Reif oder Raureif?

sam_3798

shz.de von
16. November 2016, 15:03 Uhr

Wie ein weiches Fell zieht sich der Raureif über den Rasen und abgeblühte Blütenstände. Diesen besonders „puscheligen“ Raureif gibt es nur hier in der Küstenregion. Aber wie entsteht er, und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Reif und Raufreif? Reif ist praktisch gefrorener Tau. Er entsteht, wenn Tauwasser auf Pflanzen und Gegenständen bei unter null Grad anfriert. Reif lässt sich nur mühsam abkratzen. Das Phänomen kennen die Autofahrer: Die Scheiben sind mit einer dünnen Eisschicht überzogen. Raureif dagegen ist gefrorene Luftfeuchtigkeit, die sich wie zerbrechliche Nadeln überall festsetzt, wenn die Temperatur unter minus 7,5 Grad fällt. Raureif wächst dem Wind entgegen und man kann an der Richtung der Nadeln erkennen, woher der Wind kam als sie entstanden sind. Besonders schöner Raureif entwickelt sich in unseren Küstenregionen, wenn bei durchgängig unter minus 7,5 Grad auf dem Festland wärmerer Seenebel aufzieht und sofort zu Raureif wird, sobald er auf die kältere Luft an Land trifft. Mitunter entsteht bei schnellem Temperaturabfall auch „Diamantstaub“ in der Luft. Dieser sieht Schnee sehr ähnlich, ist aber Raureif, der an kleinen Staubpartikeln in der Luft kondensiert.

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