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Landwirtschaft : Raps blüht deutlich früher als sonst

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Landwirte erwarten aufgrund des milden Wetters und des derzeit geringen Schädlingsbefalls eine gute Ernte

shz.de von
erstellt am 29.Apr.2014 | 05:15 Uhr

Der Raps, der in Schleswig-Holstein auf einer Fläche von 113 000 Hektar angebaut wird und im heimischen Südtondern etwa ein Viertel der landwirtschaftlichen Anbaufläche bedeckt, hat in diesem Jahr einen ungewöhnlich frühen Start in die Blüte. Rund drei Wochen eher stehen die Felder in Südtondern bereits in voller Pracht.

Die Rapspflanze habe sich zügig entwickelt, bestätigt Landwirtschaftsmeister und Bauernverbandschef Wolfgang Stapelfeldt. Grund dafür ist das milde Frühjahr, das dem ebenso mildem Winter folgte. Niedrige Temperaturen und genügend Bodenfeuchtigkeit hätten dem Raps ideale und geradezu perfekte Bedingungen für das weitere Wachstum verschafft.

Unter der Voraussetzung, dass das natürliche Regulativ seine Qualität beibehält und auch das Wetter mitspielt, könnte schon gegen Ende Juli mit dem Drusch begonnen werden. Der verfrühte Vegetationsbeginn wird sich nach Einschätzung der Experten voraussichtlich positiv auf die Ernte auswirken, denn in den kommenden Wochen ist noch mit weniger Schädlingen zu rechen. Möglich sind Rapserträge um die 4500 Kilogramm pro Hektar. Und pro Hektar können nach Angaben der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein etwa 1800 bis 2000 Liter Liter Rapsöl gewonnen werden. Mit Ölgehalten von bis zu 45 Prozent und einem Eiweißgehalt von rund 22 Prozent gehört Raps zu den wertvollsten Produkten aus pflanzlicher Produktion weltweit.

Der Raps schlägt nach der Ernte unterschiedliche Richtungen ein. Ein Großteil des in den Ölmühlen in Kiel, Hamburg und Niedersachsen zu Rapsöl gepressten Ernteguts fließt in die Erzeugung von Biodiesel, Hydraulikölen und Schmierstoffen. Etwa sieben Prozent Rapsöl werden dem mineralischen Dieselkraftstoff zugesetzt. Altbekannter Standard ist jedoch das Rapsöl in der Küche. Die Hausfrau schätzt es und die aus Rapsöl hergestellte Margarine wegen des reichen Gehalts an ungesättigten Fettsäuren.

Das Bauernblatt, Organ der Landwirtschaft im Lande, berichtet übrigens, dass die Landwirte nicht nur Erzeuger von Nahrungsmitteln und Viehfutter seien, „nein, sie sind auch Ölscheichs, denn sie produzieren jährlich zwei Milliarden Liter Rapsöl.“

Hobbyfotografen, Naturfreunde und „Rapsfans“ werden das goldgelbe Naturschauspiel noch etwa 14 Tage genießen können.

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