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Nordfriesland Tageblatt

12. Dezember 2017 | 02:29 Uhr

Protest vor Kulisse aus schweren Brummis

vom

Deutsch-dänischer Verein Infrastruktur Vestkyten/Westküste und rund 100 Bürger mahnten in Husum den Ausbau der Bundesstraße 5 an

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Husum | Rund 100 Teilnehmer waren am Sonnabendnachmittag dem Aufruf des deutsch-dänischen Vereins Infrastruktur Vestkysten/Westküste zu einem "Tag des Stillstands" gefolgt: Es war eine Demonstration vor dem Nordsee-Congress-Centrum in Husum inklusive schwerem Lkw-Aufgebot gegen den seit mehr als einem Jahrzehnt verschleppten Ausbau der Bundesstraße 5.

Vorgesehen ist die Dreistreifigkeit zwischen Husum und Tönning sowie eine Umgehung von Hattstedt bis Bredstedt. Nun ist der Planfeststellungsbeschluss für die zuletzt genannte Maßnahme ausgesetzt, da sieben Klagen gegen den Verlauf der Trasse vorliegen - und diese hätten Aussicht auf Erfolg. "Damit dürfte dieses Bauvorhaben in weite Ferne gerückt sein", kritisierte Vereinsvorsitzender Rickmer Johannes Topf.

Dabei sollte bereits 2009 mit der Ortsumgehung Hattstedt-Bredstedt und 2011 mit dem Ausbau des Abschnitts Husum-Tönning begonnen werden, hielt Topf in seiner Rede fest. Im Januar seien Vorstandsmitglieder beim Verkehrsstaatssekretär Dr. Frank Nägele in Kiel vorstellig geworden, jedoch ohne den gewünschten Erfolg zu erzielen. Topf und seine Vorstandsmitglieder hatten angeboten, einen Betrag "mindestens in sechsstelliger Höhe" für die Planungsarbeiten einzuwerben und gegebenenfalls auch selbst Ingenieurbüros einzuschalten. Diese Offerte sei von Staatssekretär Nägele abgelehnt worden mit den Worten: "Dann würden ja die, die Geld geben, schneller eine Straße bekommen als andere."

Topf ging scharf mit Kiel ins Gericht: "Dass die Landesregierung den B 5-Ausbau vermasselt hat, ist der politische Skandal, dass der Landesbetrieb Straßenbau den von ihm selbst angefertigten Plan wegen gravierender handwerklicher Fehler wieder aufhebt, ist ein gesellschaftlicher Skandal." Dass Arbeitnehmer und Unternehmen von ihren Arbeitsplätzen und ihren Märkten abgeschnitten seien, sei ein wirtschaftlicher Skandal. "Und dass die Autofahrer und Anlieger auf die Staufolter gespannt werden, ist ein menschlicher Skandal." Der Vorsitzende: "Für die B 5 muss das Land endlich Baurecht schaffen. Nur dann gibt es vom Bund Mittel für den Ausbau. Und der Bund hat klar signalisiert, dass er diesen Ausbau möchte."

Auch Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen steht hinter dem Verein und dessen Engagement für die Bundesstraße 5. "Fast fünf Milliarden Euro wurden über die Lkw-Maut eingenommen", rechnete er bei der Protestgebung vor. Doch dieser Betrag sei nicht dem Straßenbau zugeführt worden. "Wir leben auf Verschleiß und riskieren damit unseren Wohlstand und die wirtschaftliche Entwicklung." Auch Laurids Rudebeck, Bürgermeister in Tønder, war nach Husum gekommen. Er betonte, dass der Ausbau eine gemeinsame Sache und auch für Dänemark wichtig sei. "Der Ausbau der B 5 ist bitter nötig." Dieser würde nicht nur die Autobahn 7 entlasten, sondern sei die Chance für Wirtschaftswachstum in der Region. Dem schloss sich Wilfried Bockholt, stellvertretender Vereinsvorsitzender und Bürgermeister in Niebüll an. "Wir brauchen zwei leistungsstarke Schlagadern."

Thomas Röhe aus Hattstedt zeigte sich ebenfalls verärgert über die Stagnation in Sachen B 5 . "Man könnte den Eindruck gewinnen, als würde die rot-grüne Landesregierung diesen Ausbau torpedieren."

Noch deutlicher wurde Elke Mahler aus Bredstedt. "Als ich vor 40 Jahren gebaut habe, wurde mir hoch und heilig versprochen, dass die Trasse in wenigen Jahren gebaut werde." Es sei eine Unverschämtheit, wie die Landesregierung mit den Bedürfnissen der Menschen umgehe. Die Nordfriesin: "Ich habe 24 Stunden Autolärm und der Wahnsinn hört nicht auf."

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