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Nordfriesland Tageblatt

12. Dezember 2017 | 19:27 Uhr

Reiseshops befürchten Einbußen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Weil deutlich häufiger Autozüge fahren, wird an den Verladestationen weniger gewartet – und deshalb auch weniger eingekauft

von
erstellt am 20.Jan.2016 | 11:01 Uhr

Beim Warten an der Verladestation noch in Ruhe eine Currywurst essen oder durch das Zeitschriftenangebot blättern: Das könnten künftig deutlich weniger Sylt-Reisende machen, befürchten die Betreiber der beiden Reiseshops an den Autoverladestationen Niebüll und Westerland.

Schließlich müssen Reisende seit Mitte Dezember deutlich kürzer warten, weil die Autozüge nicht mehr stündlich, sondern alle halbe Stunde über den Hindenburgdamm fahren. Lauri Balke, der den Port Sylt an der Verladestation in Niebüll betreibt, bemerkt die ersten Veränderungen schon jetzt: „Im Vergleich zu den beiden Vorjahren verzeichnen wir in diesem Januar schon Umsatzeinbußen.“ Gemein für ihn: Die wartenden Autofahrer hätten aufgrund der derzeit regelmäßigen Verspätungen des Syltshuttles oft mehr als genug Zeit, ihre Wagen zu verlassen und seinen Shop zu besuchen. Da die Verspätungen am Verladeterminal aber nicht angezeigt werden, bleiben die Reisenden meist brav in ihren Autos sitzen – schließlich könnte ja jeden Moment verladen werden.

Auch wenn der Zeitraum noch zu kurz sei, um genaue Zahlen zu nennen, befürchtet Balke, der den Port Sylt seit 2004 von der Deutschen Bahn pachtet, dass sich der Negativ-Trend fortsetzen wird. Schließlich fahren derzeit noch nicht einmal alle geplanten Autozüge – DB-Konkurrent RDC möchte bekanntermaßen mit seinen Zügen im Laufe des Februars das Autozug-Angebot auch noch erweitern.

„Jetzt lange abzuwarten, was passiert, wäre sicherlich der falsche Weg, mit der Situation umzugehen“, befindet der Geschäftsmann. Er überlege derzeit, wie sein Port Sylt umstrukturiert werden könnte, so dass er an die derzeitigen Gegebenheiten angepasst ist. Zu konkreten Plänen möchte er sich derzeit aber nicht äußern.

Birte Volz aus der Geschäftsleitung des Sylter Betriebs Voss hält sich mit ihrer Bewertung derzeit noch zurück. Zunächst müsse abgewartet werden, ob die häufigeren Abfahrtszeiten wirklich zu Umsatzeinbußen beim Reiseshop an der Westerländer Autoverladung führen werden. Doch dass gerade der Imbissbereich weniger genutzt werden könnte als bisher, das befürchte man auch bei Voss.

Eines aber bekommen die Shop-Betreiber schon jetzt hautnah mit: Die Verärgerung der Reisenden, wenn beim Autozug Chaos herrscht. Dann ist die erste Anlaufstation häufig sein Port Sylt, weiß Lauri Balke in Niebüll – seine 23 Mitarbeiter seien daran gewöhnt, den Ärger der Urlauber aufzufangen.

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