Komödie : Reichlich Trubel um eine alte Sau

Rechtsanwalt (Thomas Jensen)    und Magd (Rita Gummelt) sind sich nicht einig.
Rechtsanwalt (Thomas Jensen) und Magd (Rita Gummelt) sind sich nicht einig.

Volles Haus bei der Premiere des plattdeutschen Stücks „Kunigunde dörf nich starben“. Die zahlreichen Zuschauer in der Nordsee Akademie dankten mit viel Applaus.

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03. März 2014, 06:30 Uhr

„Kunigunde dörf nich starben“ – so lautet der Titel des in diesem Jahr von der Bühne des „Plattdeutschen Rings Leck“ einstudierten Schwanks, zu dessen Premiere sich im Festsaal der Nordsee Akademie 220 erwartungsfrohe Gäste einfanden. Sie ließen sich von der souveränen Darbietung des von Herbert Hollitzer verfassten und von Matthias Hahn ins Plattdeutsche übertragenen Dreiakters rundum begeistern. Die Spannung der Zuschauer wurde noch dadurch gesteigert, dass die Theaterregie und drei der sechs Rollen des Lustspiels durch Neuzugänge des Ensembles besetzt waren: Joachim Janke sowie Thomas Jensen, Peter Nissen und Finja Petersen. Wie sich zeigen sollte, passten sich diese in Gestik und Aussprache den „alten Hasen“ – Rita Gummelt, Dirk Lebeck und Brigitta Steensen – problemlos an.

Bevor der Vorhang sich öffnete und das von Stephan Ostrinsky fantasievoll gestaltete Bühnenbild freigab, welches eine bäuerlich eingerichtete Wohnstube zeigte, hieß der Leiter der Abendvolkshochschule Leck, Karl Werner, alle Erschienenen willkommen. „So viele Premierengäste wie heute haben wir in den 38 Jahren unseres Bestehens meines Wissens noch niemals gehabt,“ freute er sich.

Die Handlung der Komödie beginnt mit der Besichtigung der Wohnung eines alten Bauernhofes, den das Käuferehepaar Hans-Dietrich und Eleonore-Marie Kellermann (Peter Nissen und Brigitta Steensen) gerade zu außergewöhnlich günstigem Preis erworben haben. Ihre Freude währt nur so lange, bis sie merken, dass sie ein der Magd (Rita Gummelt)lebenslang gewährtes Wohnrecht übersehen haben. Auch war dem Hausschwein „Kunigunde“ ein vom Erblasser verfügtes „Gnadenbrot“ garantiert worden. Der Rechtsanwalt von Stetten (Thomas Jensen) wird beauftragt, dafür zu sorgen, dass die Magd samt ihrer Nichte (Finja Petersen) und deren Freundes (Dirk Lebeck) und aller noch auf dem Hof befindlichen Tiere das Gebäude verlassen. Dadurch soll ein Umbau zu einer idyllischen Wellness-Oase ermöglicht werden. Da die Magd sich hartnäckig weigert, das Feld zu räumen, erwirkt der Käufer ein eingeschränktes Wohnrecht und unterteilt den Wohnbezirk in zwei Zonen. Von nun an bekämpfen sich die beiden Parteien mit allen nur denkbaren Mitteln – so auch durch Einsatz einer Mistforke, Lärmerzeugung, Verbreitung übler Geschmäcke und Versprühen übler Gerüche. Unter diesen leidet besonders die sich äußerst vornehm aufspielende Ehefrau des Käufers. Kunigunde wird heimlich im Stall eines Nachbarn versteckt.

Die Wende der Katastrophe wird eingeleitet, als der Rechtsanwalt erfährt, dass die Magd die Warzen befreundeter Personen bespricht. Erst will er sie wegen unangemeldeter Gewerbetätigkeit verklagen. Dann aber erfährt er, dass sie ihre Fähigkeit aus purem Mitleid kostenlos anwendet. Da er selbst unter Warzen leidet, die ihn in seinem Liebesleben arg beeinträchtigen, verspricht er der Magd, ihr beim Verbleib in ihrer Wohnung zu helfen, wenn sie ihn auch von seinen Warzen befreit. Da dies geschieht, fällt er seinem ursprünglichen Auftraggeber in den Rücken und setzt es durch, dass das alte Gebäude wegen angeblich schutzwürdiger Bausubstanz unter Denkmalschutz gestellt wird. Dieser verhindert sämtliche geplanten Umbau- und Instandsetzungsmaßnahmen. Jetzt räumen die Käufer das Feld, und Kunigunde darf am Leben bleiben.

Alle Darsteller hatten ihre Rollen überzeugend verkörpert und das Publikum durch Spielfreude und klare Aussprache erfreut. Sein begeisterter Applaus galt auch Helfern hinter den Kulissen: Asta Steensen (Spielleiterin und Souffleuse), Joachim Jahnke (Regie) Katie Niemeyer (Maske), Stephan Ostrinsky (Bühnenbild und Kulissenbau), Heinrich Breckling (Technik) und Olaf Arps (Multimedia).


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