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Nordfriesland Tageblatt

19. August 2017 | 15:04 Uhr

Prüfung vor dem Ernstfall

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Neue Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren absolvieren einen Lehrgang – und müssen zeigen, was sie gelernt haben

Wer als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Not geratenen Menschen helfen will, braucht eine Ausbildung. Diese beginnt für die Anwärter mit dem „Truppfrau/mann Teil 1“ nach dem Lernzielkatalog des Landesfeuerwehrverbandes Schleswig-Holstein. Dieser Aufgabe stellten sich jetzt auch 29 neue Feuerwehrmitglieder, darunter drei Frauen, von elf verschiedenen Wehren aus dem nördlichen Südtondern. Nach 16 Stunden Unterweisung in Erster Hilfe genossen sie noch 54 Stunden Ausbildung in Theorie und Praxis mit den Schwerpunkten Löscheinsatz und einfache technische Hilfeleistung. Hierfür stand ein zehnköpfiges Ausbilder-Team unter der Leitung von Kreisausbilder Dirk Schlott (Niebüll) zur Verfügung.

Nach Abschluss des Lehrganges versammelten sich alle am Neukirchener Gerätehaus zu einer Prüfung, wo sie beim Appell von Südtonderns Amtswehrführer Oliver Jacobsen (Braderup) begrüßt wurden. Er hatte selbst an einem Ausbildungstag teilgenommen und dankte dem Lehrgangs-Team.

Die vier Prüfer – Dunja Sörensen, Andreas Schley, Kevin Andresen (alle Leck) und Franz Petersen (Galmsbüll) – standen für die Abnahme bereit. Zunächst kam der praktische Teil mit einer kleinen Löschübung. Ausbilder Frank Merz (Aventoft): „Hier sollen die Anwärter zeigen, was sie als Angriffs-, Wasser- und Schlauchtrupp sowie Melder gelernt haben.“

Danach galt es, Fragen als Lernerfolgskontrolle auf einem Bogen zu beantworten. Auch dieses meisterten alle. Anwärter Jörg Jacobsen von der Lübke-Kooger Wehr sagte: „Ich war zunächst sehr aufgeregt, da ich nicht wusste, was mich erwartete. Aber wir wurden super aufgenommen und der Lehrgang verlief sehr gut und angenehm. Die Feuerwehr kann stolz auf ihre Ausbilder sein.“

Mit Jessica und Renke Jäger (Galmsbüll) war sogar ein Anwärter-Ehepaar unter den Lehrgangsteilnehmern. Sie wollte eigentlich früher schon in die Jugendfeuerwehr eintreten, was aber nie geklappt hatte. Mit den Worten „Nun komm schon, so schlimm kann es nicht werden“ hatte Jessica Jäger auch ihren Ehemann überzeugt in die Feuerwehr einzutreten, zumal dort bereits Familienangehörige und Freude waren.

Dass man auch im fortgeschrittenen Alter noch Mitglied in der Wehr werden kann, beweist der Aventofter Neubürger Jörg-Florian Jensch (54), der bisher überhaupt noch keine Beziehung zur Feuerwehr hatte, wie er sagte. „Ich habe jetzt Zeit und bin nach Überredung durch meinen Nachbarn eingetreten, zumal mich auch die Kameradschaft dort überzeugt hat.“ In die gleiche Kerbe schlug der Humptruper Ortwin Schulz (45), seit knapp einem Jahr Feuerwehr-Mitglied: „Man hat schon länger auf mich eingeredet, dort einzutreten, und nach einem Schnupper-Dienstabend war ich auch davon überzeugt.“

Dass bei der Feuerwehr auch Integration gelebt wird, bewies der in Eritrea geborene und seit eineinhalb Jahren in Niebüll wohnende Musie Brhane. Auch er gehörte zu den Anwärtern.

„Alle haben gut mitgezogen, waren sehr wissbegierig und interessiert. Sie haben alles viel schneller begriffen, als wir vorher gedacht haben“, sagte Dirk Schlott. Alle Teilnehmer haben bestanden. Jetzt müssen sie noch den „Truppfrau/mann Lehrgang Teil 2“ absolvieren. Auch Dunja Sörensen bestätigte dem Feuerwehr-Nachwuchs: „Die Prüfung war super – ihr seid gut ausgebildet. Ab jetzt dürft ihr offiziell an den Einsätzen in euren Heimatwehren teilnehmen, wo auch die praktische Ausbildung richtig losgeht.“

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erstellt am 21.Mär.2016 | 11:53 Uhr

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