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nach Kürzungen : Resolution für die Nordsee Akademie

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Bildungseinrichtung verzeichnet erstmals ein Defizit. Die Gemeinde Leck will mit ideeller und finanzieller Unterstützung ein Zeichen setzen.

Die Nordsee Akademie liegt der Gemeinde Leck am Herzen – so sehr, dass jetzt Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn eine Resolution zur Stärkung der Bildungseinrichtung mit überregionaler Strahlkraft vorstellte. Hintergrund der schriftlichen Erklärung: Der Jahresabschluss der Akademie für 2013 weist erstmals ein Defizit von 17 811,44 Euro aus.

„Zu diesem negativen Ergebnis haben die jährlichen Kürzungen der letzten Jahre im Kulturbereich des Landes Schleswig-Holstein erheblich beigetragen. Weitere Einsparungen in den Folgejahren wurden bereits angekündigt“, heißt es in der Resolution. In Zahlen bedeutet das: 2010 hat das Land die Finanzmittel um 30 000 Euro (zehn Prozent der Fördersumme) gekürzt, 2011 nochmals um 15 000 Euro. Für 2014 bis 2016 sind weitere jährliche Kürzungen von 9000 Euro vorgesehen. „Uns beschleicht die Sorge, dass die Akademie irgendwann ins Trudeln oder gar in die Insolvenz gerät“, sagt Lecks Bürgermeister.

Zum Minus im Jahresbericht sagt Oke Sibbersen, Leiter der Nordsee Akademie: „Das ist kein Drama, aber es ist ein Zeichen.“ Die Bildungseinrichtung sei „leistungsstark wie nie“ und habe sich in Bezug auf Teilnehmerzahlen, Veranstaltungen und Kapazitäten über die vergangenen Jahre stetig gesteigert, allerdings seien die Kürzungen auf lange Sicht durchaus problematisch, so Sibbersen. „Denn gleichzeitig sind Inflation und Personalkosten gestiegen. Wir sind mit unseren Preisen am Ende der Fahnenstange angekommen. Wenn wir noch höher gehen müssen, schließen wir bestimmte Bildungsgruppen aus – das sollte auch das Kultusministerium bedenken.“

Die Nordsee Akademie, die bis zum Jahr 2000 noch Heimvolkshochschule hieß, ist eine Bildungsstätte im Deutschen Grenzverein; gefördert durch das Ministerium für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein. Weitere Träger sind der Kreis Nordfriesland und die Fördergemeinschaft Nordsee Akademie. Und auch die Standort-Gemeinde Leck bekennt sich wieder mit ideeller und finanzieller Unterstützung zur Nordsee-Akademie.

In der Resolution heißt es: „Als Zeichen der Solidarität mit der Nordsee Akademie, aber vor allem auch aus wirtschaftlichen Erwägungen, hat die Gemeindevertretung Leck deshalb, trotz ihrer schwierigen Haushaltssituation, eine Förderung in Höhe von 7000 Euro beschlossen.“

Mit dem Geld soll die EDV-Anlage erneuert – und ein klares Zeichen gesetzt werden: Die Einsparungen ließen sich im Betrieb nicht mehr kompensieren und würden zu einer Reduzierung des Bildungsangebots und damit der Anzahl an Seminarteilnehmern führen, mahnt die schriftliche Erklärung der Gemeinde. „Leck und die Region sind jedoch in ihrer Randlage im strukturschwachen Raum auf die Gäste der Nordsee Akademie in besonderem Maße angewiesen.“ Etwa 15 000 Seminarteilnehmer kämen jährlich als Gäste in diese Einrichtung. „Damit ist die Nordsee Akademie bedeutender Werbeträger für den Standort Leck, Nordfriesland und das gesamte Grenzgebiet in unserem Norden.“

Akademieleiter Oke Sibbersen ist erfreut über diese Unterstützung, die genau am 91. Jahrestag der Nordsee-Akademie verabschiedet wurde. „Ein schöneres Geschenk konnte die Gemeinde uns nicht machen.“ Die Resolution wird laut Lecks Gemeindechef Langbehn etwa an Ministerpräsident Torsten Albig und Kulturministerin Anke Spoorendonk weitergeleitet, ist sie doch mit einer klaren Forderung verbunden: „Vom Land Schleswig-Holstein erwarten wir als positives Signal im Rahmen einer ausgewogenen Regionalstrukturpolitik alles zu tun, um die Nordsee Akademie und den Bildungsstandort Leck nicht zu gefährden und dafür den erforderlichen Defizitausgleich dieser über die Region hinaus wirkenden, bedeutsamen Bildungseinrichtung des Nordens sicherzustellen.“

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erstellt am 07.Mai.2014 | 10:00 Uhr

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