Bilanz VR Bank : Rekord bei den Kreditzusagen

Optimistisch: Hans-Jakob Paulsen, Klaus Sievers, Torsten Jensen und Uwe Mussack.
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Optimistisch: Hans-Jakob Paulsen, Klaus Sievers, Torsten Jensen und Uwe Mussack.

Die VR Bank Niebüll registriert eine Summe von 370 Millionen Euro allein für das vergangene Jahr

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27. Januar 2015, 10:52 Uhr

„Die Gunst der Stunde ist genutzt worden, insbesondere, was die erneuerbaren Energien betrifft“, sagt Hans-Jakob Paulsen. Der Aufsichtsratsvorsitzender der VR Bank Niebüll, sein Vertreter Uwe Mussack, Vorstandsvorsitzender Klaus Sievers und Vorstandsmitglied Torsten Jensen sind zufrieden mit dem Jahresergebnis. „Wir danken unseren Kunden und Geschäftspartnern für ihr Vertrauen. Dieses ist die Basis, um erfolgreich bestehen zu können.“ Die Mitglieder hätten die Gelegenheit gehabt, neue Geschäftsanteile zu zeichnen, und das sei ausgiebig genutzt worden. „Sie können somit vom Erfolg der VR-Bank Nutzen ziehen.“

Klaus Sievers freut sich, dass das Unternehmen „als Marktführer der Banken in der Region“ auf ein starkes Wachstum bei entspannter Risikolage im Kreditgeschäft blicken kann. Die VR-Bank Niebüll habe für 2014 „Top-Noten“ von der Bundesbank sowie dem Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken bekommen. „Wir haben regional sehr starke Wirtschaftsdaten“, so der Vorstandsvorsitzende weiter. „Die Handwerker haben volle Auftragsbücher, der Bedarf an Fachkräften ist groß.“ Besonders bemerkbar gemacht habe sich auch die EEG-Regelung: Windkraftanlagen, für die bis zum 23. Januar 2014 Genehmigungen vorlagen oder bis zu diesem Datum zugelassen wurden und vor dem 1. Januar 2015 in Betrieb genommen wurden, können noch nach der alten Regelung abgerechnet werden. „Der Boom in der Nachfrage drücke sich auch in den Zahlen für das abgelaufene Jahr aus.“ Sorgen bereiten ihm die Niedrigzinsphase, die nichts Natürliches, sondern künstlich erzeugt sei. „Die neuen Auflagen der Europäischen Zentralbank werden Arbeit und Kosten verursachen. Belastend wird sich alles auf uns auswirken, was außerhalb der Region passiert.“

Einige Zahlen aus 2014: Die Bilanzsumme stieg zum 31. Dezember auf 1,474 Milliarden Euro. „Das bedeutet im Kundengeschäft eine Steigerung um 18 Prozent gegenüber 2013“, erklärt Torsten Jensen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr von der VR Bank Niebüll 1,498 Milliarden Euro an die Kunden ausgeliehen, davon 233 Millionen Euro Konsortialkredite in Zusammenarbeit mit Nachbargemeinschaften (beispielsweise Schleswig-Flensburg, Heide) und Partnern. Die Summe von 370 Millionen Euro bei neuen Kreditzusagen im vergangenen Jahr bezeichnete Torsten Jensen als historisch.

Ausgezeichnet wurde die VR-Bank Niebüll 2014 von der KfW-Bankengruppe und der Landwirtschaftlichen Rentenbank für die Vermittlung von Förderkrediten an die Verbundpartner in Höhe von 40 Millionen Euro. Sie waren für den Wohnungsbau bestimmt. „Alle Geschäftsfelder haben sich positiv entwickelt, dominierend ist der EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)-Bereich“, so Torsten Jensen.

Die Kundeneinlagen betrugen 2014 570 Millionen Euro. Das Eigenkapital stieg von 94,2 Millionen Euro (2013) auf 116,9 Millionen Euro (2014). Dieses ohnehin schon gute Ergebnis könnte sich durch die Vorwegzuweisungen zum Eigenkapital noch einmal um 10,2 Millionen Euro erhöhen. Die Bilanz muss allerdings am 5. Mai auf der Vertreterversammlung (Koogshalle, Reußenköge) bestätigt und beschlossen werden.

Trotz der niedrigen Zinsen: Das klassische Modell „Sparbuch“ ist keineswegs tot. Es wird immer noch gerne von den Kunden als kurzfristiger „Parkplatz“ für Geld genutzt. Allein bei der VR Bank Niebüll eG befinden sich 150 Millionen Euro auf Sparbüchern.

Was gibt es ansonsten Neues? In 2014 wurden insgesamt 157  937,56 Euro für Spenden und Sponsoring ausgegeben, aus der VR Bank Stiftung flossen zusätzlich 91  430,89 Euro in verschiedene Projekte. Die VR Immobilien, sie vermarktet unter anderem exklusiv die Wohnungen auf dem Gelände des ehemaligen Hertie-Gebäudes in Niebüll, wird demnächst neben Niebüll und Bredstedt in Leck vertreten sein. Zu ihren Aufgaben zählt auch der Verkauf von Agrar- sowie Nutzflächen.

Anbieten will das Unternehmen künftig ein neues System der Software unterstützten, genossenschaftlichen Beratung, das „einmalig“ ist. Torsten Jensen: „Der Kern ist eine persönliche Beratung.“ Die Kunden werden künftig nicht nur einmalig, sondern regelmäßig zu Gesprächen eingeladen. Gemeinsam wird ein Finanzcheck durchgeführt. „Systematisch und persönlich“, sagt Jensen. „Die persönliche Kundenberatung, das Gespräch am Tisch, ist nach wie vor zukunftsweisend. Das ist unsere Strategie und hebt uns von allen Direktbanken der Welt ab.“ Start soll Anfang 2016 sein.

Elf Auszubildende hat das Unternehmen im vergangenen Jahr eingestellt – IT- und Bankkaufleute, drei Auszubildende durchlaufen das Duale System. Das bedeutet: Sie sammeln Praxiserfahrung im Niebüller Unternehmen, anschließend steht das Duale Studium in Hannover an. Torsten Jensen: „Wir brauchen diese Mischung, und wir brauchen die jungen Leute. Wir hören genau zu, welche Visionen und Ideen sie für das Bankenwesen haben.“ Der Nachwuchs der Mitarbeiter liegt dem Unternehmen seit jeher am Herzen. Neun Kindern im Alter von 0 bis drei Jahren kommt derzeit die Betreuung in der firmeneigenen Kindertagespflegestelle „Robbie“ zugute. Um sie kümmern sich drei Fachkräfte.

Klaus Sievers abschließend: „Wir schauen zuversichtlich in die Zukunft. Wir haben eine richtig tolle Mannschaft.“

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