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Nach Sturmtief „Xavier“ : Reisende stranden in Niebüll

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Züge nach Sylt und in den Süden rollten am Donnerstag zeitweise nicht. Ruhige Lage für Wehren in Südtondern.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2017 | 03:55 Uhr

Niebüll | Sturmtief „Xavier“ hat den Norden Deutschlands mit großer Wucht getroffen. Zu größeren Einsätzen mussten die Feuerwehren in Südtondern am Donnerstag zwar nicht ausrücken, dafür war der Bahnverkehr ab Niebüll in Richtung Norden und Süden zeitweise komplett lahm gelegt. Am frühen Abend fuhren keine Personenzüge - auch der DB-Sylt Shuttle und der Autozug Sylt (RDC) rollten für rund eine halbe Stunde nicht über den Hindenburgdamm. Wer allerdings dachte, mit dem Abzug des Orkans sei am Freitag alles wieder gut, der irrt.

Auch am Tag danach bereiteten die Auswirkungen des Unwetters den Reisenden, die nach Sylt sowie ab Niebüll weiter in Richtung Itzehoe wollten, Probleme – Züge fielen aus, oder waren verspätet. „Im gesamten Norden kommt es auch heute zu Ausfällen und Einschränkungen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn (DB). Die Strecke zwischen Sylt und Niebüll sei zwar frei, jedoch würden sich die Störungen an anderen Orten Deutschlands auch im Norden Nordfrieslands auswirken. Züge aus dem Süden erreichten Niebüll und somit die Insel nicht, weil Abschnitte blockiert sind. Ersatzbusse gab es ab Niebüll demnach nicht. Die wichtigsten Fernverkehrsstrecken im Norden und Osten waren auch am Freitagvormittag zunächst noch gesperrt, heißt es.

Ein IC, der von Westerland auf dem Weg nach Hamburg war, stand am Donnerstag rund sechs Stunden im Niebüller Bahnhof, weil in Richtung Hamburg nichts mehr ging. Rund 100 Reisende harrten am Bahnhof aus und hofften zunächst, dass der Zug sich noch in Bewegung setzt. Gegen 20 Uhr sorgten Verantwortliche des Kreises, das DRK in Niebüll, Rettungsdienst und die Feuerwehr schließlich dafür, dass die Gestrandeten in Hotels aufgenommen werden. Mit extra angeforderten Bussen wurden 26 Schulkinder in eine Unterkunft nach Süderlügum gebracht, andere übernachteten in Dagebüll und Niebüll.

Auch Reisende aus anderen Zügen die ihre Fahrt unfreiwillig in Südtondern beenden mussten, bekamen von der Bahn in Schlafplätze in Hotels. Während sich der Nahverkehr am Freitagmorgen langsam normalisierte, brauchten Reisende im Fernverkehr weiter viel Geduld. Intercitys nach Dresden und Frankfurt fielen ab Westerland am Freitag aus, auch einige Regionalbahnen nach Hamburg-Altona rollten bis in den Abend nicht oder standen minutenlang auf offener Strecke hinter Klanxbüll still.

Während der Sturm am Donnerstag bundesweit rund sieben Menschen das Leben gekostet hatte, verlief das Unwetter für die Wehren in Südtondern ruhig: In Aventoft hatten heftige Regenfälle wie berichtet Gullys an einem Zweifamilienhaus zum Überlaufen gebracht. Freiwillige Helfer der Feuerwehren Emmelsbüll, Risum und Niebüll unterstützten zudem die Feuerwehrleute in Tönning.

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