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Niebüller Gesundheitstage : Richtiges Essen muss man lernen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mit einem Vortrag von Dr. Dirk Hartwigsen starteten offiziell die Niebüller Gesundheitstage. Noch bis Sonntag werden unter dem Motto „Ernährung“ Veranstaltungen angeboten. Den Abschluss bildet ein Erntedankgottesdienst in der Christuskirche.

„Gesundheit ist kein Zustand, sondern eine Haltung, die mit der Freude am Leben gedeiht.“ Mit diesem Zitat von Thomas von Aquin zog Dr. med. Dirk Hartwigsen, Chefarzt der Inneren Abteilung an der Klinik Niebüll, ein Fazit zu seinem Eröffnungsvortrag im Rathaus für die Niebüller Gesundheitstage. Sie stehen unter dem Motto „Ernährung“, werden heute mit etlichen Höhepunkten fortgesetzt und gehen am Sonntag mit einem Erntedankgottesdienst in der Christuskirche zuende.

„Gesund und munter, satt und zufrieden“ lautete das Vortragsthema, durch das 100 Zuhörer in Niebüll Anregungen erhielten, ihre Position zu Fragen wie Ernährung und Gesundheit zu überprüfen. „Gesundheitstage sind eine tolle Sache mit wahnsinnig viel drin“, lobte Hartwigsen die Stadt als Veranstalterin der vier informativen Tage, die mit dem Thema Ernährung ein Grundbedürfnis der Menschen anrührten. Mit Wasser, Energie, Zellenbausteinen und Steuerungssubstanzen umriss er auch die Bedeutung all dessen, was zur Ernährung gehört – das Wasser etwa als Transportmittel oder Kohlenhydrate und Fette als Energieträger. Mehr als nur satt zu werden bedeute Ernährung auch Genuss, Selbstverwirklichung, Gruppenzugehörigkeit und Gesundheit.

Im wissenschaftlichen Part seiner Betrachtungen wandte er sich statistischen Erhebungen zu, nach denen 35 Prozent der Todesursachen falscher Ernährung zuzuschreiben sind. Ernährung und Lebensstil seien Ursachen von Krankheiten. An der Ursachenspitze rangieren Diabetes, Herz-/Kreislauferkrankungen und Schlaganfälle. Häufigste Krebsursachen seien das Rauchen und falsche Ernährung, weitere Risikofaktoren der Beruf und Alkohol. Auch Übergewicht nimmt einen großen Raum unter den Sterberisiken ein. Als wirksames Mittel gegen Übergewicht bezeichnete der Arzt das Kaloriendefizit: mehr zu verbrennen als aufzunehmen. Magen- und Darmbeschwerden können auf Nahrungsmittelintoleranzen beruhen, seltener auf Nahrungsmittelallergien, zuweilen auf zu viel Getreideeiweiß und häufig auf schwer verträglichen Hülsenfrüchten, Gurken, Kohl, Zwiebeln, Paprika und kohlensäurehaltigen Getränken. Wer sich natürlich ernährt, könne Nahrungsergänzungsmittel als überflüssig abhaken. Über Bioprodukte als Effekt für die Gesundheit gibt es nach den Worten des Arztes keine medizinischen Erkenntnisse.

Im Rahmen der Gesundheitstage machten in der Bildungs- und Arbeitswerkstatt (BAW)Schüler aus der Alwin-Lensch-Schule mit Klassenlehrerin Ann-Kathrin Hansen und Ökotrophologin Sabine Küchler vom deutschen Kinderschutzbund bei der „Kinderküche auf Tour“ mit. Sie lernten Lebensmittel kennen, bestimmten den Zuckergehalt, und bereiteten die Zutaten für eine Gemüsesuppe vor. Der Küchenchef der Seniorenwohnanlage Gath kredenzte kalte und warme Shakes, Fingerfood und informiert über die Zubereitung.

„Viele Akteure verbessern den Brei“ - unter diesem Motto wurde in der Mensa der FPS im Beisein von Vertreterinnen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) über die Qualität der Schulverpflegung diskutiert. Aktualität bekam die Veranstaltung nicht zuletzt durch die jüngst eingerichtete Offene Ganztagsschule, „durch die wir die Schüler/innen bis 17 Uhr bei uns haben“, erklärte FPS- Verbindungslehrerein Sonja Hucke. Schule werde so zum Mittelpunkt des Tages – und das Essen als Kulturgut integriert. Von 1150 Schülern der FPS nehmen derzeit 10 bis 15 Prozent am Mittagessen in der Mensa teil. Ein Fazit laute, Essen sollte zu einem „Unterrichtsfach“ werden. Es sei Gemeinschaftserlebnis, Kulturgut und Teil sozialer Verantwortung. An der Gesprächsrunde nahmen Lehrer, Schüler, Erzieher und Elternvertreter teil. Moderator war Carsten Kock.

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erstellt am 28.Sep.2013 | 05:30 Uhr

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