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Klassik : Renommiertes Oberon-Trio begeisterte die Zuhörer

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Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

20 Jahre nach seiner Gründung feierte der Verein der „Musikfreunde in Leck und Umgebung“ sein Jubiläum mit dem 215. Konzert. Das international renommierte „Oberon-Trio“ trat im Rathaus auf.

shz.de von
erstellt am 03.Okt.2013 | 06:30 Uhr

Fast 20 Jahre nach seiner Gründung feierte der Verein der „Musikfreunde in Leck und Umgebung“ im Lecker Rathauses seinen runden Geburtstag mit dem 215. Konzert. Ein Kammerkonzert der absoluten Spitzenklasse, gestaltet vom international renommierten „Oberon-Trio“.

Bei der Moderation ihres Programms wechselten sich die Mitglieder des Trios gegenseitig ab. Dabei zeigten sie dem Publikum klare Hörperspektiven auf, die ihm das mitdenkende Zuhören erheblich erleichterten.

Zum Auftakt spielten sie die selten dargebotene „Sonate für Clavier, Violine und Violoncello (Wq 91/3)“ von Carl Philipp Emanuel Bach. Die Triosonate zählt zu der Werkgruppe dieser Art, die dem „Cavier“ (Cembalo oder Klavier) die Führungsrolle zuteilt, dem die beiden Streichinstrumente – teils begleitend, teils ergänzend – in kunstvoller Weise assistieren. Allen drei Instrumentalisten wurde dabei ein Höchstmaß an Virtuosität abverlangt, das Jonathan Aner, Henja Semmler und Antoaneta Emanuilova in souveräner Manier demonstrierten. So auch besonders bei dem „Trio d-moll op. 49“ von Felix Mendelssohn-Barthody, einem Werk, das sich bei den Freunden der Kammermusik in aller Welt größter Beliebtheit erfreut. Liedhafte Themen zum Teil sehr verträumter Art lösen sich ab mit einem spritzigen Scherzo und einem Finale, das mit romantischem Pathos ausklingt. Die Präzision des Zusammenspiels erwies sich als perfekt.

Stark gefordert war auch das Publikum beim meisterlich interpretierten „Trio in A“ von Maurice Ravel. Dieser lehnt sich im ersten und letzten Satz an die Tonsprache baskischer Folklore an, bei der sich überlagernde Taktarten unterschiedlichster Art ein Gefühl des Schwebens erzeugen. Der zweite Satz, ein „Pantoum“, ist so konzipiert, dass vorgestellte Themen auf immer neue Weise erklingen. Die nachfolgende, sehr langsame „Pasacaille“ erinnert aufgrund reichlich angewandter Pentatonik an asiatische Musik. Das turbulente Finale als einziger Satz deutet Fanfaren- und Kampfklänge an. Den extremen Schwierigkeiten spieltechnischer Art zeigten sich der Pianist wie auch die beiden Streicherinnen uneingeschränkt gewachsen. Aufgrund des lange anhaltenden Schlussapplauses warteten sie mit einer Zugabe auf, die den Kreis der Darbietungen schloss: einem Satz von C. Ph. E. Bach.



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