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Nis-Albrecht-Johannsen-Schule : Rektor der Lindholmer Schule geht in den Ruhestand

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

33 Jahre unterrichtete Gerd Vahder an der Nis-Albrecht-Johannsen-Schule. Er setzte sich besonders für die friesische Sprache ein.

Seit 1984 unterrichtete der 65-jährige Gerd Vahder an der Nis-Albrecht-Johannsen-Schule, sah verschiedenen Generationen beim Aufwachsen zu und fungierte seit einem Jahrzehnt als Rektor der Schule. Nun geht er in den Ruhestand. Und sein letzter Schultag erwies sich als ein Tag voller Überraschungen, die das Dorf sowie die Schüler und Kollegen für ihn vorbereitet hatten.

Schon am Morgen wartete die erste Überraschung auf Gerd Vahder und seinen ebenfalls in den Ruhestand gehenden Kollegen Lutz Fennert. Mit jeweils einem Oldtimer wurden die beiden von Klockries bis zur Grundschule kutschiert, wo die 116 Schüler mit friesischen Flaggen schon Spalier standen und gespannt auf ihre Lehrer warteten. Wie zwei Filmstars wurden Fennert und Vahder gefeiert, als sie an den Kindern stilvoll im Oldtimer vorbeifuhren. Im Anschluss beglückten die Kinder ihre Lehrer mit der friesischen Hymne „Gölj – Rüüdj – Ween“. Der Abschied fällt der Schule sichtlich schwer, denn von Generation zu Generation haben Schüler, Kollegen und Eltern zweifellos eine enge Bindung zu ihrem Rektor aufgebaut. Am 1.August wird Arngard Janiesch in Vahders Fußstapfen treten und das Amt der Schulleiterin an der Nis-Albrecht-Johannsen-Schule übernehmen.

Am Nachmittag stand der große offizielle Abschied von Gerd Vahder an, der vom Bürgermeister Hauke Christiansen organisiert wurde. Zahlreiche Freunde, ehemalige Kollegen, das gesamte Kollegium sowie weitere Ehrengäste aus Politik und Gemeinde waren dazu eingeladen ins Andersen-Hüs. Auch Lutz Fennert und Silke Bergmann verabschiedeten sich nach jahrelanger Lehrertätigkeit von der Gemeinde. Das erste Wort ergriff Hauke Christiansen, der alle Gäste mit einem friesischen „Hartlich Willkamen“ empfing. Er lobte Gerd Vahder für seinen jahrzehntelangen Einsatz: „Herr Vahder war nicht nur Schulleiter der Schule, sondern auch Schulleiter der Gemeinde.“ Auch die Pastorin Pettenpaul schloss sich diesem Tenor an. Sie habe Vahder als einen „herzlichen und gebenden Menschen, der immer ein Lächeln auf den Lippen hat“, erlebt. Die Schulrätin Astrid Finger, die sich selbst als „Vorgesetzte und Freundin“ von Vahder sieht, habe ihn in der jahrelangen Zusammenarbeit als auf allen Ebenen glaubwürdig und authentisch wahrgenommen und habe sich stets auf ihn als kompromissfähigen Kollegen verlassen können.

Immer wieder betont und gelobt wurde Vahders Einsatz zum Erhalt der friesischen Sprache. „Frasch ist das, was uns verbindet“, sagte er selbst. Neben seiner langjährigen Lehrertätigkeit, organisierte er die „Lernwerkstatt Friesisch“, inszenierte den Krimi „Fruu Leevsen“, wurde zum Landesfachberater für das Fach Friesisch und darf sich darüber hinaus „Mensch des Jahres 2015“ nennen – um nur einige Aspekte zu nennen. So warteten zu seinem feierlichen Abschied auch einige kulturelle Überraschungen auf Friesisch für den Rektor. Die Gesangsgruppe „Frasche Loosche“ bewegte mit traditionell friesischen Liedern die Herzen der anwesenden Nordfriesen. Für schmunzelnde Gesichter sorgten daneben zwei Grundschülerinnen mit ihrem Sketch „Dåt oi“ von Loriot. Bei einem gemeinsamen Abendessen ließen die Gäste das Abschiedsfest feierlich ausklingen. Mehrmals wurde bei der Feier zum Ausdruck gebracht: Gerd Vahder hat in Risum-Lindholm tiefe Wurzeln geschlagen und sichtlich etwas bewegt. Und dafür sagte die Gemeinde an diesem Abend: „Foole tunk, Vahder!“.  

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