistungen der Bands. Vergeben wurde auch ein Zuschauerpreis. „Aber auf den haben wir uns nicht konzentriert.“

„Roast Apple“ ging mit ihren Songs„Living and dying“ (er behandelt – fast prophetisch – das Älterwerden, den Reifeprozess und das Wegziehen aus der Heimat) und „Pick me up“ ins Rennen. Eine gute Wahl. Rouven Leonavicius: „Wir freuen uns, dass wir mit unserer Musik überzeugen konnten.“ Aber er weiß auch: „An dem Abend hätte alles passieren können. ’Talented’ ist ein Super-Projekt“, schwärmt der Musiker. „Es ist ambitioniert, vier Jahre lang haben sich die Organisatoren auf diesen einen Tag des Finales vorbereitet.“ Das Ergebnis sprach für sich. „Es war eine tolle Atmosphäre, eine tolle Location. Es gab absolut nichts zu bemängeln.“ Highlight im Rahmenprogramm war für den Niebüller der Auftritt der Band ’Tonbandgerät’.“

Was bedeutet der Sieg für „Roast Apple“? Zunächst einmal Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein. „Es ist uns eine Ehre.“ Zudem haben die Vier aus Niebüll durch ihren Sieg die Chance, gemeinsam mit weiteren Künstlern bei der Expo 2015 in Mailand im Deutschen Pavillon aufzutreten. Unter dem Motto „Fields of Cultures, Growing Ideas. Deutschland. Überraschend. Ungewöhnlich.“ finden die Auftritte im Rahmen des deutschen Kulturprogramms statt. „Die Konzerte verbinden wir mit einem kleinen Urlaub“, sagt Rouven Leonavicius lachend. Doch das ist noch nicht alles. Ebenfalls gehören ihnen Wild-Cards für die Teilnahme am „Midsummer Composer’s Camp 2015“ in Schweden, ein Workshop mit renommierten Songwritern und Verlagen. Die Teilnehmer bekommen die Chance, an Songs für international erfolgreiche Künstler mitzuwirken.

Die Band „Roast Apple“ besteht seit 2011, gewann noch im selben Jahr den Nachwuchsbandpreis der VR Bank und spielte als Vorband von Vierkanttretlager. Ihren Musikstil beschreiben die Mitglieder mit Britpop, Indie und Disco. Mittlerweile sind sie ganz gut rumgekommen: Festivalauftritte in ganz Deutschland und Finalteilnahmen in vielen Musikwettbewerben wie SchoolJam, Talented und Planet Rock sowie Fernsehauftritte im NDR, WDR, Einsplus und Sat1 Fernsehen. „In diesem Jahr ist soviel passiert“, sagt Rouven Leonavicius. „Wir waren überall dabei, hatten 2014 bisher 70 Auftritte, waren fast jedes Wochenende unterwegs und haben viele Kontakte geknüpft. Aber ’Talented’ zu gewinnen – das ist schon ein kleiner Unterschied.“

Jetzt legen die Musiker erst einmal eine Woche Pause ein. Dann geht es weiter. Bis Anfang Dezember sind „Roast Apple“ noch in Deutschland auf Tour. Im Charlottenhof geben sie am 1. November ihr Jahresabschlusskonzert. „Wir hoffen, dass es ausverkauft sein wird.“ Ein Wermutstropfen: „Es wird der letzte Auftritt in der Region sein – für eine lange Zeit.“ Warum? Rouven Leonavicius: „Wir werden uns auf die Schulabschlüsse vorbereiten, neue Songs schreiben und verstärkt in die Studios gehen.“ Die Bandmitglieder zieht es allesamt nach Hamburg. „Wir möchten sehen, ob man noch mehr mit Musik erreichen kann. Aber wir sind nicht naiv. Wir gehen nicht blind ins Musikbusiness.“

Nach seinem persönlichen Ziel gefragt muss der Gitarrist nicht lange überlegen: „Am Hurricane-Festival teilnehmen – und irgendwann von der Musik leben zu können.“

zur Startseite

von
erstellt am 02.Okt.2014 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen