Oldtimer-Wettkampf : Rekord beim Trecker-Ringstechen

Startbereit: Die historischen Dieselrösser stehen aufgereiht, ihre Fahrer halten die Lanzen bereit. Fotos: Christiansen (2)
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Startbereit: Die historischen Dieselrösser stehen aufgereiht, ihre Fahrer halten die Lanzen bereit. Fotos: Christiansen (2)

So viele Teilnehmer gingen noch nie bei der Traditionsveranstaltung an den Start. Zahlreiche Besucher verfolgten den Wettkampf.

shz.de von
24. Juli 2018, 07:00 Uhr

Das Trecker-Ringstechen in der Region erfreut sich immer größerer Beliebtheit. So auch bei der siebten Auflage vom Ringreiterverein Braderup auf dem großen Dorfplatz hinter dem Gemeindehaus-Neubau mit der Rekordzahl von 47 Teilnehmern, darunter auch zahlreiche Amazonen.

Alle hatten überwiegend ihre Oldtimer-Dieselrösser gesattelt, wie auch Hans Andresen aus Aventoft mit seinem 17 PS starken Fendt F 17 Dieselross, Baujahr 1957. „Der ist noch im original Zustand“, sagt der stolze Besitzer, was man auch an den Gebrauchsspuren des Gefährts sehen konnte.

Lokalmatador Karl-Christian Knutzen versuchte sein Glück mit dem Fordson-Dexta seiner Tochter Kathrin, der es immerhin auf 34 PS brachte und 1960 gebaut wurde. „Der ist nur einen Monat älter als ich“, scherzte Knutzen. Mit 84 Jahren der älteste Teilnehmer im Feld war wieder Peter Mommsen aus Humptrup auf seinem 22 PS starken „Allgeier“, Baujahr 1950. Nur ein Jahr jünger und ebenfalls immer gut drauf der Uphusumer Hans-Werner Anthonisen mit seinem 54 Jahre alten, aber fein herausgeputzten Fendt-Farmer, der es immerhin auf 32 PS bringt. Er hatte, wie einige andere auch, die Motorhaube mit einer Decke überzogen, um bei einem abgefallenen Ring den Lack nicht zu beschädigen. Andere hatten wiederum spezielle Lanzenhalterungen für die Pausen an ihren Gefährten angebracht. Das Feld wurde in zwei Gruppen mit jeweils zwei Galgen aufgeteilt. Unter dem Kommando von Reitchef Horst Petersen mit der Startnummer eins, der wieder seinen Fendt-Trecker, beide Baujahr 1962, gesattelt hatte, schafften alle dieses Mal nur 15 Doppeldurchgänge, sodass maximal 30 Ringe zu ergattern waren.

Die Dieselrösser qualmten mit dem Staub des trockenen Festplatzes um die Wette. Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Geschehen der historischen Gefährte mit so bekannten Namen wie Deutz-luftgekühlt, Massey-Ferguson, IHC-International, John Deere, Fendt, Fordson, Fahr D 130 H, Hanomag oder MAN. Herauszuhören auch der typische klopfende Sound der Lanz Bulldogs. Es wurde gefachsimpelt, aber auch die kulinarischen Angebote wie das Kuchenbüfett in der Halbzeitpause gestürmt.

Vereinsvorsitzender Peter N. Petersen, mit seinem Massey-Ferguson ebenfalls unter den Teilnehmern und mit 21 Ringen recht erfolgreich, zeigte sich hoch zufrieden mit dem Geschehen, zumal das Wetter auch hervorragend mitspielte.

Um die ersten fünf Ränge, die jeweils mit einem Preis bedacht wurden, sollte es am Ende recht spannend zugehen. Schließlich holte sich Reitchef Horst Petersen mit 27 Ringen den Sieg vor Lisa Hansen (25), Mike Pinnau (24), Wolfgang Petersen (23) und Gerhard Thiesen (22). Der Hauptgewinn bei der Verlosung – ein Außenofen mit Treckeremblem – ging an Christel Jacobsen. Den Abschluss des gelungenen Events bildete die zwanglose Oldtimer-Party bis in die tiefe laue Sommernacht.

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