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Nordfriesland Tageblatt

17. Oktober 2017 | 14:23 Uhr

Reimer Bock hat viele Eisen im Feuer

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Erst war er Fahrer bei der Südtondern Tafel, jetzt ist er der Vorsitzende: Ein Interview mit dem 70-Jährigen

shz.de von
erstellt am 25.Jan.2014 | 10:02 Uhr

Jahrzehntelang fungierte der gebürtige Langenhorner als Fußballtrainer und Betreuer, übernahm später die Jugendarbeit in der MTV-Tennissparte, begleitete als Bauherrenvertreter und Aufsichtsratsvorsitzender das stationäre Hospiz in Niebüll und setzt sich bereits im 16. Jahr als stellvertretender Schiedsmann in der Gemeinde Leck ein: Reimer Bock ist sozial stark engagiert und hat viele Eisen im Feuer gehabt. Nun übernahm der pensionierte Verwaltungsbeamte aus Leck den Vorsitz des Vereins „Südtondern Tafel“.
Herr Bock, Sie haben vor fast einem Jahr als Fahrer bei der Südtondern Tafel angefangen. Was motivierte Sie, diese ehrenamtliche Aufgabe anzunehmen?
Reimer Bock: Ich habe mich mein Leben lang für andere eingesetzt. Das ist mir wohl in die Wiege gelegt worden. Als ich gefragt wurde, fiel es mir nicht schwer, ja zu sagen.

Was waren Ihre Beweggründe, sich in den Chef-Sessel der Tafel zu setzen?
Gar keine, denn es kam überraschend. Auf der Jahreshauptversammlung bin ich spontan vorgeschlagen und in geheimer Abstimmung mit wenigen Mehr-Stimmen gewählt worden.

Die Südtondern Tafel hat ihre beiden Ausgabestellen Ende 2012 in Betrieb genommen und wird von den Bürgern, denen es finanziell mangelt, gut angenommen. Wie steht es mit der Akzeptanz in der Bevölkerung?
Eigentlich gut. Aber es gibt auch kritische Stimmen. Da muss weiterhin Aufklärungsarbeit geleistet werden: Zum Beispiel, dass ein Leistungsnachweis vom Sozialzentrum vorliegen muss, um überhaupt Waren zu bekommen.

Erfahren Sie genug Unterstützung in der Geschäftswelt?
Eindeutig ja! Die Lebensmittelketten, Bäcker und anderen Geschäftsinhaber sind sehr großzügig. Sie geben hochqualifizierte Waren ab, die absolut nicht immer das Verfallsdatum schon erreicht haben. Und wenn doch, dann können unsere Kunden selbst entscheiden, ob sie die Ware mitnehmen oder nicht.

Haben Sie für die Zukunft Wünsche für den Verein?
Natürlich. Ich hoffe weiterhin auf offene Ohren bei den Geschäftsleuten und auf spendable Privatpersonen. Wünschenswert ist weiter, dass wir die Qualität unserer eigenen Dienstleistung beibehalten können. Dafür sorgen heute insgesamt 17 Fahrer und 40 Helfer und Helferinnen. Außerdem hoffe ich auf steigende Mitgliederzahlen. Die liegt momentan bei rund 150 inklusive der 28 Kommunen.

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