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Ehrenamt : „Rentner-Team“ saniert die Haidburg

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mehr als 1700 Arbeitsstunden: Sieben ältere Herren kümmern sich tatkräftig darum, das Ferienhaus für Jugendgruppen auf Vordermann zu bringen

Das im Süderlügumer Forst gelegene Ferienhaus Haidburg ist nicht nur in der Region, sondern auch über die Grenzen hinaus ein Begriff für Kinder- und Jugend-Gruppen zur besonderen Freizeitgestaltung. Damit das knapp 100 Jahre alte Gebäude auch künftigen Generationen erhalten bleibt, haben sich seit Oktober 2015 sieben „ältere Herren“ als selbst ernanntes „Rentner-Team“ zusammengetan, um mit eigener Arbeitskraft und Hilfe von Spenden peu à peu die Haidburg wieder auf Vordermann zu bringen.

Das „Renter-Team“ sind die Süderlügumer Manfred Dickert, Hans-Joachim und Peter Christian Hansen, Horst Grabow und Wolfgang Biller sowie Carsten Dinsen Andersen und Walter Nissen aus dem dänischen Tondern. Unterstützt werden sie durch ihre Ehefrauen. Einige der freiwilligen Helfer sind schon seit ihrer Kindheit mit der Haidburg verbunden, da die Eltern zur Gründergeneration zählten.

Entstanden und erbaut ist die Haidburg im Jahre 1922 durch die damaligen Wandervögel der deutschen Realschule Tondern. Diese waren wie zahlreiche andere jugendbewegte Gruppen um 1900 entstanden, um aus der bürgerlichen Enge, Zwang und Autorität des seinerzeitigen deutschen Kaiserreiches auszubrechen. Die Ideale der Wandervögel waren Selbstgestaltung der Freizeit, Verantwortung in der Gruppe übernehmen, musizieren und natürlich wandern in der Natur. Und das alles zusammen in gemischten Gruppen, obwohl in der damaligen Zeit Mädchen und Jungen nicht einmal gemeinsam in der Schule unterrichtet wurden.

Die Haidburg steht auf der Höhe 24, etwa fünf Kilometer von der Grenze zu Dänemark entfernt. Damals konnte man bei gutem Wetter, da dort noch kein Forst, sondern nur Heidefläche war, bis in das gerade dänisch gewordene Tondern blicken. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Dr. Ben Tilse hatten die deutschen Realschüler aus Tondern nach einem naturnahen Jugend-Landheim südlich der deutsch-dänischen Grenze gesucht, wohin sie dann wochenends wandern konnten. Damals wie heute ging so ein Bauvorhaben nicht ohne ehrenamtliche Arbeit. Engagierte Bürger, vor allem aus Tondern und Umgebung. Sie sorgten mit ihren Spenden für den finanziellen Grundstock, um ihren „Wandervögeln“ ein Domizil zum intensiven Erleben der Natur zu ermöglichen.

Vorsitzender des Vereins Haidburg ist heute Lars Tilse, ein Enkel des Erbauers Dr. Ben Tilse. Stellvertreterin ist die Süderlügumerin Renate Hansen, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Hans-Joachim auch Ansprechpartner vor Ort ist. Die Eheleute Hansen sind als „Herbergseltern“ die guten Seelen des Ferienhauses. Da aus finanziellen Gründen in und am Gebäude im Laufe der Zeit nur das Allernotwendigste gemacht worden ist, besteht ein großer Sanierungsbedarf.

Mehr als 1700 freiwillige Arbeitsstunden hat das Rentner-Team bereits geleistet. Dabei sind die Außenanlagen mit Pflasterung total erneuert worden und die Vorarbeiten für die Fußbodenerneuerung in den Schlafräumen abgeschlossen. Auch das Nebengebäude für die Abstell- und Lagerräume ist total saniert und mit einem neuen Dach versehen worden. Wenn das Team nicht weiter weiß, stehen mit Peter Schacht, Harald Grabow, Erik Möller und Jürgen Petersen weitere unentgeltliche Facharbeiter ehrenamtlich zur Verfügung. Auch von zahlreichen Firmen aus der Region, die Manpower, Maschinen und Material gespendet oder zumindest sehr günstig überlassen haben, erfolgt wohlwollende Unterstützung. An Geldspenden sind dazu bisher gut 21  800 Euro eingegangen, davon gut 15  800 Euro von der VR Bank-Stiftung, zweckgebunden für die Erneuerung der Sanitäranlagen, die bis Ostern fertig gestellt werden sollen. Dann kommen nämlich wieder die ersten Gruppen in die sanierte Haidburg.

Aber auch für die Zukunft gibt es noch viel zu tun, so Manfred Dickert. Dazu gehören die Erneuerung der Fenster, die erstmalige Dachdämmung mit anschließender Neueindeckung sowie der Einbau einer kostengünstigen Heizungsanlage, damit auch bei Leerstand in den Wintermonaten eine Grundwärme im Gebäude herrscht. Und unter dem Stichwort der Inklusion wird als Vision auch über die Herstellung der Barierrefreiheit nachgedacht.



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