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„schwerwiegender Eingriff“ : Repowering stößt auf Kritik

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Fläche ungeeignet? Naturschützer lehnen die von der Gemeinde Leck geplante Errichtung eines Windparks im Schnatebüller Koog entschieden ab.

Die Pläne der Gemeinde Leck, über ein Zielabweichungsverfahren einen Windpark südlich der Lecker Au im Schnatebüller Koog zu errichten, stoßen bei Naturschützern auf Kritik. „Grundsätzlich befürworten wir die Errichtung von Windenergieanlagen“, betont Carl-Heinz Christiansen vom BUND-Nordfriesland zusammen mit dem Naturschutzverein Südtondern sowie NABU Niebüll/Leck. Die in Leck ausgewählte Fläche sei jedoch ungeeignet. Das vorgesehene Areal ist in der Teilfortschreibung der Regionalpläne aus Naturschutz- und Landschaftsschutzgründen nicht als Eignungsgebiet für Windkraftnutzung ausgewiesen worden, durch ein Repowering von Altanlagen werde „nun nach einem Hintertürchen gesucht, doch noch weitere Anlagen im Gemeindegebiet aufzustellen“, bemängelt Christiansen. Dass auch Leck von der Energiewende profitieren möchte, sei nachvollziehbar. „Sinn des Repowerings ist es aber nicht, Anlagen in sensiblen Gebieten abzubauen, um sie dann in anderen sensiblen Gebieten wieder aufzubauen.“ So werde die geplante Maßnahme als schwerwiegender Eingriff in den Landschaftsraum entschieden abgelehnt. Auch werde sie aufgrund einer Distanz von über 1000 Metern nicht als Abrundung des bereits bestehenden Windparks nördlich der Straße K115 gesehen.

Der Schnatebüller Koog sei bedeutsam für die Natur. Christiansen: „Es ist wichtiges Rast-, Nahrungs-, Brut- und Zuggebiet zahlreicher Vogelarten. Die Lecker Au und die angrenzenden Nebengewässer dienen besonders zwischen Leck und der B5/Broweg jetzt im Winter den Zwerg- und Singschwänen als Schlafgewässer.“ Auch seien Seeadler mehrfach in dem Bereich beobachtet worden. „Abgesehen davon ist der Koog ein Naherholungsgebiet für Bewohner und Touristen.“

Bei so einem Projekt gebe es immer viele Aspekte, die berücksichtigt werden müssen, so Lecks Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn zur Kritik. „Ein Aspekt ist die Natur.“ Die Argumente der Naturschützer seien beim Fortschreiten des Vorhabens genau zu prüfen, bevor ein endgültiger Entschluss gefällt werden könne. „Aber ich gebe zu bedenken, dass es in Leck immer, egal wo, schützenswerte Natur gibt. Es ist aber auch wichtig, dass sich unsere Gemeinde weiterentwickelt.“ Leck sei auf jeden Euro durch Gewerbesteuereinnahmen angewiesen, um überlebensfähig zu bleiben. Langbehn: „Wir versuchen, die Faktoren Natur, Mensch und Arbeit in Einklang bringen. Aber wir wollen auch nicht um 20 Uhr den Strom abschalten müssen.“

 

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erstellt am 08.Feb.2014 | 08:00 Uhr

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