Quicklebendiges Quartett überzeugt mit virtuosem Spiel

Das Vuur Quartett; „vuur“ heißt übersetzt  „feurig“.
Das Vuur Quartett; „vuur“ heißt übersetzt „feurig“.

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19. November 2013, 00:36 Uhr

Mit einem Programm aus Werken der Klassik und Romantik beendete der Verein Pro Musica Niebüll seine Konzertsaison. Dazu hieß der Vorsitzende Volker Scheibe das „Vuur Quartett“ aus Kiel als Interpreten sowie 40 Freunde der Kammermusik als Zuhörer mit launigen Worten willkommen. Auf den ersten Konzertbeitrag, das Streichquartett op. 18 Nr. 1 in F-Dur von Ludwig van Beethoven, hinweisend, belustigte er das Publikum mit einem Zitat von Peter Bamm: „Früher rasierte man sich, wenn man Beethoven hören wollte. Jetzt hört man Beethoven im Radio, wenn man sich rasieren will.“

Die vier Streicher gehören alle dem Philharmonischen Orchester Kiel an: Su-Yun Lie (1. Violine), die stellvertretend für die erkrankte Michaela Styppa eingesprungen war, David Göller (2. Violine), Anja-Alexandra Poster (Viola) und Stefan Grové (Violoncello). Letzterer, in Südafrika geboren und aufgewachsen, wurde als Namensgeber der Quartetts ausgewiesen. Erst auf Nachfrage verriet er die Bedeutung der Bezeichnung: „Vuur“, eine niederländische Vokabel, solle aussagen, dass das Ensemble „feurig“ musiziere. Dies erwies sich im Verlaufe des Konzertes als absolut zutreffend.

Mit seinem Opus 18 Nr. 1 sammelte Beethoven erste Erfahrungen auf dem Gebiet des Komponierens von Streichquartetten und war sich seines Erfolges zunächst nicht sicher. Es sollte sich jedoch als bahnbrechender Publikumserfolg erweisen. Bei seiner meisterlichen Interpretation der musikalisch wie auch spieltechnisch anspruchsvollen Komposition zeigte das Vuur Quartett seine Tugenden deutlich auf. Die Streicher spielten, absolut sauber intonierend, virtuos und in hervorragend präziser Weise zusammen. Der jeweiligen Stimmung der Sätze wurden sie vollauf gerecht. Im „Allegro con Brio“ zog sich das Hauptthema einprägsam durch den gesamten Satz. Das gefühlvolle „Adagio“ voller emotionaler Spannung soll unter dem Eindruck der Grabszene aus „Romeo und Julia“ von Shakespeare entstanden sein. Das „Scherzo“ und das abschließende, heitere Sonaten-Rondo standen hierzu in reizvollem Kontrast. Nicht weniger gut gelang den Künstlerinnen und Künstlern das spätromantische Streichquartet Nr. 2 D-Dur von Alexander Borodin, einem im Hauptberuf als Chemiker tätiger Autodidakt. Musikalisch brachte er jedoch Erstaunliches zustande, so auch das von slawischer Melodik geprägte Streichquartett Nr. 2, dessen „Notturno. Zum guten Gelingen der Darbietung trugen der mal ganz „satt“, mal geschmeidig und schlank klingende Ton des Cellos, aber auch die variable Gestaltung des Bratschenparts entscheidend bei. Die Violinen erfreuten durch quicklebendiges Spiel mit virtuoser Technik.

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