Zachariasen in Niebüll : Prozesse ohne feste Formen

Aussteller und Ausstellender: Günter Zachariasen und Dr. Uwe Haupenthal. Foto: Kon
Aussteller und Ausstellender: Günter Zachariasen und Dr. Uwe Haupenthal. Foto: Kon

Der Diedersbüller Künstler Günter Zachariasen stellt im Niebüller Richard-Haizmann-Museum aus

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06. September 2011, 08:07 Uhr

Niebüll | In der neuen Ausstellung im Richard-Haizmann-Museum zeigt Günter Zachariasen zum Teil großformatige Bilder unter der Überschrift "Lob der Leere". Museumsleiter Dr. Uwe Haupenthal hielt seine Laudatio vor einem großen Publikum, denn auch etliche Dorfbewohner erwiesen dem Künstler die Ehre - findet doch Zachariasens Kunst in Diedersbüll quasi vor ihrer Haustür statt. Gespannt lauschten die Gäste den Worten des Experten, der ihnen erklärte, was sich der Wahrnehmung des Laien nicht unbedingt erschließt.

Zachariasen zeigt Wege auf, sich mit neuen Zusammenhängen auseinanderzusetzen. "Die asketische Leere der Bilder wirft die Wahrnehmung auf sich selbst zurück", formuliert es der Maler selbst, der in seinen Bildern und durch seine Bilder meditiert. Er fordert den Betrachter auf, sich darauf einzulassen, und durch die Folie der Bilder einzutreten in seinen eigenen, von Bedeutungsballast befreiten, Bewusstseinsraum. Voraussetzung sei, so Haupenthal, dass "der Betrachter dieses überhaupt zulässt und sich öffnet". Das sei aber auf den ersten Blick in seiner Stille wenig spektakulär, bei längerer Übung jedoch um so mitreißender, weil "es einen Bewusstseinsraum erschließt, in dem sich das Verhältnis zu uns selbst wie zu der uns umgebenden Wirklichkeit neu firmieren kann". Dafür habe der Künstler eine schöne Metapher gefunden, wenn er von "einem Spiegel ohne Staub" spricht.

Zachariasen verlangt dem Betrachter einiges ab, denn in seinen Bildern existieren entgegen jeglicher Sehgewohnheiten keine festen Formen. Von ihnen hat sich der Maler sukzessive verabschiedet. Er gesteht allein der Farbe eine Bedeutung zu, die er in zahllosen Schichten mit einem trockenen, breiten Pinsel lasierend auf den Malgrund aufträgt. Licht zieht sich zusammen oder breitet sich aus. Licht-Zonen erzeugen Dynamik und räumliche Tiefe.

Die Ausstellung ist bis zum 23. Oktober, dienstags bis freitags von 11 bis 16.30 Uhr, sonnabends von 11 bis 13 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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