Erste Hilfe : Rettung in letzter Sekunde

Bei manchen Verletzungen zählt für Ersthelfer und Rettungskräfte jede Minute.
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Bei manchen Verletzungen zählt für Ersthelfer und Rettungskräfte jede Minute.

Durch beherztes Eingreifen wurde der Freiwillige Feuerwehrmann Niels Knutzen zum Lebensretter.

shz.de von
07. August 2018, 07:00 Uhr

„Ich habe es nur plätschern gehört. Bis ich realisiert habe, dass das mein eigenes Blut war, hat es einige Momente gedauert“, sagt Michael Fahrenkrog. Er sieht noch etwas bleich um die Nase aus. Der 28-jährige Einzelhändler wäre vergangene Woche fast ums Leben gekommen – und musste am eigenen Leib erfahren, wie lebensnotwendig entschlossene und schnelle erste Hilfe sein kann.

Zusammen mit Freunden räumte er ein Haus aus und brachte einen Spiegel zum Müllcontainer. Dieser zersprang jedoch an der Kante – ein Bruchstück schlitzte Fahrenkrog den Unterarm auf. „Als ich realisiert hatte, was passiert war, habe ich gleich um Hilfe gerufen. Ab dann habe ich Niels nur noch rennen sehen“, berichtet Fahrenkrog.

Niels Knutzen ist Fahrenkrogs Lebensretter. Geistesgegenwärtig wies er eine Bekannte an, die ebenfalls nach draußen geeilt war, ihm einen Gürtel zu bringen. Damit klemmte er schließlich Fahrenkrogs Arm ab, bedeckte mit Tüchern die Wunde und versuchte ihn bei Bewusstsein zu halten. „Das Blut spritzte nur so, er wollte die ganze Zeit bewusstlos werden“, berichtet der 25-Jährige. Acht endlose Minuten vergehen, bis der Notarzt eintrifft. Die Rettungssanitäter versicherten: Sie hätten keine Minute später kommen dürfen, dann wäre Fahrenkrog nicht mehr am Leben. Bis zu dem Zeitpunkt hatte er bereits über zwei Liter Blut verloren.

Knutzen ist seit Kurzem Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr in Neukirchen. „Das hat mir definitiv dabei geholfen, schnell und ohne zu überlegen zu reagieren“, sagt der 25-Jährige. Er hatte erst einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert und wusste durch die Erlebnisse bei der Feuerwehr: Im Notfall gibt es keine Zeit zu verlieren.

Fahrenkrog wurde unmittelbar in die Diako nach Flensburg gebracht und dort mehrere Stunden operiert. Das scharfkantige Bruchstück hatte die Venen und Arterien sowie einige Nerven und einen Teil des Muskels durchtrennt. „Ich habe dank Niels riesiges Glück gehabt“, sagt Fahrenkrog sichtlich dankbar und erleichtert.

Durch die schnelle erste Hilfe des Freiwilligen Feuerwehrmannes wird er voraussichtlich seinen Arm ohne größere bleibende Schäden benutzen können. Bis dahin vergehen jedoch noch zehn Wochen mit einer speziellen Schiene und Physiotherapie.


Die Freiwillige Feuerwehr Neukirchen sucht dringend nach Nachwuchsrettern, Telefon 04664/9839966 (Wehrführer Thomas Jensen).

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