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Nordfriesland Tageblatt

18. August 2017 | 20:57 Uhr

Raus aus dem Alltagstrott

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das DRK plant einen monatlichen Treffpunkt für Menschen mit eingeschränkten Alltagskompetenzen / Willkommen ist in der Gruppe aber jeder

Beim DRK Pflegedienst Niebüll (Gotteskoogstraße 3) möchte das Team um Frank Pitann, seit 2006 Pflegedienstleiter, eine neue Betreuungsgruppe ins Leben rufen. Entstehen soll hier ein monatlicher Treffpunkt für ältere Menschen – mit eingeschränkter Alltagskompetenz (beispielsweise Demenz), aber auch solchen, die diese Probleme nicht haben. In Anspruch nehmen können das Angebot also Pflegeempfänger, die derzeit zu Hause betreut werden und von der Pflegeversicherung Beträge für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungleistungen zur Verfügung gestellt bekommen, aber auch – und das ist neu – alle anderen. Bedingung: Interessierte müssen sich im Einzugsbereich des DRK Pflegedienstes Niebüll-Bökingharde befinden. Im Norden sind dies Niebüll, die Küstenstraße bis einschließlich Rodenäs, Emmelsbüll-Horsbüll, Klanxbüll, Lübke-Koog; im Süden Risum-Lindholm, Stedesand, Wester-Schnatebüll, Fahretoft, Dagebüll, Galmsbüll.

„Wir wenden uns ausdrücklich an alle unsere Kunden, heißen aber selbstverständlich auch Neukunden herzlich willkommen“, sagt Frank Pitann. Geplant ist, ein oder zwei Mal im Monat – je nach Resonanz – sich an einem festen Wochentag zu treffen. Vorweg gibt es Kaffee und Kuchen zum Selbstkostenpreis. Anschließend stehen – ganz nach Wunsch der Teilnehmer – Spiele, Gedächtnistraining, Singen und ähnliche Beschäftigungen auf dem Programm. Die Teilnehmerzahl soll bei maximal 15 liegen.

Die Begleitung der Gruppe übernehmen Silvia Brodersen und Anke Martens – beide haben spezielle Fort- und Weiterbildungen besucht, sind um Umgang mit Demenzkranken geschult – sowie Frank Pitann und Ingo Kahn, examinierte Pflegekraft. Das Team freut sich auf die neue Aufgabe. Silvia Brodersen: „Jeder Mensch hat eine andere Persönlichkeit, jeder ist anders. Man muss auf den Menschen zugehen.“ Das gelte insbesondere bei Menschen mit Demenz. Frank Pitann: „Wichtig ist es beispielsweise, Menschen mit diesen Einschränkungen nicht davon überzeugen zu wollen, dass das, was sie denken, falsch ist. Wir versuchen, sie dort abzuholen, wo sie sind.“ In ihren Erinnerungen, in Erlebnissen aus ihrer Vergangenheit.

Für das neue Angebot werden die Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Hauses genutzt. Platz geschaffen wurde hier durch die Nutzung der oberen Stockwerke. Vormals vermietet, sind diese nun frei und dienen als zusätzliche Büro- und Schulungsräume. Der DRK-Pflegedienst ist Mieter, das Haus ist in Besitz des DRK-Ortsvereins.

Organisiert wird noch die Transportfrage. Sie ist, wie der Preis, den die Teilnehmer zahlen, von der Resonanz abhängig. Das neue Angebot ist ein Versuch. Frank Pitann: „Wir haben schon lange festgestellt, dass es der Wunsch unserer Klienten ist, ab und an mal ein wenig dem Alltag zu entfliehen. Jetzt haben wir die Möglichkeit zur Umsetzung.“

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erstellt am 15.Feb.2016 | 14:26 Uhr

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