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Nordfriesland Tageblatt

21. August 2017 | 09:14 Uhr

Konzert : Rauschende Tanzparty mit Inbetween

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mit einem stimmstarken Mix quer durch die Musikgeschichte heizte die Funk- und Soulband ihrem Publikum im Charlottenhof ordentlich ein

Brechend voll trotz Sommerglut und Fußball im Fernsehen war am Mittwochabend der Saal im Charlottenhof. Denn die Freizeitband „Inbetween“ spielt selten, aber gewaltig. Und das muss man miterlebt haben. Die Stimmung war von Beginn an aufgeregt und prickelnd, das lag auch an den beiden extra engagierten Super-Sängerinnen Birga Görtz aus Flensburg und Kerstin Bogensee aus Hörup. Die beiden stimmstarken Grazien hatten ihren eigenen Fanclub dabei, die gleich vor der Bühne die Tanzfläche eroberten und mit schrillen Scherien für Wacken-Atmosphäre sorgten.

Die Funk- und Soulband wirkt gereift, immer professioneller. Der Mix ist nahezu perfekt, da geht es kreuz und quer durch die Musik-Geschichte mit legendären Klassikern wie „Grapewine“ bis „Unchain my Heart“. „Wir wollten eine Querschnitt aus den letzten Jahren bieten“, verriet Gitarrist Peter Lipp. „Dazu neue Songs, die gut zu uns passen!“ Sänger Frank Gerson dominierte wie immer das Bühnengeschehen. Doch nicht allein: Denn Saxophonistin Vera Hesse hatte geklagt, dass es kaum echte Frauentitel gäbe – und zum Glück traten die Gastsängerinnen diesen Trend um. Triathletin Kerstin Bogensee faszinierte mit Gänsehaut-Timbre bei „Ain’t nobody“, während Birga Görtz mit viel Körpereinsatz sich als echte „Rampensau“ verstand, mit lasziven Blicken um sich warf und die Hüfte schwingen ließ. Dabei sang das „Bad Girl“ ebenso mitreißend wie ihre Partnerin, griff zusätzlich ab und zu zum Saxophon.

„Inbetween“-Konzerte, das sind immer auch Wiedersehensfeste für die Besucher. Da klönt man über alte „Trichter“-Zeiten („Barny hatte immer so geparkt, das ich über die Anhängerkupplung gestolpert bin“), oder man weiß sogar, dass die „Inbetween“-Musiker Claus und Hans-Jürgen Jannichsen (Bass, Keyboards) einst bei „Atlantic Ocean“ den Saal bei Fiete Eck rockten. Knapp 40 Jahre als Musiker auf der Bühne, das beweist Qualität. Die beiden bilden daher nicht ohne Grund die Basis der Gruppe, die mit Boy Oldigs und Peter Lipp über zwei hervorragende Gitarristen verfügt. Der Niebüller Boy Oldigs, dem das schweißnasse Brusthaar aus dem T-Shirt hervorquoll, liebt dabei die Show: Er ging immer wieder an den Bühnenrand und ließ die Mädels aufschreien. Sänger Frank Gerson stand ihm dabei animierend zur Seite, seine Kondition ist immer noch bewundernswert, die Tanzeinlagen aller Ehren wert.

Auch das Publikum tanzte und sang von Beginn an mit, rastete bei „Maneater“ richtig aus. Im Gegensatz zur Band hatten die Tänzer vor der Bühne jedoch nicht die Chance, in der Pause die Kleidung komplett durchzutauschen. Die Stehtische wurden nach hinten geschoben, so dass auch die dritte Tanzreihe Bewegungsfreiheit bekam. Mit „Freak out“ wurde rauschende Partystimmung weiter angeheizt, ehe mit „Kiss“ die Kontaktfreude belebt wurde, „Sucht euch jemanden aus“, ermunterte Vera Hesse – mit Erfolg. Spontane Begegnungen gab es so zuhauf, die Sylter Damenwelt zeigte sich hier ebenso zugänglich wie ältere Herren, die ihr Haupthaar ausschüttelten. Langjährige Paare spürten durch die hochemotionale Musik die gegenseitige Zuneigung aufflammen und knutschten wie einst im Mai. Allein dafür müsste „Inbetween“ geadelt werden, man ahnt förmlich, wie so die Scheidungsraten fallen könnten.

Ein toller Abend, der ganz plötzlich vorbei war: Riesenbeifall zum Schluss, drei Zugaben und dann doch das Ende. Schlagartig leerte sich der Saal nach dem letzten Song. Schlagzeuger Reinhard Ott empfing noch die Komplimente seiner charmanten Frau Mama und musste sich dann doch vom Klönschnack lösen: Keine Zeit zum wohlverdienten Softdrink, es war Zeit abzubauen.

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erstellt am 07.Aug.2015 | 05:30 Uhr

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