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Erneuerbare Energien : Repowering-Party in Sprakebüll

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der Bürgerwindpark in der 230-Einwohner-Gemeinde feiert die Inbetriebnahme von fünf neuen Windstromaggregaten des Typs „Vestas 112“

Der „Bürgerwindpark Sprakebüll“, der 22 Kommanditisten umfasst, veranstaltete anlässlich der am 15. April erfolgten Inbetriebnahme von fünf neuen Windstromaggregaten des Typs „Vestas 112“ eine zünftige Einweihungsfeier. Dazu fanden sich genau 100 Teilnehmer im örtlichen „Gasthof Paulsen“ ein, wo sie vom Vorsitzenden der Geschäftsführung, Hans Christian Andresen, im Namen des Vorstandes und Beirates willkommen geheißen wurden.

Zu ihnen zählten Kommanditisten, Einwohner, Gemeindevertreter und Karl-Richard Nissen als Bürgermeister der Gemeinde Sprakebüll, ferner der Bürgermeister der Nachbargemeinde Achtrup Uwe Matthiesen und dessen Stellvertreterin Inge Wagner sowie Klaus Sievers und Sven Andresen als Repräsentanten der VR-Bank e.G. Niebüll und Mitarbeiter der Firma Vestas.

„Ohne unseren alten, bestehenden Windpark mit Mühlen des Typs V 66 hätte es kein Repoweringfest gegeben,“ so stellte Hans Christian Andresen fest, um sodann die Entwicklung des 1998 erstellten Bürgerwindparks in allen Einzelheiten noch einmal in Erinnerung zu rufen. Da die Gemeindevertretung beschlossen hatte, die Nutzung von Windkraft nur in Form eines Bürgerwindparks zu genehmigen, gründeten Hans Christian Andresen, Claus Fries und Karl-Richard Nissen eine Bürgerwindpark GmbH und begannen 1995 mit der Planung von 13 mittelgroßen Anlagen mit einer Leistung von je 500 bis 600 Kilowatt.

Die die wegen knapper Stromaufnahmekapazitäten erforderliche Verlegung eines Stromkabels nach Linnau und der unumgängliche Bau eines neuen Umspannwerkes verzögerten die Errichtung des Windparks zwar um zwei Jahre, erbrachten aber den Vorteil, Prototypen in der neuen Dimension der Megawatt-Klasse einkaufen zu können. Das Eigenkapital von 3,2 Millionen D-Mark aufzubringen, gelang nur dadurch, dass sechs Kommanditisten aus Stadum aufgenommen wurden. Nach fünf Betriebsjahren sorgte ein „Full-Risk-Vertrag“ mit der Firma Vestas für Planungssicherheit, da der Bürgerwindpark nun mit kalkulierbaren, variablen Kosten rentabel wirtschaften konnte.

Von seinen Erträgen profitierten nicht nur die Kommanditisten und das Finanzamt, sondern – aufgrund der Gewerbesteuereinnahmen – auch die Gemeinde Sprakebüll. Diese wurde in die Lage versetzt, ihr Radwegnetz auszubauen. Projekte von 17 Vereinen und öffentlichen Einrichtungen wurden mit insgesamt 15 000 Euro unterstützt. 4,5 Hektar Land wurden angekauft, um es der Natur zu überlassen. Obwohl die Aggregate nach zwölf Betriebsjahren noch immer gut funktionierten, nahm man vorsorglich ein Repowering von fünf Anlagen in Angriff. Mit einem Kostenaufwand von insgesamt 17,5 Millionen Euro wurden fünf Windstromaggregate „V 112“ erstellt, durch deren Einsatz nunmehr – im Vergleich zu vorher - das Zwei- bis Dreifache an sauberem Strom eingespeist werden können.

Die neuen „Mühlen“ weisen ein Höhe von 150 Metern, einen Rotordurchmesser von 112 Metern, eine Rotorblattlänge von 54,65 Meter und den maximalen Turmdurchmesser von 4,2 Metern auf. Ihre Nennleistung beläuft sich auf 3 Megawatt. „Unser Ziel haben wir nur dadurch erreicht, dass unsere Kommmanditisten stets einstimmige positive Beschlüsse fassten,“ so Hans Christian Andresen. „Angesichts der politischen Anstrengungen, die EEG-Vergütung für unsere regenerative Stromerzeugng negativ zu beeinflussen, sowie der Engpass der Stromabnahme seitens der Eon ließen uns keine andere Wahl als zügig zu handeln.“ Mit Dankesworten an alle Personen, Behörden und Firmen, die an der Planung und Realisierung der Repoweringmaßnahme aktiv beteiligt waren, endete die Rede des Vorsitzenden der Geschäftsführung.

Kurz darauf wartete die Bargumer Instrumental- und Gesangsgruppe „De Inspringer“ mit plattdeutschen Liedern und Songs auf. Schnell gelang er dem Quartett, die Festgesellschaft in fröhliche Stimmung zu versetzen und dadurch optimal auf das nachfolgende Maifest vorzubereiten.

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erstellt am 03.Mai.2014 | 05:30 Uhr

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