Sehenswerte Ausstellung : Reise in die Vergangenheit

Das Dorfmuseum-Team an einer historischen Landkarte: Frauke Heesch, Gunnar Friedrichsen, Ingeburg Peters, Johann Nicolaisen, Gretel Friedrichsen, Martin Jochimsen, Ingwer Christophersen, Renate Christophersen und Hans-Heinrich Petersen (v. li.).
Das Dorfmuseum-Team an einer historischen Landkarte: Frauke Heesch, Gunnar Friedrichsen, Ingeburg Peters, Johann Nicolaisen, Gretel Friedrichsen, Martin Jochimsen, Ingwer Christophersen, Renate Christophersen und Hans-Heinrich Petersen (v. li.).

Das Ladelunder Dorfmuseum entwickelt sich weiter: Vielfältige Exponate und verbesserte Präsentation.

shz.de von
08. Juni 2018, 07:42 Uhr

Ladelund | Ein uralter Handwebstuhl, eine komplette Schusterwerkstatt, Original-Werkzeuge der inzwischen so gut wie ausgestorbenen Berufe des Stellmachers und des Böttchers, hunderte von Hausgeräten und Möbeln. Dazu Spielzeug und Bekleidung vergangener Jahrhunderte sowie zahlreiche naturkundliche Exponate haben engagierte Bürger der Gemeinde Ladelund in ihrem beachtenswerten Dorfmuseum zusammengetragen. Hier ist im Laufe von nunmehr 27 Jahren eine sehenswerte Ausstellung entstanden, die zu den bedeutendsten Sammlungen landestypischer und volkskundlicher Objekte in der Region Südtondern zählt.

„Zurzeit gestalten wir die Ausstellung um und erweitern sie so, dass sie für unsere Besucher noch anschaulicher und übersichtlicher wird“, berichten Martin Jochimsen und Hans-Heinrich Petersen. Beide sind ehrenamtliche Mitarbeiter des elfköpfigen Teams von Ehrenamtlern des Ladelunder Dorfmuseums, das sich zum Ziel gesetzt hat, die ältere und jüngere Vergangenheit des schönen Dorfes in der Karrharde und seiner Bewohner für die heutige und künftige Generation erlebbar zu erhalten. Zu diesem engagierten Team gehören darüber hinaus: Martina Buldt, Renate und Ingwer Christophersen, Hans Feddersen, Gretel und Gunnar Friedrichsen, Frauke Heesch, Johann Nicolaisen und Ingeburg Peters.

Bereits im Jahr 1988 erwarb die Gemeinde Ladelund die ehemalige Werkstatt des Böttchers und Stellmachers Willy Christiansen und renovierte das Gebäude umfangreich. Am 6. Juni 1991 wurde es dann als volkskundliches Museum eingeweiht. Die erste Ausstellung umfasste die Exponate einer umfangreichen Privatsammlung, die die Ladelunderin Anita Vollertsen, Tochter des Stellmachers Willy Christiansen, dem Dorfmuseum zur Verfügung stellte. Seither wurde und wird diese Ausstellung ständig erweitert.

„Es ist doch wichtig, dass jemand die Erfahrungen vergangener Jahrhunderte an unsere heutigen Mitbürger weitergibt“, erklärt das Team ehrenamtlicher Mitarbeiter seinen Einsatz im Dorfmuseum. Zu jedem Ausstellungsstück können sie großen und kleinen Besuchern interessante Geschichten erzählen, die die Vergangenheit lebendig werden lassen. Wenn man zum Beispiel die vielen „Hauben“ betrachtet, die alle verheirateten Frauen noch bis ins vorige Jahrhundert hinein tragen mussten, erhält der Begriff „Unter die Haube kommen“ plötzlich wieder seine ursprüngliche Bedeutung.

Neben den öffentlichen Besucher-Führungen findet ein großer Teil der ehrenamtlichen Arbeit im „stillen Kämmerlein“ statt. So kümmern sich Hans Feddersen, Ingeburg Peters und Hans-Heinrich Petersen zeitintensiv um die Archivarbeit des Dorfmuseums. Das Archiv ist im Obergeschoss der ehemaligen Meierei, dem heutigen Ladelunder Markttreff untergebracht. Hier befinden sich riesige Mengen an schriftlichen und fotografischen Aufzeichnungen über die Dörfer Boverstedt, Bramstedtlund, Karlum, Ladelund und Westre, die vom Team in arbeitsintensiven Recherchen nach den Themen Verwaltung, Schule, Gewerbe, Vereine, Organisationen, Familien, Geschichte und Fotos sortiert und katalogisiert werden. Dabei bildet die Ahnenforschung einen besonderen Schwerpunkt.

Die umfangreichen Sammlungen des Dorfmuseums und seines Archivs haben sich bis ins benachbarte Dänemark herumgesprochen. „So konnten wir das Dorfmuseum in Rens mit Leihgaben aus unserem Fundus unterstützen“, berichtet das engagierte Team. „Und eine Büchersammlung, die sich detailliert mit dem ersten Weltkrieg auch hier in der Region beschäftigt, konnten wir dem Sonderburger Museum zur Verfügung stellen.“

Das Ladelunder Dorfmuseum ist noch bis zum 31. Oktober an jedem Mittwoch von 14 bis 18 Uhr geöffnet, das Archiv ganzjährig sonnabends von 10 bis 12 Uhr. Besuchergruppen können zusätzliche Termine vereinbaren.

Weitere Informationen auch unter www.ladelund.de


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