Katastrophenschutz : Richtiges Handeln bei Bahn-Unfällen

Sabine Birnstein, Leiterin der Betriebsüberwachung auf dem Bahnabschnitt Husum-Westerland, informierte die Feuerwehr-Einsatzkräfte

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23. Januar 2015, 05:00 Uhr

Wenn Einsatzkräfte der Feuerwehr zu Unfällen und besonderen Vorkommnissen bei der Bahn gerufen werden, kann sie das vor besondere Anforderungen stellen. Vor diesem Hintergrund setzte Gemeindewehrführer Dirk Breckling das Thema „Bahnunfälle“ auf die Tagesordnung der ersten Dienstversammlung des Jahres. Fachspezifische Informationen dazu lieferte Sabine Birnstein. Sie ist Leiterin der Betriebsüberwachung auf dem Bahnabschnitt Husum-Westerland und referierte vor 100 Einsatzkräften über das Notfallmanagement, das zu ihrem Aufgabenbereich zählt.

Die Bahn, heute ein Privatunternehmen, gehöre zwar zu den sichersten Verkehrsmitteln, hieß es. Bei ihr können Unfälle (zumeist von Außenstehenden verursacht) allerdings nicht ausgeschlossen werden. Der Einsatz von Technik allein reicht zur Beseitigung von Gefahren nicht aus. Auf das Wissen komme es an, stellte die Referentin klar. Und das liefere der Profi aus dem Unternehmen. Dieses hat bestimmte Regeln erlassen – Merkblätter herausgegeben, auf denen das Prozedere festgeschrieben ist. Ein Notruf läuft in der Regel bei der Leitstelle Harrislee auf, die alle relevanten Adressen bei der Bahn weiß, sowohl bei der Notfallmanagerin als auch bei der zuständigen Notfallleitstelle in Hannover. „Diese leitet alle notwendigen Schritte ein, damit die Räder ins Rollen kommen“, so Sabine Birnstein.

Beim Unternehmen Bahn ist vieles anders als anderswo: Die Massen, die in Bewegung kommen, Spurgebundenheit, Tempi bis 140 Stundenkilometer und Bremswege von Schienenfahrzeugen, die zehn Mal länger sind als bei einem Pkw. Zu erfolgreichen Einsätzen gehört nicht nur die Rettung von Menschen und der Schutz von Sachgütern, sondern der auch der Schutz der Einsatzkräfte. So beginnt ein Einsatz in der Regel auch erst dann, wenn der Notfallmanager vor Ort ist und alles Notwendige in die Hand genommen hat.

Sabine Birnstein erläuterte weitere Details, die den Feuerwehrmann näher mit der DB und ihren Fahrzeugen bekannt machen, welche Bedeutung die Zeichen auf den Bahnanlagen haben, wie der Bahnbetrieb „im Falle eines Falles“ gesichert wird und wie Rettungswege verlaufen. Auf die Frage, wie man an unwegsame Unfallstellen herankommt, konnte sie nur „die Schiene“ nennen. Und für generelle (kindersichere) Einzäunung von Streckenabschnitten gebe es nach ihren Worten keine Regelung.

Gemeindewehrführer Dirk Breckling zog anschließend für die Feuerwehr Bilanz. 2014 wurde das Gerätehaus Risum eingeweiht und er zum Gemeindewehrführer gewählt. Die Brandschutzerziehung in Schulen und Kindergärten seien fortgesetzt und eine Großübung mit 100 Einsatzkräften durchgeführt worden. In diesem Jahr sollen ein neues Fahrzeug „HLF 10“ in Dienst gestellt und neue Helme angeschafft werden.

Für 50-jährige Mitgliedschaft wurde Carsten Broder Paulsen ausgezeichnet. Für 25 Jahre im aktiven Dienst überreichte Bürgermeister Hauke Christiansen Frank Jes Peters das Brandschutzehrenzeichen in Silber. Christiansen: „Ich bin stolz auf diese starke Feuerwehr. Sie ist immer da, wenn sie gebraucht wird.“

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